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Jet Airways in Turbulenzen

Jet Airways Boeing 737 MAX
Jet Airways Boeing 737 MAX, © Jet Airways

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MUMBAI - Für Jet Airways wird die Luft dünn: nach einem Medienbericht reichen die Kassenbestände der zweitgrößten indischen Airline nur noch für zwei Monate. Jet Airways sucht neue Investoren und plant Einschnitte bei den Mitarbeitern. Am Freitag brachen die Aktien der Etihad-Beteiligung um 15 Prozent ein.

Die Konkurrenz durch Billigflieger wie Indigo, GoAir und Spicejet setzt Jet Airways zu. Nachdem das Management die Veröffentlichung von Quartalszahlen verschob, ging die Aktie am Freitag in den Sinkflug. Erst in der Vorwoche schürte ein Zeitungsbericht Zweifel an der finanziellen Stabilität der Airline.

Wie der "New Indian Express" enthüllte, fühlten Manager von Jet Airways bei der Pilotengewerkschaft NAG vor, ob Piloten und andere Mitarbeiter zeitweise auf 25 Prozent ihrer Gehälter verzichten würden.

Dabei war auch die Rede von einer Sechzig-Tage-Frist: länger würde die Airline nicht überleben, wenn es so weiter läuft wie bisher. Das dementierte Jet Airways zwar umgehend, bestritt aber nicht, dass die Lage ernst ist.

"Trotz der wachsenden Nachfrage macht die Luftfahrtindustrie eine schwierige Phase durch", sagte ein Airlinesprecher der "Economic Times". "Gründe sind steigende Spritpreise und ein schwacher Rupienkurs, der das Ungleichgewicht zwischen hohen Spritpreisen und niedrigen Ticketpreisen noch vergrößert."

Jet Airways braucht neue Geldquellen

Nach Daten der Finanznachrichtenagentur "Bloomberg" steht Jet Airways mit 1,4 Milliarden US-Dollar bei Gläubigern in der Kreide und hatte zuletzt nur noch knapp 50 Millionen US-Dollar Guthaben auf den Konten.

Über Jet Airways
Typ Linienfluggesellschaft
Basis Mumbai Int'l
Maschinen 108
Destinationen 67
Routen 206
© Daten bereitgestellt von ch-aviation
Die Airline ist auf der Suche nach Geldgebern. "Das Unternehmen hat einen Plan für die Kehrtwende, auf dessen Basis Gespräche mit Banken und anderen laufen - darüber muss nicht spekuliert werden", sagte der Sprecher.

Ob Etihad Airways, die 25 Prozent an Jet Airways hält, mit einem Kredit aushilft, ist fraglich - noch immer zahlt Etihad die Zeche für fehlgeschlagene Investitionen in Air Berlin und Alitalia. Nach Ansicht von Experten kann sich Jet Airways durch den Verkauf von Tafelsilber vorerst aber noch selbst helfen.

Die Airline benötigt kurzfristig 500 Millionen US-Dollar und muss 400 Millionen US-Dollar Schulden refinanzieren, sagte Kapil Kaul vom CAPA Centre for Aviation. "Das könnten sie durch ein Sale-and-Lease-Back einiger Langstreckenflugzeuge und durch eine Senkung der Kosten im Inlandsverkehr aufbringen."
© aero.de (boa) | Abb.: Ingo Lang | 10.08.2018 11:40

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Beitrag vom 10.08.2018 - 16:46 Uhr
Ohweh, "Etihad-Beteiligung", wenn das mal kein schlechtes Omen ist.
Vielleicht lackiert man eine 737 MAX in einer Etihad/Jet Airways-Kombibemalung ;) ?
Beitrag vom 10.08.2018 - 15:45 Uhr
Von welchem "Tafelsilber" ist hier die Rede?


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