Flug MH370
Älter als 7 Tage

Die vielleicht letzte Chance auf Klarheit

DURBAN - Bald vier Jahre liegt der Vorfall zurück, der bis heute nachwirkt. Malaysia Airlines Flug 370 startet in Kuala Lumpur - und verschwindet für immer in der Nacht. Die spätere Suche nach der Boeing 777-200ER und den 239 Menschen an Bord verschlingt Millionen, liefert aber keine Ergebnisse. Gelingt ein neuer Anlauf?

Durban am 02. Januar: die Seabed Constructor sticht von dem südafrikanischen Hafen in See. Das 2014 gebaute Forschungsschiff des norwegischen Reeders Swire Seabed ist vollgepackt mit Technik und hat eine klar abgesteckte Mission: die Mannschaft soll die Boeing 777 am Meeresgrund aufspüren, die am 08. März 2014 abstürzte.

Seabed Constructor
Seabed Constructor, © Swire Seabed

Vor einem Jahr stellte Australien die Wracksuche nach der 9M-MRO ein, nachdem ein Seegebiet von 120.000 Quadratkilometern Fläche von Spezialschiffen erfolglos durchkämmt wurde. Dann folgten australische Forscher einer neuen Fährte und verorteten die Absturzstelle im August weiter nordöstlich.

"Wir nehmen an, dass es jetzt möglich ist, einen wahrscheinlichen Lageort des Flugzeugs mit beispielloser Präzision und Sicherheit zu bestimmen", verblüfften die Forscher von Geoscience Australia die Öffentlichkeit. "Diese Position ist 35.6°S, 92.8°E" oder "in einem Umkreis von 50 Kilometern" um diese Stelle.

Hinweise auf das neue, 25.000 Quadratkilometer große Suchgebiet lieferten Wrackteile, die an der afrikanischen Ostküste angespült wurden. Ein neues Strömungsmodell grenzte das mutmaßliche Absturzgebiet relativ punktgenau ein.

Suche mit acht Unterseedrohnen

Hier setzt die US-Firma Ocean Infinity an, welche die Seabed Constructor auf eigenes Risiko für die Mission gechartert hat. Das Schiff soll acht HUGIN Unterseedrohnen auf die Suche schicken, die laut einem Bericht des "Economist" täglich 1.200 Quadratkilometer Meeresboden scannen und tiefer tauchen können als bisher eingesetzte Roboter.

Ocean Infinity will der malaysischen Regierung nur im Erfolgsfall eine Rechnung stellen. Um ein günstiges Wetterfenster abzupassen lief die Seabed Constructor in Durban ohne eine vertragliche Regelung hierfür aus.
© aero.de | Abb.: Swire Seabed | 06.01.2018 00:01

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Beitrag vom 08.01.2018 - 11:57 Uhr
Boeing bewegt sich aber auf dünnem Eis, denn nur weil die B777 ja recht sicher den Kurs geändert hat (somit wohl technisch funktioniert hat) kann sich Boeing aus der umgekehrten Beweislast in der Flugunfalluntersuchung argumentieren.

Wenn man sich an AF447 zurückerrinnert, dann gab es Fehlermeldungen und Airbus muss beweisen, dass sie nicht regresspflichtig waren, daher hat man auch die Suche übernommen.
Beitrag vom 08.01.2018 - 11:34 Uhr
Ich finde es ja immer noch traurig, dass solche Missionen nicht massiv von Boeing gefördert werden. Klar müssten die das nicht, aber wenn ein Flugzeugmuster, welches so häufig schon ausgeliefert wurde, aus ungeklärten Gründen abstürzt, sollte ein Hersteller Interesse an der Ursachenklärung haben.

Haben sie nicht. Abertausende Modelle gleichen Typs fliegen tagtaeglich Millionen von Kilometern um den Globus und das zweifelsfrei ohne nennenswerte Probleme. Alles andere ist fuer Boeing reine Geldverschwendung, besonders, wenn kein technischer Defekt das derzeitige Motiv lautet. Ich sage nicht, dass ich das gutheisse, aber solang Boeing nicht muss, wird Boeing nun mal auch nicht tun..
Beitrag vom 08.01.2018 - 08:26 Uhr
Ich finde es ja immer noch traurig, dass solche Missionen nicht massiv von Boeing gefördert werden. Klar müssten die das nicht, aber wenn ein Flugzeugmuster, welches so häufig schon ausgeliefert wurde, aus ungeklärten Gründen abstürzt, sollte ein Hersteller Interesse an der Ursachenklärung haben.


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