Luftfahrtgipfel
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Frostige Stimmung zwischen Lufthansa und Flughäfen

Lufthansa in München
Lufthansa in München, © Lufthansa

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DÜSSELDORF - Vor dem Luftfahrtgipfel am Freitag haben deutsche Flughäfen den Vorstoß der Lufthansa für Kapazitätsbegrenzungen kritisiert. Die Forderungen der Lufthansa hätten eine hohe Brisanz für die Flughafenstandorte, zitiert die "Rheinische Post" aus einem Brandbrief der Flughäfen.

In dem Schreiben an Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) warnen die Chefs der vier Großflughäfen Frankfurt, München, Düsseldorf und Berlin-Tegel davor, die Kapazität zu senken, um Verspätungen zu vermeiden.

Sprecher des Frankfurter Airport-Betreibers Fraport sowie des Verkehrsministeriums wollten den Bericht am Mittwoch nicht kommentieren. Der Flughafen München nannte das Ansinnen der Lufthansa gegenüber aero.de "weder angezeigt noch geboten".

Das Verhältnis zwischen Flughäfen und Fluggesellschaften ist seit Wochen angespannt. Auslöser war ein Antragder Lufthansa, die Kapazitäten an den wichtigsten Flughäfen und sogar im gesamten deutschen Luftraum zu senken. Auf diesem Weg will Lufthansa-Chef Carsten Spohr ein erneutes Flugchaos wie in diesem Sommer verhindern.

Die Flughäfen fürchten hingegen um ihr Geschäft mit den Passagieren und sehen sich auch nur im geringen Maße verantwortlich für Ausfälle und Verspätungen. Sie vermuten, dass Lufthansa ihren Flugplan entlasten will, ohne dass Konkurrenten freie Slots nachbesetzen.

Lufthansa fordert Limits

Konkret hatte Lufthansa eine temporäre Verknappung von Slots angeregt: in Frankfurt und München sollte der Stundeneckwert für 24 Monate um je zwei auf 102 beziehungsweise 88 Starts- und Landungen zurückgenommen werden. In Düsseldorf und Berlin-Tegel will Lufthansa pro Tag nicht  mehr als 690 respektive 590 Flüge starten und landen sehen.

Durch Rücknahmen würden "die realen Luftraumkapazitäten" der Flugsicherung in "realistische Flughafenkapazität übersetzt", heißt es in einem Schreiben der Lufthansa an die Bundesregierung.

Der Flughafenverband ADV sieht die Kapazitätsobergrenzen nicht als zentralen Hebel zur Bewältigung der Pünktlichkeitsprobleme. Notwendig seien höhere Kapazitäten bei der Flugsicherung, stabilere Flugpläne der Airlines, schnellere Sicherheitskontrollen am Boden und der Ausbau der Infrastruktur.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Lufthansa | 04.10.2018 06:13

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Beitrag vom 04.10.2018 - 16:53 Uhr
Höhere Kapazitäten bei der Flugsicherung - nicht kurzfristig erreichbar.
Stabilere Flugpläne der Airlines - außer Kontrolle der Airlines? Streiks des Personals - Zuverlässigkeit des Fluggeräts?
Schnellere Sicherheitskontrollen am Boden - kurzfristig auch nicht machbar, wenn die Qualität stimmen soll
Ausbau der Infrastruktur- dto. Dafür braucht es Platz, Zeit und fähiges Personal, alles nicht kurzfristig zu haben.

Zu letzterem Punkt könnten die Flughäfen kontern und fordern die Flieger nur zum Teil auszulasten, damit weniger Paxe durch die Kontrolle müssen. Ist aber irgendwie auch nicht wirtschaftlich, für LH.

Ich hoffe dass man bei einem Ansinnen wie dem der LH mal klärt wo die Probleme im Luftraum genau sind. Die Forderung deutet darauf hin dass die Terminalareas hauptsächlich betroffen sind und weniger die oberen Lufträume. Wenn aber durch einen freiwilligen Verzicht andere Airlines den oberen Luftraum in der Zwischenzeit Vollknallen oder verstärkt von sekundären Flughäfen starten und landen wäre eine solche Maßnahme nicht nur ein Bärendienst für die großen Flughäfen, sondern auch für LH selber, da man dezentral nicht so gut aufgestellt ist und die Konkurrenz dann eher von den dezentralen Airports Passagiere für Ihre Hubs absaugen kann. Zwei Jahre ist da eine verdammt lange Zeit.



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