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Stahlzölle bringen Embraer-Boeing-Deal ins Wanken

Embraer E175-E2
Embraer E175-E2, © Embraer

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BRASÍLIA - Importzölle von 25 Prozent auf die Einfuhr von Aluminium und Stahl in die USA gefährden einen möglichen Deal zwischen Embraer und Boeing. Ein Drittel des brasilianischen Stahls geht in die USA. Die Regierung könnte Embraer in die Waagschale legen, um eine Ausnahme von den Zöllen zu erwirken.

Wie das Portal "O Globo" berichtet, ist die brasilianische Regierung derzeit dabei, schlagkräftige Argumente für die Verhandlungen mit der Regierung Donald Trumps zu sammeln. Für Brasilien geht es um viel Geld: 33 Prozent seines Stahls exportiert das südamerikanische Land in die USA. Importzölle von 25 Prozent würden dieses Geschäft empfindlich treffen.

Embraer, für das die brasilianische Regierung eine "Goldene Aktie" und damit ein Veto-Recht hält, könnte bei den Verhandlungen eine Rolle spielen. Allerdings dürfte die Regierung Michel Temers dieses Argument mit Vorsicht nutzen, denn von einer möglichen Kooperation mit Boeing würde Embraer ebenso profitieren wie der US-amerikanische Flugzeugbauer.

Beide sind durch die Kooperation zwischen Airbus und Bombardier bei der CSeries im Segment der Hundertsitzer in Zugzwang geraten.

Laut dem Portal "br.investing.com" könnte Brasilien auch eine Einschränkung des Open Skies-Abkommens zwischen den beiden Ländern erwägen. Erst Anfang März 2018 hat der brasilianische Senat grünes Licht für ein Open Skies-Abkommen mit den USA gegeben. Dieses Abkommen wurde vor allem LATAM und American Airlines herbeigesehnt - es war die letzte noch fehlende Voraussetzung für ein Joint Venture, das beide Airlines planen.

Abwarten und Argumente sammeln

Bisher haben die Verhandlungen zwischen den beiden Ländern über die Stahlzölle nicht begonnen. Brasilien wartet derzeit auf die Reaktion der US-amerikanischen Unternehmen, welche den brasilianischen Stahl für ihre Produktion nutzen.

Die Chancen stehen gut, dass Brasilien eine Ausnahmeregelung in der Angelegenheit erwirkt - denn das Land hat auch Druckmittel außerhalb der Luftfahrt, mit denen es den US-amerikanischen Präsidenten zum Umdenken bewegen könnte.

Im Raum steht etwa, Importzölle auf US-amerikanische Kohle zu erheben und Einfuhrabgaben auf amerikanischen Biosprit zu erhöhen.

Die Verhandlungsführer bei Embraer und Boeing werden die nächsten Schritte ihrer Regierungen sehr genau beobachten. Donald Trumps Vorstoß hat das Ringen um einen Deal der beiden Flugzeugbauer noch spannender gemacht.
© aero.de (boa) | Abb.: Embraer | 18.03.2018 10:30


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