Umbruch in Abu Dhabi
Älter als 7 Tage

Wie Tony Douglas Etihad Airways retten will

Etihad Airways Boeing 787-9
Etihad Airways Boeing 787-9, © Etihad Airways

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ABU DHABI - Etihad Airways baut nach dem Desaster um ihre Beteiligungen Air Berlin und Alitalia Geschäft und Management um. Auch Jobs und Flugzeug-Bestellungen bei Boeing und Airbus stehen auf dem Prüfstand. Die Airline aus Abu Dhabi sucht nach Milliardenverlusten einen Neuanfang.

Nach milliardenschweren Verlusten will Konzernchef Tony Douglas das Unternehmen aus Abu Dhabi auf Gewinnkurs bringen. Dazu übernimmt er auch die Führung des Fluggeschäfts von Peter Baumgartner, wie Etihad am Dienstag in Abu Dhabi mitteilte. Baumgartner soll als sein Berater an der künftigen Strategie feilen.

In den beiden vergangenen Jahren hatte Etihad allein im eigenen Fluggeschäft vor Sondereffekten einen Nettoverlust von zusammen 3,5 Milliarden US-Dollar eingeflogen. Im Sommer 2017 hatte der Konzern bei seiner defizitären Beteiligung Air Berlin überraschend den Stecker gezogen und sie damit in die Pleite geschickt.

Die ebenfalls lange von Etihad finanzierte italienische Alitalia hält sich nur noch dank staatlicher Hilfen in der Luft.

Etihad hatte versucht, sich mit Beteiligungen an anderen Airlines ein Zubringernetz aufzubauen und so vor allem zum arabischen Branchenprimus Emirates aufzuschließen. Die Strategie erwies sich aber als Milliardengrab. Der frühere Konzernchef James Hogan musste seinen Hut nehmen.

Douglas hat die Konzernführung im Januar übernommen. Er gliedert den Konzern jetzt in sieben Bereiche vom Flugbetrieb über Vertrieb und Finanzen bis zur Wartung.

Die Airline hat als Reaktion auf die herben Verluste bereits Flugverbindungen gestrichen. Im vergangenen Jahr konnte sie ihren Verlust im Fluggeschäft immerhin um ein Viertel eindämmen. Derweil stehen weitere Jobs auf der Kippe. "Tausende" hätten das Unternehmen schon verlassen, doch es dürften weitere Stellen wegfallen, sagte Douglas am Dienstag "Bloomberg TV".

Airbus und Boeing bangen um Aufträge

Über Etihad Airways
Typ Linienfluggesellschaft
Basis Abu Dhabi Int'l
Maschinen 112
Destinationen 93
Routen 116
© Daten bereitgestellt von ch-aviation
Ihm zufolge spricht Etihad weiter mit Boeing und Airbus über die Zukunft bereits erteilter Flugzeug-Bestellungen. Eine Verdopplung der Flotte sei kaum aufrechtzuerhalten. Laut eigener Website betreibt Etihad derzeit mehr als 100 Flugzeuge und hatte viele neue Maschinen bei Airbus und Boeing bestellt.

Der Rotstift könnte zunächst Boeing treffen: Etihad will aus einem Auftrag über 17 777-9 und acht 777-8 aussteigen oder zumindest spätere Liefertermine vereinbaren, meldete "Reuters" im Juni unter Berufung auf Insider. Die Airline hatte die 25 Flugzeuge 2013 bestellt.

Etihad hat bei Boeing neben den 777X noch 22 787-9 und 30 787-10 offen, bei Airbus 40 A350-900, 22 A350-1000 und 26 A321neo.

Douglas sucht zudem den Schulterschluss mit Emirates. Unlängst vereinbarten die benachbarten Airlines untereinander ein Überlassungmodell für Piloten: sie können für zwei Jahre von Etihad zu Emirates wechseln.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Etihad Airways | 03.07.2018 16:47


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