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Air France-KLM signalisiert Interesse an Alitalia

Alitalia Airbus A320
Alitalia Airbus A320, © Alitalia

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ATLANTA - Medienberichten zufolge hat Air France-KLM sich bereit erklärt, gemeinsam mit Delta Air Lines bis zu vierzig Prozent einer neuen Alitalia zu übernehmen. Bis zum 29. Januar muss die staatliche Bahngesellschaft FS beschließen, mit wem sie die Mammutaufgabe Alitalia stemmen will.

"Delta verhandelt mit Alitalia", zitiert "IlSole" den Chef für den östlichen Mittelmeerraum bei Air France, Jerome Salemi. "Wir hören aufmerksam zu, aber wir verhandeln nicht."

Zugleich berichtet die Zeitung unter Berufung auf Insider, die namentlich nicht genannt werden wollen, dass Air France-KLM dazu bereit ist, gemeinsam mit Delta mit bis zu vierzig Prozent in eine neue Alitalia einzusteigen.

Die staatliche Bahngesellschaft Ferrovie dello Stato würde in diesem Modell 20-25 Prozent übernehmen, weitere öffentliche Träger den Rest.

Easyjet, die bisher als potenzielle Zubringerairline für die Langstrecken des Kooperationskonstruktes gehandelt wurde, könnte einige Flugzeuge der insolventen Airline kaufen. Besonders interessiert ist Easyjet demnach am Betrieb um Milano Linate.

Auch die Lufthansa verhandelt dem Bericht zufolge weiterhin mit der FS, die sie als Minderheitseigner akzeptieren würde. Die FS muss bis zum 29. Januar entscheiden, mit wem sie exklusive Verhandlungen eingeht.

Ein gemeinsames Engagement von Delta und Air France-KLM bei Alitalia passt zur Konsolidierungsstrategie, welche die drei Airlines derzeit umsetzen und die ihre Position auf den Nordatlantik-Routen stärken soll.

Lufthansa dagegen hat Mitte Januar bekanntgegeben, dass sie ihre italienische Tochter Air Dolomiti massiv aufflotten und mit ihrer hilfe die Verbindung nach Italien weiter stärken wird.

Für die Aliltalia-Mitarbeiter bleibt die Anspannung bestehen. Keine der möglichen Lösungen wird nach dem momentanen Stand der Dinge ohne Entlassungen umgesetzt.

Auch die von Qatar Airways unterstütze Konkurrentin Air Italy dürfte die neuen Entwicklungen genau verfolgen. Mit Air France-KLM und Delta an ihrer Seite formiert sich Alitalia als unerwartet starke Widersacherin.
© aero.de (boa) | Abb.: Alessandro Ambrosetti | 21.01.2019 12:22

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Beitrag vom 21.01.2019 - 17:42 Uhr
Wer kann etwas zu den Bedingungen sagen?
Als Minderheitsaktionär hatte Etihad schlechte Karten und ist ausgestiegen.
Glauben AF/Klm und Delta bessere Aussichten zu haben?
Die aktuelle Regierung muss nun mal etwas vorweisen.
Beitrag vom 21.01.2019 - 16:03 Uhr
Tja, ich sehe das so: Einer weniger.

Und ich sprech da nicht von Alitalia, sondern von AF KLM.
Das dieses Konstrukt in der Konstellation irgnedwie funktioniert halte ich für ausgeschlossen.
Ohne radikalreform und mit dem Staatseinfluss via direkte und indirekte Anteile (Staatsbahn) bleibt ein echter Wandel aus.
Alitalia wird damit der dauerhafte Patient bleiben der er ist.

Diese doppelten Hubs mit Rom und Mailand, dazu die Situation in Mailand wo mit Linate und Bergamo gleich 3 Airports zur Verfügung stehen und die Verkehr von Malpensa wegziehen,
dazu Air Dolomiti die im wirtschaftlich starken norden von Verona aus wegshutteln
und der Marktführer Ryanair, der einfach das anbietet was in Italien gebruacht wird - billige tickets.
Oben drein kommt jetzt Air Italy.

Was will AF KLM mit dem Laden eigentlich? Die haben doch selbst genug Probleme und ein dauerhaft defizitäres Geschäft in Italien bringt die doch nicht weiter.
Die Flotte ist alt und hat die kleineren Modelle von B777 und A330, ersatzbestellungen gibt es nicht und investitionsfähig ist man auch nicht.
man hat keine 100 Flugzeuge mehr und dafür viel zu viel Personal.
Das wird man aber sicher nicht los, dafür wird der Staat Italien schon sorgen.

Es bringt doch wirklich nichts wenn AF KLM sich noch die kränkelnde Alitalia ins BBoot holt. Zumal deren Markt eh stark angegriffen ist und die wirtschaftliche und politishce Situation in Italien eine Katastrophe ist.
Beitrag vom 21.01.2019 - 12:55 Uhr
Alle guten Dinge sind Vier.
Seit Ende der 90er Jahre gab es sowohl von LH als auch KLM/Air France mehrere Versuche Alitalia zu übernehmen. Bei Lufthansa versuchte man den Einstieg über Air One, das scheiterte. Danach versuchte LH einen eigenen Italienableger zu etablieren. Das scheiterte auch. Jetzt soll Air Dolomiti das Geschäft an sich reißen. Ein Direkteinstieg von LH bei Alitalia ist dann wohl passe und das ist auch gut so. Auch der nunmehr vierte Anlauf von KLM bzw. KLM/Air France scheint nicht zu verfangen ob der starken Widerstände der Gewerkschaften bei Alitalia.

Man darf gespannt sein ob es Alitalia nicht bald so ergeht wie einst Olympic Airways. Der Neuauftakt in Griechenland mit Aegean Airlines hat sich als positiv erwiesen. Es prangen sogar zum Teil Olympic Airways/Aviation Logos auf den Maschinen. Genug für die Wahrung des Nationalstolzes, wie ich finde.

Ein ähnliches Modell könnte für Alitalia auch angezeigt sein. Die Frage ist schließlich wen Italien diesen Job am ehesten zutraut, einer Air Dolomiti oder einer Air Italy (ex Meridiana).

Die große Frage lautet für mich, warum sollte eine Verflechtung mit KLM / Air France ausgerechnet diesmal klappen, speziell nachdem sich Etihad eine blutige Nase geholt hat.

Damit das Model Aegean allerdings funktioniert müsste Alitalia allerdings technisch erstmal k.o. sprich insolvent gehen um sich von Altlasten trennen zu können, sonst wird das nichts.


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