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IAG setzt zu feindlicher Übernahme von Norwegian an

Norwegian Boeing 787-9
Norwegian Boeing 787-9, © Norwegian

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LONDON - Norwegian-Chef Björn Kjos sträubt sich gegen einen Verkauf, doch die übernahmewillige IAG lässt nicht locker: IAG soll die US-Bank JP Morgan beauftragt haben, Gelder für eine mögliche feindliche Übernahme von Norwegian Air zu beschaffen. Das berichten mehrere internationale Medien.

Die International Airlines Group (IAG), der unter anderem British Airways und Iberia angehören, hatte Mitte April bekannt gegeben, dass sie an der Börse 4,6 Prozent der Aktien von Norwegian Air erworben hat - nur eine vorläufige Haltelinie.

Eigenen Angaben zufolge will sich IAG mit der Beteiligung in eine gute Position für Übernahmeverhandlungen mit Norwegian Air-Chef Björn Kjos bringen. Der wies ein Gesprächsgesuch der Briten zurück und verneinte grundsätzlich jedes Interesse am Verkauf der Airline.

Medienberichte deuten nun darauf hin, das IAG sich davon nicht abhalten lässt und eine feindliche Übernahme vorbereitet: Konzernchef Willie Walsh soll die US-Investmentbank JP Morgan zwischenzeitlich beauftragt haben, eine Finanzierung für die Übernahme von Norwegian Air bereitzustellen.

Das norwegische Wirtschaftsportal "Hegnar" spricht von einem Gesamtvolumen von 4,4 Milliarden Euro - aufgeteilt in 1,5 Milliarden Euro für Aktienkäufe, 2,3 Milliarden Euro zur Refinanzierung norwegischer Schulden und 600 Millionen Euro in Form einer Anleihe.

Zum Vergleich: für die Komplettübernahme von Aer Lingus legte IAG 2015 1,5 Milliarden Euro auf den Tisch. Zwischen Aer Lingus und Norwegian bahnt sich rauer Wettbewerb auf neuen Transatlantiklinien an. Norwegian fliegt bereits mit Boeing 737 MAX 8 mittelgroße Städte entlang der US-Ostküste an, Aer Lingus will 2019 mit Airbus A321LR kontern.

Analysten: IAG strebt Sitz im Aufsichtsrat an

Analysten rechnen laut dem Portal "newsinenglish.no" damit, dass IAG ihren Aktienanteil über weitere Börsengeschäfte in einem Zwischenschritt auf zehn Prozent aufstocken und einen Platz im Aufsichtsrat einfordern wird, ehe Walsh sein Gegenüber Kjos zu Übernahmegesprächen drängt.

Seit IAG ihre Fühler in Richtung Norwegian ausstreckt haben Aktien der norwegischen Günstigairline ihren Wert nahezu verdoppelt und setzten ihren Höhenflug auch am Donnerstag fort. Kjos und Norwegian Chairman Björn Kise kontrollieren über ihre gemeinsame Holding HBK 26,8 Prozent der Norwegian-Aktien.

IAG selbst will eine aero.de-Anfrage zu den Medienberichten derzeit nicht kommentieren.
© aero.de (boa) | Abb.: Norwegian | 19.04.2018 14:49


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