Indischer Großkunde
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Boeing sorgt sich um Stabilität von Jet Airways

Jet Airways Boeing 737 MAX 8
Jet Airways Boeing 737 MAX 8, © The Boeing Company

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NEW DELHI - Jet Airways kämpft. Die Airline ist Medienberichten zufolge so knapp bei Kasse, dass sie im September zum zweiten Mal in Folge das Gehalt ihrer Mitarbeiter nicht komplett oder gar nicht bezahlen konnte. Boeing macht sich wegen der Lage seines indischen Großkunden langsam Sorgen.

"Ja, wir sind besorgt", zitiert die "Economic Times" Boeing-Vertriebschef für Asien-Pazifik und Indien, Dinesh Keskar. "Wir haben gerade erst fünf 737 MAX geliefert und wir werden weiter mit ihnen zusammen arbeiten."

Boeing griff Jet Airways im Sommer laut Medienberichten finanziell unter die Arme - der Hersteller überwies geleistete Anzahlungen für 737 MAX an Jet Airways zurück.

Jet Airways hat laut Boeing-Auftragsbuch noch 120 Bestellungen für 737 MAX und zehn Bestellungen für 787 Dreamliner offen. Zugleich schreiben verschiedene Medien, dass die Airline im August einen Teil der Gehälter der Führungsebene, im September die Gehälter der Piloten nicht bezahlen konnte.

"Zunächst einmal möchten wir uns bei Ihnen für die verspätete Zahlung Ihres Gehalts entschuldigen und Ihnen für die Geduld in dieser Sache danken", zitiert der "New Indian Express" aus einer E-Mail des Jet Airways-Personalchefs Rahul Taneja an die Mitarbeiter. "Wir danken Ihnen zutiefst für das, was Sie täglich für Jet Airways leisten."

Der "Financial Express" berichtet vom Grounding einer Boeing 777-300ER und eines Airbus A330 und beruft sich dabei auf anonyme Quellen. Ihnen zufolge werden beide Flugzeuge als Ersatzteillager ausgeschlachtet.

Finanzspritze aus Abu Dhabi

"Wir haben ein Auge auf Jet Airways", sagt der indische Zivilluftfahrtminister RN Choubey zum "New Indian Express". "Bisher haben sie nicht um Hilfe gebeten."

Aussicht auf eine Finanzspritze deutet sich von Seiten eines Partners an. Wie "Bloomberg" berichtet, will die ebenfalls klamme Golfairline Etihad Airways für das Jet Airways Vielfliegerprogramm 35 Millionen US-Dollar bezahlen.

Die Frage ist, ob das genügen wird, um Jet Airways wieder auf Kurs zu bringen. Steigende Spritpreise und die wachsende Konkurrenz aus dem Billigsegment machen Kurskorrekturen nicht einfacher.

Der Chef für das internationale Geschäft des Triebwerkherstellers CFM, Gael Méheusta, gibt sich optimistisch. "Bisher hatten wir keine Schwierigkeiten mit Jet Airways", sagte er zum "Indian Express". "Die Verträge laufen weiter und wir halten zu ihnen."
© aero.de (boa) | Abb.: Jet Airways | 16.10.2018 08:06


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