Wideroe
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Die Embraer E190-E2 beweist sich im Linieneinsatz

BERGEN - Seit April 2018 ist die Embraer E190-E2 bei ihrer Erstkundin Wideroe im Linieneinsatz. Sowohl für die Schulungspiloten von Embraer als auch für die Wideroe-Piloten ist das eine spannende Geschichte. Für die norwegische Regionalairline eröffnen sich mit dem Jet neue Wege.

Die Embraer E190-E2, mit der Wideroe im August die Strecke München-Bergen eröffnet hat, ist so neu, dass man es riechen kann: die Kabinenluft erinnert ein bisschen an den Innenraum eines neuen Autos.

Widerøe Embraer E190-E2
Widerøe Embraer E190-E2, © Embraer

Die LN-WEC ist der dritte Embraer-Jet der neuen Generation, den die norwegische Regionalairline seit April 2018 in Empfang genommen hat. Wie die anderen beiden Maschinen ist auch diese mit 114 Sitzen in Zwei-plus-Zwei-Konfiguration ausgestattet.

In den ersten Monaten mit dem neuen Jet werden die Wideroe-Piloten von insgesamt sechs Embraer-Piloten begleitet und geschult.

Für beide ist das eine aufregende Geschichte: Für Wideroe beginnt mit dem Einsatz der Embraer E190-E2 eine neue Ära des Jet-Geschäfts - die Flotte der Airline bestand zuvor ausschließlich aus Bombardier Dash 8. Für Embraer ist es der Praxistest eines völlig neuen Flugzeugs, das sich vom Vorgängermodell massiv unterscheidet.

Piloten: Leise und Übersichtlich

"Zu achtzig Prozent", sagt Embraer Instructor Pilot Fabiano Cypel, der Wideroe-Pilot Stian Vaaden auf dem Erstflug von München nach Bergen begleitet. Drei Dinge sind es seiner Meinung nach, welche die E190-E2 bei den Piloten, die sie bisher geflogen sind, so beliebt machen: "Erstens haben wir ein völlig neues, leises Triebwerk. Zweitens fliegen wir zu hundert Prozent Fly-By-Wire und können so auf jedes Szenario exakt reagieren", sagt er. "Drittens haben wir einzigartige neue Tragflächen."

Embraer Instructor-Pilot Fabiano Cypel und Widerøe-Pilot Stian Vaaden in der Embraer E190-E2 (von links)
Embraer Instructor-Pilot Fabiano Cypel und Widerøe-Pilot Stian Vaaden in der Embraer E190-E2 (von links), © aero.de (boa)

Stian Vaaden lobt die übersichtlichen Monitore, die den Piloten unter anderem alle Flugbewegungen auf der Strecke anzeigen. Auch Vaaden ist zuvor Bombardier Dash 8 geflogen. In Amsterdam, Paris und in den USA hat er im Simulator das Fliegen der E190-E2 trainiert.

Gemeinsam mit der Investition in drei E190-E2 hat Wideroe über zwanzig neue Piloten angestellt. Ihre erfahreneren Piloten setzt die Airline nun in den Embraer-Jets ein. Bis April 2018 hatte die Airline hauptsächlich Inlandsflüge im Programm - viele davon zu kleinen Flughäfen in entlegenen Gebieten. Die sogenannten PSO-Routen, die von der norwegischen Regierung subventioniert werden.

Mit der E190-E2 hat die Airline andere Pläne. Vier internationale neue Ziele hat sie sich damit bereits erschlossen: Hamburg, München, Liverpool und Göteborg. Die Airline hält weitere zwölf Optionen für das Flugzeug.

Große Pläne

Embraer selbst hat ebenfalls große Pläne mit dem neuen Jet. Der Flugzeugbauer bewirbt ihn selbstbewusst als "Profit Hunter" und stellt dabei seine Sparsamkeit und Umweltfreundlichkeit heraus. Laut Ergebnissen der Flugerprobung verbraucht der Jet 1,3 Prozent weniger Treibstoff als geplant. Laut Embraer ist er zehn Prozent sparsamer als sein direkter Konkurrent A220-100.

Aus dem Cockpit der Embraer E190-E2: Mit Wideroe von Bergen nach München, © Wideroe, aero.de

Zahlen, die potenziellen Kunden und Investoren offenbar imponieren. Knapp hundert Bestellungen und Absichtserklärungen für die E2-Familie hat Embraer im Juni von der Farnborough Airshow mit nach Hause genommen.

Die E2-Familie liegt auch im Kern des Interesses von Boeing an Embraer. Die beiden Flugzeugbauer verhandeln derzeit darüber, das Zivilflugzeuggeschäft Embraers in ein gemeinsames Unternehmen abzuspalten. Boeing würde sich damit einen effizienten Einstieg in den Markt der 90-150-Sitzer schaffen.

Die Redaktion hat diesen Artikel am 27. August 2018 verändert: Korrigiert wurde die Angabe zu den Bestellungen von Flugzeugen der E2-Familie und diesbezüglichen Absichtserklärungen in Farnborough sowie die "2" beim A220-100.
© aero.de (boa) | Abb.: aero.de (boa) | 25.08.2018 10:03

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Beitrag vom 26.08.2018 - 18:44 Uhr
Zitat: "Laut Embraer ist er zehn Prozent sparsamer als sein direkter Konkurrent A220-200."

Kein großes Kunststück, schließlich gibt es keinen A220-200 ;-)
Wenn man mit der A220-100 vergleicht: dies ist auch gut 10% größer, so dass sich der geringere Verbrauch wieder relativiert.

Da haben's recht ,ausserdem ist der Bericht nicht korrekt ,es wurden in England nur 25 der neuen Version Fix bestellt, der Rest der alten Version ,und auch keine 300, alles aus den Fingern gesogen von dieser Redaktion,die sollten vorher etwas besser recherchieren, dann wird einem sicher gesagt mit Optionen, mit denen werden von der neuen Version auch nicht viel mehr.
Beitrag vom 26.08.2018 - 01:57 Uhr
Ganz sicher ist die E190-E2 kein schlechter Flieger.

Aber als Vergleichsmodell die Dash 8 heranzuziehen ist wohl doch etwas sehr weit hergeholt.

Das sind grundsätzlich verschiedene Welten.
Beitrag vom 25.08.2018 - 14:31 Uhr
Ich habe bereits 20 Flüge in der Embraer E190-E2 bei Wideroe als Passagier absolviert und kürzlich ein paar Eindrücke aus der Kabine auf Facebook gepostet. Vielleicht interessiert es den einen oder anderen hier:

 https://www.facebook.com/story.php?story_fbid=1508524769248217&id=297767763657263


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