Zivil und militärisch
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Boeing und Embraer starten PR-Offensive für Joint Venture

SÃO PAULO - Boeing und Embraer sind ins Licht getreten: auf einer Homepage werben die beiden Flugzeugbauer nun offiziell für ihre geplanten Joint Ventures. Unter dem Stichwort "gemeinsam Fliegen" wollen sie das umfangreichste und vollständigste Portfolio der Luftfahrt bieten.

Die neue Homepage "voandojuntas" offenbart Einiges, worüber in den Medien zuletzt ausgiebig spekuliert wurde. Die beiden Flugzeugbauer planen demnach zwei Joint Ventures: eines für die zivile Luftfahrt und eines für das Militärflugzeug KC-390.

An dem Joint Venture für die zivile Luftfahrt soll Boeing 80 Prozent, Embraer 20 Prozent halten. Eine wichtige Botschaft an die Brasilianer: der Sitz des Joint Ventures soll Brasilien sein, auch das Top-Management, Präsident und CEO sollen von dort aus agieren. Ob es einen Verteilungsschlüssel für die Nationalität von Präsident und CEO geben soll, geht aus dem Text nicht hervor.

Insgesamt 20 Passagierflugzeugtypen plus Frachtversionen wollen Boeing und EMbraer in ihr ziviles Joint Venture einbinden.
Insgesamt 20 Passagierflugzeugtypen plus Frachtversionen wollen Boeing und EMbraer in ihr ziviles Joint Venture einbinden., © voandojuntas.com.br

Mit dem zivilen Joint Venture decken Boeing und Embraer einen Markt von Flugzeugen für siebzig bis zu über 450 Sitzen ab. Insgesamt 20 Passagierflugzeugtypen von der Embraer E170 bis zur Boeing 747-8 wollen sie in das Joint Venture einbeziehen - plus die Frachtversionen.

Embraer soll zu Boeings "Exzellenzzentrum" für Flugzeuge mit einer Größe bis zu 150 Sitzen werden. In diesem Bereich klafft tatsächlich eine Lücke im Portfolio des US-amerikanischen Flugzeuggiganten.

Sie sticht durch den Deal zwischen Airbus und Bombardier bei der ehemaligen CSeries und heutigen A220-100 und A220-300 besonders ins Auge. Dieser Deal gilt Branchenkennern zugleich als ausschlaggebende Triebfeder für das nun geplante Joint Venture.

Joint Venture im militärischen Bereich

Für Boeing und Embraer ist in diesem Zusammenhang eine gewisse Eile geboten. Dennoch müssen sie sich in Geduld und Vorsicht üben. Da die brasilianische Regierung eine "Goldene Aktie" an Embraer hält, ist ohne ihre Zustimmung kein Deal möglich.

Befürchtungen äußerten die Brasilianer während der Verhandlungen besonders bezüglich der Souveränität über die Rüstungsprojekte Embraers. Diese Zweifel versuchen Boeing und Embraer nun auszuräumen.

Das zweite Joint Venture soll sich auf das Militärflugzeug "KC-390" beschränken. Andere militärische Projekte Embraers sollen außen vor bleiben.

"Wir betonen, dass die militärische Sparte Embraers unter der vollen Kontrolle Embraers bleibt und das die geplante Vereinbarung die Souveränität der brasilianischen Regierung und insbesondere des Verteidigungsministeriums und der brasilianischen Luftwaffe wahrt", heißt es auf der Homepage.

Das Verteidigungsministerium hat erst im August ein deutliches Signal an die beiden Wunschpartner gesendet. "Jetzt ist noch nicht der richtige Moment, Stellung zu beziehen", sagte damals Verteidigungsminister Joaquim Silva e Luna. "Wir stellen uns vor, dass die Angelegenheit nach den Wahlen an die Regierung herangetragen wird. Etwa im November."

Dann sind in Brasilien bestenfalls die Wahlen gelaufen und die neue Regierung wird erst im Januar vereidigt. "Einige Angaben auf dieser Homepage können "perspektivisch" sein", schreiben Boeing und Embraer. "Viele Faktoren können dazu beitragen, dass die wirklichen Resultate sich von den Perpektiven unterscheiden."
© aero.de (boa) | Abb.: Embraer, Boeing | 19.09.2018 11:27

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Beitrag vom 20.09.2018 - 14:23 Uhr
die 777-10 ist zwischen der 777-8 und der 777-200LR angesiedelt?
Beitrag vom 20.09.2018 - 08:04 Uhr
Was war noch der Grund für MOM oder 797?
Das „vollständigste Portfolio“!
Beitrag vom 19.09.2018 - 11:32 Uhr
Damit das Joint Venture Erfolgschancen hat, sollten sie aber schon in der Lage sein, die eigenen Flugzeuge richtig zu benennen.
Oder wird aus der 787-10 bald die 777-10?


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