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Austrian gibt Flüge im Österreich-Deutschland-Verkehr ab

Austrian A321 OE-LBD neue Logo
Austrian A321 OE-LBD im neuen Logo, © Austrian Airlines

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WIEN - Die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) wird künftig zahlreiche Flüge zwischen Österreich und Deutschland nicht mehr bedienen. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen bei Flügen von Düsseldorf, Frankfurt und Stuttgart in die österreichischen Bundesländer die Lufthansa und Eurowings einspringen.

Als Auslöser für diesen Schritt nennt AUA-Chef Alexis von Hoensbroech eine vorgezogene Ausflottung der 18 Q400 Turboprops bis 2021. Austrian will demnach den dezentralen Österreich-Deutschland-Verkehr im Lufthansa-Konzern neu organisieren.

"Diese für uns dezentralen Flüge fliegen genau zu Basen, wo am anderen Ende Eurowings oder Lufthansa sind. Wir gehen davon aus, dass von denen künftig geflogen wird", sagte von Hoensbroech am Donnerstag. Unter dezentralen Flügen versteht die Airline alle Flüge, die nicht in Wien starten. Sechs Crew-Basen werden geschlossen.

Im Gegenzug will AUA ihr Drehkreuz Wien massiv stärken. Dafür will sie auch in neue Flugzeuge investieren. "Wir werden über 200 Millionen Euro in den Ausbau der Kontinental-Flotte investieren und unsere Position in Wien damit deutlich stärken können", sagte von Hoensbroech.

Konkret sollen zehn zusätzliche  Jets der Airbus A320-Familie die Teilfotte auf 46 Flugzeuge vergrößern. Auf der Langstrecke hat AUA einige Ziele aus dem Programm genommen, etwa Havanna, Colombo und Hongkong.

Austrian braucht neue Langstreckenflugzeuge

Über Austrian Airlines
Typ Linienfluggesellschaft
Basis Wien
Maschinen 83
Destinationen 120
Routen 135
© Daten bereitgestellt von ch-aviation
Dadurch will sie ihre Profitabilität steigern und auch für die Langstrecke neue Maschinen anschaffen. Ihre sechs Boeing 767 sind durchschnittlich 23 Jahre alt, ihre sechs Boeing 777 durchschnittlich knapp 18 Jahre.

Lufthansa-Chef Carsten Spohr hat die Airlines der Gruppe in den vergangenen Monaten wiederholt zu mehr Profitabilität angetrieben und Flottenerneuerungsrunden als Druckmittel eingesetzt.

Noch im Oktober 2018 hielt selbst AUA-CEO von Hoensbroech eine Investition in neue Flugzeuge für unwahrscheinlich. "Der Renditeabstand macht es nicht leicht, Investitionen auf die AUA zu ziehen", sagte der Manager aero.de. "Wir müssen innerhalb der Lufthansa-Gruppe erst investitionsfähigkeit erreichen."

Insgesamt beförderte Austrian Airlines im vergangenen Jahr 13,9 Millionen Passagiere - ein Plus von 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
© aero.de (boa), dpa | Abb.: Austrian Airlines | 17.01.2019 12:30

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Beitrag vom 22.01.2019 - 14:52 Uhr
Geht mir genau so. Aber da die Zahl der Satuskunden stetig wächst scheint das Angebot durchaus einen Nerv zu treffen. Gegenargument außer allgemeine Befürchtungen habe ich keines gefunden.

Aber ich fühle mich gut und die Probleme im Leben sind nicht im Job. Da fühle ich mich gut aufgehoben. Wenn ich bei AZ oder AF wäre ginge es mir anders.
Beitrag vom 22.01.2019 - 13:58 Uhr
Natürlich ist es nicht SOOOO einfach... Sonst könnte es ja jeder machen.

Trotz allem, beschleicht mich in vielerlei Hinsicht ein ungutes Gefühl, gerade wenn "die Zahlen stimmen", man immer wieder in Kauf nimmt, Loyalität zu verlieren. Langfristig bekomme ich dann Bedenken, ob das so nachhaltig ist...

Das mag natürlich alles täuschen und zur tatsächlichen Nachhaltigkeit absolut notwendig sein.
Beitrag vom 22.01.2019 - 13:32 Uhr
Sie haben das sehr schön beschrieben.
Allerdings erzeugt man damit noch ein zusätzliches Problem. Denn einen guten Teil der Preisgestaltung hängt von der Loyalität der eigenen Kunden ab. Diese erhält man normalerweise, in dem sich auch eine Firma loyal gegenüber den Kunden verhält. Also eventuell auch Konstrukte am Leben erhält, die vielleicht nicht den besten Profit bringen.
Ansonsten läuft man als Firma Gefahr, dass man noch austauschbarer wird, als man es sowieso schon in weiten Teilen ist. Und damit erzeugt man als Firma genau die Spirale, die man eigentlich so sehr fürchtet. Denn irgendjemand wird das Produkt immer billiger anbieten, als man es selbst kann.

Nun, so schlau sind die auch :-) Wenn ich mir die internen Präsentationen und Vorträge zu diesem Thama ins Gedächtnis rufe, dann sind die zum Teil sehr detailliert auf Ursache/Wirkung und Kosten/Nutzen runtergebrochen. Das ist kein Teesatzlesen. Selbst die Auswirkung kleinster Stellschrauben sind heutzutage messbar. Allerdings wird man manchmal auch überrascht, gut wie schlecht. Klar ist das enttäuschend, wenn man merkt das man nicht mehr Mr. Superkunde ist, verzichtbar wird. Das krazt am Ego und man ist beleidigt. Wäre ich auch. Alles bildlich gesprochen.

Ich sehe aber auch das Problem, dass das der Kunde Tagesrandverbindungen fordert, aber nicht dafür bezahlen möchte, wenn der Flieger den Rest der Zeit rum steht (siehe AUA). Den "wahren" Preis für diese Tagesrandverbindungen zu zahlen, ist man nämlich schon lange nicht mehr bereit.

Tja, das ist der Spagat, der Kopromiss den man schaffen muss. Aber der Kunde will keinen Kompromiss, der will für sich das Beste, daher fühlt er sich schlecht wenn seine eingerichtete Wohlfühlecke neu möbliert wird und man wird Kunden verlieren. Die Kunst ist die Balance. Die scheint man zu finden wenn man sich die gesamten Zahlen anschaut, Auslastung und Ertrag. Der Kunde sieht aber nur sich, das ist sein gutes Recht.

Dieser Beitrag wurde am 22.01.2019 13:38 Uhr bearbeitet.


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