ETOPS
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FAA nimmt Trent 1000 "C" an die kurze Leine

ANA Boeing 787-9 R2-D2
ANA Boeing 787-9 R2-D2, © ANA

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NEW YORK - Über Rolls-Royce braut sich der perfekte Sturm zusammen: Die US-Luftfahrtbehörde FAA stuft das ETOPS für zahlreiche Boeing 787 auf eine 140-Minuten Regel zurück. Betroffen sind Flugzeuge mit störanfälligen Trent 1000 "C" Triebwerken, für die bereits verkürzte Wartungsintervalle gelten.

Rund ein Viertel der weltweiten Boeing 787-Flotte darf sich nicht mehr allzu weit von den nächsten geeigneten Ausweichflughäfen entfernen. Nachdem Rolls-Royce am Freitag nun auch Qualitätsmängel an den Schaufeln der Mitteldruckverdichter im Trent 1000 "C" einräumte, hebt die FAA das bisherige 330-Minuten ETOPS auf.

"Die praktischen Folgen hängen von den Einsätzen ab, die Airlines mit den Flugzeugen planen", äußerte sich Boeing. Nach Einordnung des US-Luftfahrtexperten Robert Mann wird sich die Rückstufung auf ein 140-Minuten ETOPS in erster Linie auf das Routing von Transpazifik- und Transpolarflügen auswirken.

Die europäische Luftfahrtbehörde EASA hatte am Freitag die Inspektionsrhythmen für 380 Trent 1000 "C" Triebwerke von 200 auf 80 Flüge verkürzt.

Boeing führte das Trent 1000 "C" vor vier Jahren an der 787-9 ein. Vor zwei Jahren traten erstmals Probleme mit Dreamliner-Triebwerken von Rolls-Royce im Betrieb der japanischen ANA auf.

Wegen Korrosion und Rissen in den Schaufeln der Mitteldruckturbine steht das Trent 1000 "C" bereits unter strenger Beobachtung von EASA und FAA, nachdem 2017 mehrere Dreamliner mit Triebwerksschäden in der Regel kurz nach dem Start zu ihren Ausgangsflughäfen umkehren mussten.

Enormer Image- und Finanzschaden

Virgin Atlantic mietet inzwischen Airbus A330-200 an, um Standzeiten der 787 zu kompensieren. Für Rolls-Royce sind die Schwachstellen des Trent 1000 nicht nur ein logistischer, sondern auch ein finanzieller Alptraum, für den der Konzern bereits rund 650 Millionen Euro auf die Seite legt.

Erst 2022 soll das Thema ausgestanden sein, könnte sich allerdings vorher noch ausweiten: Rolls-Royce hatte Anfang März eingeräumt, das die am Kompressor des Trent 1000 aufgetretenen Defekte auch das Trent 7000 betreffen könnten, das Airbus am A330neo verwendet.
© aero.de | Abb.: Rolls-Royce | 17.04.2018 08:50

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Beitrag vom 29.04.2018 - 10:36 Uhr
Die Banane reift auch hier beim Kunden. Was sagte kürzlich jemand: "Wenn ein (bestimmtes) neues Triebwerk reinkommt bauen wir es erst mal auseinander und tauschen ein bestimmtes Lager aus." Ob das wohl alle belieferten Airlines machen?

Ich habe versucht, das zu googeln, und finde nichts - um welches Triebwerk handelt es sich, und warum lässt man das Lager nicht gleich beim Hersteller einbauen?
Beitrag vom 28.04.2018 - 21:06 Uhr
Die Banane reift auch hier beim Kunden. Was sagte kürzlich jemand: "Wenn ein (bestimmtes) neues Triebwerk reinkommt bauen wir es erst mal auseinander und tauschen ein bestimmtes Lager aus." Ob das wohl alle belieferten Airlines machen?

Ein anderer Bekannter der über 40 Jahre im Geschäft ist meinte es ist nur eine Frage der Zeit bis sich das rächt was die "über den Teppich latschende Wurzel" veranstaltet.

Fliegen ist so sicher geworden, dass man nun Experimente wagen kann wie weit man dem "Kostendruck" noch nachgeben kann. Wer hätte vor 20 Jahren geglaubt zwei Strahlig mit ETOPS 330 zu fliegen? Aber wie heisst es bei der Mechanik so schön, nach fest kommt lose. Heisst alles hat seine Grenzen.

Beitrag vom 28.04.2018 - 17:31 Uhr
Noch ein Punkt:
- Die wirtschaftlichen Interessen von Konzernen, Nationen und Wirtschaftsräumen haben einen ungesunden Einfluss auf Behörden-Entscheidungen.

Man kann das gut an den unterschiedllichen Inhalten von AD´s der EASA und FAA zu ein und demselben Thema erkennen. Jeweils dort, wo der wirtschaftliche "Schaden" größer ist, sind die Maßnahmen abgeschwächter, obwohl das Risiko in beiden Regionen das selbe ist.

Anderes Beispiel: ETOPS vom TC weg und nicht mehr schrittweise Steigerung nach erwiesener Zuverlässigkeit, wie es früher der Fall war (und das trotz der Punkte, die daniel1138 auflistet).

Ich könnte auch noch erzählen, wie schludrig in der Lieferkette die Befolgung von Vorgaben gehandhabt wird, angefangen von der Entwicklung bis hin zur Fertigung - ebenfalls dem Kostendruck geschuldet.

Das Versagen der Technik ist nur das Symptom, die Wurzel latscht täglich durch die Teppichetagen oder lässr sich mit "thumbs up" vor irgendeinem Flieger knipsen.

Gruß, 25.1309



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