Kurzschlussgefahr
Älter als 7 Tage

Lufthansa-A320neo blieben vorübergehend am Boden

Lufthansa A320neo
Lufthansa A320neo, © Airbus

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FRANKFURT - Die Lufthansa hat ihre neuen A320neo wegen Kurzschluss-Gefahr vorübergehend außer Betrieb genommen.

Das Problem hatte nichts mit den drohenden Triebwerksausfällen zu tun, die zuletzt zu Flugverboten in Indien geführt haben. Der Vorfall und die Reparaturen ereigneten sich laut einer Sprecherin vergangenen Sommer. Alle Maschinen seien seither wieder im Einsatz.

An dem Airbus A320neo habe in den Triebwerken des Herstellers Pratt & Whitney ein Kabel gescheuert und gedroht blank zu werden, berichtete Lufthansa-Chef Carsten Spohr. Laut Spohr hat die Airline daraufhin zeitweise alle Maschinen des Typs am Boden gelassen und das Problem behoben.

Von den drohenden Triebwerksausfällen wegen problematischer Dichtungen bei dem Flieger sind die Exemplare der Lufthansa Spohr zufolge aber nicht betroffen.

Pratt hatte den Dichtungstyp nur in Triebwerke eingebaut, die ab Dezember 2017 an die Airlines ausgeliefert wurden. Der Hersteller hat die Produktion inzwischen wieder umgestellt.

Internationale Flugbeschränkungen

Für die betroffenen Flugzeuge gelten in der EU und den USA Flugbeschränkungen. Indien verhängte vor wenigen Tagen sogar ein totales Flugverbot.

Die Triebwerke, die die A320neo so viel spritsparender machen als ihre Vorgängerin A320, bereiten seit der Auslieferung der ersten Exemplare Schwierigkeiten.

Hitze- und Softwareprobleme führten schon 2016 dazu, dass die United-Technologies-Tochter Pratt & Whitney dem Lieferplan um Monate hinterher hinkt. Dadurch werden auch die Airbus-Jets später an die Fluggesellschaften ausgeliefert.

So sollte die Lufthansa eigentlich schon 20 Exemplare des Fliegers bekommen haben. Tatsächlich sind Spohr zufolge bisher nur 10 eingetroffen.

Dabei hatte der Konzern bei den Triebwerken bewusst auf zwei Pferde gesetzt. Um von möglichen Problemen mit den hochmodernen Antrieben nicht voll getroffen zu werden, hatte die Lufthansa einen Teil der Flieger mit den Triebwerken von Pratt & Whitney und einen anderen Teil mit dem Konkurrenzmodell von CFM bestellt.

Wie es scheine, hätten nun aber beide Typen Probleme, sagte Spohr. Auch Airbus-Chef Tom Enders hatte CFM zuletzt eine mangelnde Produktreife angekreidet. Der französisch-amerikanische Triebwerksbauer ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Safran und General Electric.
© dpa-AFX | 15.03.2018 12:33


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