Problemtriebwerk Trent 1000
Älter als 7 Tage

Rolls-Royce rechnet erst ab 2020 mit Entspannung

DERBY - Anfang Juni erreichte die Trent-1000-Krise vorläufig ihren Höhepunkt: 50 Boeing 787 legten Zwangspausen ein - Flugsicherheitsbehörden ließen Triebwerke auf Korrosion und gefährliche Risse an Verdichterschaufeln checken. Rolls-Royce rechnet damit, dass der Ausnahmezustand erst 2020 abflacht.

British Airways, Virgin Atlantic, Norwegian, All Nippon Airways (ANA), Air China und Air New Zealand sind nur einige Namen auf der langen Liste betroffener 787-Betreiber.

All Nippon Airways Boeing 787-8 mit Rolls-Royce Trent 1000
All Nippon Airways Boeing 787-8 mit Rolls-Royce Trent 1000, © Rolls-Royce

"Wir arbeiten uns Triebwerk für Triebwerk vor", kommentierte Rolls-Royce Chef Warren East die Lage im August. Innerhalb der nächsten "12 bis 18 Monate" will Rolls-Royce die technischen Schwachstellen weitgehend, bis 2022 endgültig beheben. Gesamtkosten für den Konzern: mindestens 1,65 Milliarden US-Dollar.

Ende 2018 soll eine technische Lösung für Korrosions- und Ermüdungsrisse an den Schaufeln der Mitteldruckturbine tief im Inneren der Trent 1000 Serien B und C vorliegen. Eine Wartungswelle wie Anfang Juni wird sich laut Rolls-Royce zwar nicht wiederholen, doch bleiben die Triebwerke eine Achillesferse in der Einsatzplanung.

Defektes Trent 1000 einer Boeing 787-9 von Air New Zealand
Defektes Trent 1000 einer Boeing 787-9 von Air New Zealand, © TAIC


Sonderinspektionen an 136 Triebwerken zwangen All Nippon Airways im Juli zur kurzfristigen Absage von 113 Inlandsflügen. Air New Zealand flog neun ihrer 13 787-9 zu zehntägigen Ultraschallprüfungen der Triebwerke nach Singapur. Die EASA hatte im April Inspektionsrhythmen für 380 Trent 1000 "C" Triebwerke von 200 auf 80 Flüge verdichtet.

Eine Ursache für die eingeschränkte Lebensdauer der Triebwerke konnte Rolls-Royce inzwischen ausmachen: nach Informationen der "Air Transport World" nutzen sich die Trent 1000 bei Einsätzen unter hoher Luftverschmutzung - etwa unter den Bedingungen in asiatischen Großstädten - schneller ab.

Brisanter Zwischenfall bei LOT

Das von der US-Luftfahrtaufsicht FAA von fünfeinhalb Stunden auf zwei Stunden und 20 Minuten zurückgestufte ETOPS verkompliziert die Streckenführung auf Überseeflügen, auf denen Ausweichflughäfen entlang der Route rar sind. Air New Zealand hat für USA-Flüge kurzfristig zwei Boeing 777 geleast.

Bei Air New Zealand brachen Anfang Dezember 2017 an zwei Boeing 787-9 Triebwerkschaufeln im Flug. Auch im laufenden Jahr mussten Piloten wegen Triebwerksdefekten Flüge abbrechen. LOT 6506, eine 787-8, von Cancún nach Warschau drehte im März mit einem abgeschalteten Triebwerk nach New York JFK ab. Nach der Landung stellten Techniker auch am zweiten Triebwerk einen Defekt fest.
© aero.de | Abb.: TAIC | 22.09.2018 08:20


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