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Günstigflieger erobern Wien

Wizz Air Airbus A320
Wizz Air Airbus A320, © Airbus

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WIEN - Mit Ryanair und Wizz Air testen in der kommenden Sommersaison gleich zwei großkalibrige Günstiganbieter das Lufthansa-Drehkreuz Wien. An der Günstigwende am Wiener Flughafen hat Österreichs Lowcost-Ikone Niki Lauda einen wesentlichen Anteil.

Das absehbare Ende der Air Berlin-Gruppe läutete an dem lange lowcost-resistenten Lufthansa-Hub eine Wende ein. Den ersten Schritt setzte der konzerneigene Günstigableger Eurowings mit der Ansiedelung einer Europa-Plattform am Flughafen Wien. Wenig später zog die von Brexit-Ängsten geplagte Easyjet mit einer neuen EU-Tochter nach.

Zum EU-Austritt der Briten will Easyjet in Östereich bis zu 110 Flugzeuge registrieren. Dazu hat sich binnen Jahresfrist in Wien der Marktanteil der Günstigflieger von rund zehn auf 20 Prozent verdoppelt.

Nach Insolvenz der Air Berlin-Gruppe spekulierte Lufthansa mit einer Übernahme der noch solventen Niki auf einen kräftigen Marktzuwachs, stieß damit bei der Wettbewerbsbehörde der EU aber auf wenig Gegenliebe.

Nach dem Rückzug der Lufthansa ging Niki zunächst an die Günstigtochter Vueling der britisch-iberischen IAG-Gruppe und nach Neuauflage eines Insolvenzverfahrens in Österreich letztlich zurück an ihren Gründer Niki Lauda.

Aus der wenig transparenten Bieterrunde zog sich Ryanair zwar zurück, stieg diese Woche aber zunächst mit einer Minderheitsbeteiligung und Anschubfinanzierung von fast 100 Millionen Euro bei "Laudamotion"ein.

Stimmen die Kartellbehörden zu, gewinnt Ryanair mit 75 Prozent bald die Kontrolle über den Niki-Nachfolger und steht ab Juni mit bis zu 21 Flugzeugen mit beiden Beinen fest am Flughafen Wien. Derzeit fliegt Ryanair lediglich Wiens Nachbarflughafen Bratislava an.

Wie Niki Lauda am Dienstag bekannt gab, steht Laudamotion ein Kontingent von rund 40.000 ehemaligen Air-Berlin-Slots zum Aufbau eines europaweiten Städtenetzes zur Verfügung und über ihre Partnerschaft mit der Thomas Cook-Gruppe (Condor) auch ein Zugang zu wichtigen Touristikmärkten. Unabhängig vom Einstieg der Iren bemüht sich auch Eurowings um ACMI-Kapazitäten der Laudamotion.

VIE wird zum Hotspot der Günstigflieger

Im Sog der Air Berlin-Insolvenz hatte im Februar auch die ungarische Wizz Air den Aufbau einer Wiener Basis angekündigt und ihren Einstieg in westeuopäische Märkte. Zwischen Juni 2018 und dem Frühjahr 2019 sollen in Wien fünf Airbus A321 auf 27 Strecken an den Start gehen, eine Jahreskapazität von zwei Millionen Sitzen.

In den Startlöchern steht auch die beim Verkauf der Niki abgeblitzte Vueling. Nach der Rückabwicklung des Kaufvertrags kündigte IAG-Chef Willie Walsh die Gründung einer Niederlassung in Wien an. Mit Eurowings, Easyjet, Ryanair-Laudamotion, Vueling und Wizz Air planen in Wien gleich fünf hochkarätige Lowcoster ein europaweites Netz hochzuziehen, neben auswärtigen Anbietern wie Jet2, Norwegian, Transavia oder Volotea.

Davon (noch) unbeeindruckt baut die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines ihr Angebot weiter kräftig aus, unter anderem im Nachbarschaftsverkehr mit Berlin, Düsseldorf, Stuttgart und Venedig. Insgesamt stockt Austrian in diesem Sommer ihren Europaverkehr wöchentlich um 69 Flüge auf. Neu ist die Wiederaufnahme der mangels Kapazität im Sommer 2015 eingestellten Langstrecke nach Tokio. Dazu erwartet Austrian in Kürze ihre sechste Boeing 777-200ER.
© aero.at | Abb.: Laudamotion | 24.03.2018 08:46


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