US-Sanktionen
Älter als 7 Tage

Airbus rechnet mit Aus für Deal mit dem Iran

Iran Air Airbus A330-200
Iran Air Airbus A330-200, © Airbus

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HAMBURG - Airbus rechnet wegen neuer US-Sanktionen gegen den Iran mit einem Aus für den bereits vereinbarten Flugzeug-Deal mit dem Land am Persischen Golf. Dabei braucht die staatliche Fluglinie Iran Air dringend neue Flugzeuge und Ersatzteile, um ihre überalterte Flotte zu erneuern.

"Zwar warten wir noch auf die Details zu den neuen Sanktionen, sehr wahrscheinlich werden wir aber nicht in der Lage sein, die aus dem Auftrag noch ausstehenden 97 Flugzeuge auszuliefern", sagte der Chef der Zivilflugzeugsparte von Airbus, Guillaume Faury, dem "Hamburger Abendblatt" (Samstagsausgabe).

Neben Mittelstreckenjets wollte Airbus 16 A350-1000 und 28 A330-900 an Iran Air liefern, ATR zwölf weitere 72-600 Turboprops. Zwei kurzfristig verfügbare A330-200 und eine A321 lieferte Airbus 2017 an Iran Air aus, ATR exportierte immerhin acht 72-600. Weitere 45 A320neo hätte Airbus gerne für Iran Airtour gebaut.

Airbus ist schon deshalb von den Sanktionen der US-Regierung betroffen, weil sich in allen Jets des europäischen Flugzeugbauers Zulieferteile von US-Firmen finden.

Boeing muss Milliardendeals mit Iran Air über 50 737 MAX und je 15 777-300ER und 777-9 auf Eis legen. Iran Aseman wollte 30 weitere 737 MAX importieren. Unter alten Vorzeichen hätte Boeing noch 2018 Flugzeuge an Iran Air geliefert, obwohl der Konzern alle Vereinbarungen bisher nur als Vorverträge führte.

Boeing-Chef Dennis Muilenburg nennt die Geschäftsausfälle verschmerzbar, der Iran will Boeing wegen Vertragsbruchs vor internationale Gerichte zerren.

Lieferstau im A320neo-Programm

Die Lieferschwierigkeiten der Hersteller von Triebwerken für die Mittelstreckenjets der A320neo-Reihe bezeichnete Faury als die "derzeit vielleicht größte Herausforderung" für das Unternehmen. Derzeit parkten an den Airbus-Werken rund 100 fertig gebaute Jets, denen nur noch die Triebwerke fehlen.

Der Manager hofft nun, dass die Antriebsbauer die Rückstände aufholen und die Zahl der Maschinen ohne Triebwerke zum Jahresende fast bei Null liegt.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Airbus | 15.06.2018 14:42

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Beitrag vom 17.06.2018 - 16:42 Uhr
@RobR schrieb
Iran Air wird sich im Hintern beißen, dass sie nicht sofort sämtlich gut erhaltene Gebrauchte, wie die von LH angebotenen A340-600, aufgekauft haben. Jetzt ist das Thema wieder vom Tisch solange #45 in Washington regiert...
Wenn man gebrauchte gekauft hätte, dann sicherlich keine Ladenhüter wie den A346.
Beitrag vom 17.06.2018 - 09:50 Uhr
Modhinweis
OT-Beiträge wurden gelöscht.
Fly-away
Beitrag vom 16.06.2018 - 18:11 Uhr
Kann doch noch in den nächsten Wochen passieren. Zudem sind ja Käufe über Strohmänner (-länder) möglich, so wie es in der Vergangenheit schon manchmal gemacht wurde.
Wichtiger aber dürfte der Kauf von Ersatzteilen für die derzeitige Flotte sein.


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