Verschärfte Betriebsregeln
Älter als 7 Tage

Dreamliner von Air New Zealand tanken auf Guam nach

Air New Zealand Boeing 787-9 Dreamliner
Air New Zealand Boeing 787-9, © Boeing

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AUCKLAND - Air New Zealand legt auf einigen Flügen in die Vereinigten Staaten und nach Japan Tankstopps ein. Verschärfte Betriebsregeln für Boeing 787 mit bestimmten Rolls-Royce-Triebwerken zwingen die Airline zur Zwischenlandung und bringen die Reiseplanung tausender Passagiere durcheinander.

Die Aufsichtsbehörden FAA und EASA nehmen das Rolls-Royce Trent 1000 nach Bekanntwerden neuer Qualitätsmängel an die kurze Leine. Seit vergangener Woche müssen Betreiber nicht nur kürzere Inspektionsintervalle sondern auch engere ETOPS-Regeln beachten.

Air New Zealand erwischen die neuen Vorschriften mitten in der Hauptreisezeit. Auftanken ist dabei noch das kleinere Übel: "Kurze Tankstopps geben uns die Möglichkeit, mit vollen Passagier- und Frachtkontingenten zu fliegen", teilte Air New Zealand mit.

Das ETOPS-Fenster gibt die maximal zulässige Flugzeit zum nächstgelegenen Flughafen bei Ausfall eines Triebwerks an. Die FAA hat mehrere Ausführungen des Trent 1000 von einer 330 Minuten- auf eine 140 Minuten-Regel heruntergestuft und die zulässigen Höchstgewichte am ETOPS-Eintrittspunkt gesenkt.

"Je nach Wetterlage auf der Route bedeutet das, dass einige Flüge nicht genug Treibstoff für die gesamte Strecke mitführen können und Tankstopps einlegen müssen", sagte Flugkapitän David Morgan, der bei Air New Zealand für die Einhaltung der flugbetrieblichen Standards zuständig ist.

Laut Air New Zealand betrifft dies vor allem die Linien nach Los Angeles, Houston und Tokio-Haneda. Vergangenes Wochenende tankten Dreamliner, die auf verschiedenen Strecken in Richtung Japan und in die USA unterwegs waren, in Sydney, Cairns, Darwin und sogar auf Guam nach.

"Die Tankstopps dauern etwa eine Stunde und die Passagiere müssen in dieser Zeit an Bord bleiben", erklärte Air New Zealand. Verlorene Zeit will Air New Zealand durch höhere Fluggeschwindigkeiten so gut es geht wettmachen. Dennoch werden tausende Passagiere Anschlussflüge verpassen und müssen umgebucht werden.

Rolls-Royce hatte im April neue Qualitätsmängel an Schaufeln bestimmter Trent 1000 Mitteldruchverdichter eingeräumt, nachdem bereits Korrosionsschäden im Bereich der Mitteldruckturbine 2017 zahlreiche Zwischenfälle verursacht und die Aufsichtsbehörden auf den Plan gerufen hatten.
© aero.de | Abb.: Boeing | 24.04.2018 09:22

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Beitrag vom 25.04.2018 - 08:54 Uhr
@PeachA:
Da steht noch was von Höchstzulässigem Gewicht am ETOPS Einstiegspunkt.

In dem Moment, an dem du erstmals mehr als 60 min vom nächstgelegenen Flugplatz weg bist, darf das Flugzeug nicht schwerer als XXX sein. Damit will man den Höhenverlust beim Ausfall eines Triebwerks begrenzen.

Das hat zu Folge, dass man den Flieger nicht vollladen darf - bei voll ausgebuchtem Flug heißt das weniger Sprit - damit reicht es nicht mehr für die Gesamtsrecke AKL-HND. Und damit die Zwischenlandung.

Tabelle findest du bei der Original AD auf Seite 7 ff  http://rgl.faa.gov/Regulatory_and_Guidance_Library/rgad.nsf/0/22de72bba2cd5b24862582720049094e/$FILE/2018-08-03.pdf
Beitrag vom 25.04.2018 - 08:04 Uhr
Mir sind die Tankstopps in Australien und Guam immer noch nicht klar. AKL-SIN und AKL-HND sind doch überhaupt nicht von ETOPS 140 betroffen. Warum muss dort zwischengelandet werden?
Beitrag vom 24.04.2018 - 18:39 Uhr
Wenn man sich die Flüge von Air New Zealand anschaut wird nach IAH und LAX allerdings direkt ohne Stop geflogen. Anscheinend werden hier die zwei 787 genutzt, welche nicht in diese Einschränkungen fallen.
Mich würde allerding interessieren welche Flüge in Darwin, Cairns und vorallem in Sydney aufgetankt haben. Darwin und Cairns liegen ja noch irgendwie auf den Weg nach Asien. Aber Sydney ist extrem ab vom Schuss (Für Air New Zealand).
Bei den Tokio Flügen hab ich nur Stops in Guam gefunden, was auch Sinn macht, da Guam auch dem Weg liegt.

Gefunden... AKL-PVG ging auch am 21.4. über CNS.


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