Gepäck und Sitzplatzwahl
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Brasilien stellt Zusatzgebühren bei Flugbuchungen in Frage

Norwegian Air Shuttle Boeing 737-800
Norwegian Air Shuttle Boeing 737 Max, © The Boeing Company

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BRASÍLIA - Norwegian Air darf in Brasilien an den Start gehen: die Billigairline hat die Erlaubnis, dort Passagiere, Post und Fracht zu befördern. Ob sie ihr Geschäftsmodell eins zu eins nach Brasilien exportieren kann, ist jedoch fraglich. Auch andere Airlines bangen um Einnahmen.

Denn der brasilianische Senat hat im August ein Gesetz auf den Weg gebracht, das es Airlines verbieten soll, Gebühren für die Auswahl des Sitzplatzes zu erheben. Extra-Gebühren für Gepäck - in Brasilien erst seit 2016 erlaubt - stehen ebenfalls auf der Kippe.

Norwegian Air drückt sich diesbezüglich vorsichtig aus. "Norwegian muss wie eine moderne Airline arbeiten, damit sie in einen neuen Markt eintreten und folglich Jobs schaffen und die Wirtschaft ankurbeln kann", sagte ein Norwegian Air-Sprecher.

Neumodische Geschäftsmodelle nach Brasilien zu bringen, ist für Airlines allerdings kein leichtes Unterfangen. Airlines, die im internationalen Geschäft bis zu 40 Prozent ihres Umsatzes mit Zusatzgebühren für Gepäck oder bevorzugte Sitzplätze bestreiten, mussten in Brasilien erst darum kämpfen, diese Zusatzgebühren überhaupt erheben zu dürfen.

Nachdem die brasilianischen Gesetzgeber 2016 sie für Gepäck erlaubt hatten stieg im vierten Quartal 2017 auch der Umsatz der brasilianischen GOL und der Azul Linhas Aéreas in der Kategorie zusätzlicher Verkäufe um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Nun fordert die nationale Anwaltsvereinigung, diese Gebühren zu verbieten. Ihr zufolge sind sie illegal und schaden dem Verbraucher.

Regierung zog sich 2002 aus der Preisregulierung zurück

Im Jahr 2002 hat die damalige Regierung die Regulierung der Ticketpreise abgeschafft. "Wir waren immer Befürworter des freien Wettbewerbs ohne Regulierung", sagte GOL-Chef Paulo Sergio Kakinoff im August 2018 in São Paulo. "Gol würde es gar nicht geben, wenn es nicht die freie Preisfindung gäbe."

Laut dem Chef von Avianca Brasil Frederico Pedreira sind die durchschnittlichen Ticketpreise seit der Deregulierung von 600 auf 200 brasilianische Reais gefallen.

Die LATAM Airlines Group bedauert in einer Stellungnahme "den Vorschlag einer Regulierung, die dem Servicemodel globaler Airlines entgegensteht."

Andere Airlines wie Azul befürworten die Abschaffung der Extra-Gebühr für Sitzplätze. Wird der Gesetzentwurf tatsächlich verabschiedet, wird es für einige Airlines schwieriger werden, in Brasilien Geld zu verdienen.

© Bloomberg, aero.de (boa) | Abb.: Norwegian Air | 04.09.2018 14:32


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