Ausblick 2018
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IAG lässt ihre Airlines von der Leine

LONDON - IAG ließ ihren Tochtergesellschaften Iberia und Aer Lingus 2017 freien Lauf. Unter dem Strich ist der Airlinekonzern, der gerade die Übernahme von Niki auf den Weg brachte, letztes Jahr aber weniger dynamisch gewachsen als 2016 - das soll sich in den nächsten Jahren ändern.

Tournaround entfaltet Wirkung: Aer Lingus und Iberia, einst Sorgenkinder in Europas Luftfahrtszene, setzten sich 2017 mit Zuwachsraten von 11,6 Prozent beziehungsweise 7,6 Prozent der verkauften Verkehrsleistung (RPK) an die Spitze des IAG-Konzerns. Der Preisbrecher Vueling folgt mit einem Plus von 3,8 Prozent.

British Airways Boeing 747-400
British Airways Boeing 747-400, © Heathrow Airport

British Airways wirkte 2017 mit strikter Angebotsdisziplin einem weiteren Verfall der Ticketpreisen entgegen. Die Kernmarke steuerte letztlich ein Absatzplus von moderaten 1,5 Prozent zum Konzernverkehrsergebnis bei.

Das liegt mit einem Zugewinn von 3,8 Prozent (RPK) 0,7 Punkte unter der Vorjahresmarke. Die Passagierzahlen stiegen um 4,1 Prozent auf knapp 105 Millionen reisende.

Mittelfristig setzt sich Konzernlenker Willie Walsh eine steilere Wachstumkurve zum Ziel. Die angebotenen Sitzkilometer sollen im Zeitraum zwischen 2018 und 2022 um rund 5 Prozent jährlich zulegen, wie das Unternehmen im November auf einer Investorenkonferenz in London mitteilte. Für den Zeitraum von 2016 bis 2020 hatte zuvor ein Plus von 3 Prozent im Plan gestanden.

Aer Lingus kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Die 2015 von IAG übernommene Airline öffnet im Mai eine neue Linie nach Seattle und wird ihren Flugplan über den Teich 2019 mit ersten Airbus A321LR verdichten. Auf einen Wiedereintritt in die Konzernallianz Oneworld verzichtet das Management vorerst.

Für das Wachstum nimmt Walsh höhere Investitionsausgaben in Kauf, diese sollen im Mittel der kommenden fünf Jahre bei rund 2,1 Milliarden Euro pro Jahr liegen.

IAG nutzt Pleiten von Monarch und Air Berlin

Vueling kann 2018 mit Slots und bis zu 15 Airbus A320 von Niki planen, die IAG aus der Insolvenzmasse von Air Berlin ablösen will. Walsh nimmt dafür 36,5 Millionen Euro in die Hand. IAG belegt zudem Gatwick-Slots des Konkurrenten Monarch Airlines, der 2017 ebenfalls aufgeben musste.

Zusammen mit ihren bisherigen Slots hält die IAG 2018 knapp dreißig Prozent der Start- und Landerechte an Englands zweitgrößtem Flughafen.

"Wir werden die Slots für die Airlines unserer Gruppe nutzen, vor allem für British Airways, und ihnen damit ermöglichen, ihre Präsenz auf dem Flughafen auszubauen, neue Ziele in ihr Portfolio aufzunehmen und eine höhere Frequenz an Flügen anzubieten", teilte die IAG dem "Independent" mit.

Einige Slots könnten demnach auch der neuen Airline Level zufallen, die Langstreckenflüge mit Low-Cost-Modell anbietet und 2018 zunächst nach Paris-Orly expandiert.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Dublin Airport | 08.01.2018 08:08


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