Airline unter Druck
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Aerolíneas Argentinas will moderner und billiger werden

Aerolineas Argentinas Boeing 737 MAX 8
Aerolineas Argentinas Boeing 737 MAX 8, © Boeing

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BUENOS AIRES - Schwere Zeiten für Aerolíneas Argentinas: Präsident Mauricio Macri hätte die staatliche Airline gerne los. Billigkonkurrenten, die Aerolíneas bis 2018 nicht fürchten musste, erobern rasant den Markt der Inlandsflüge. Nun geht die Airline in die Offensive und modernisiert Kabine und Preismodell.

70 Prozent des argentinischen Inlandsmarktes will Aerolíneas Argentinas für sich sichern. Ein ehrgeiziges Ziel, denn die jungen Konkurrentinnen Flybondi und Norwegian Air Argentina kämpfen mit harten Bandagen um ihren Teil des weitgehend unerschlossenen argentinischen Luftraums - offensive Marktingkampagnen gegen die Hausdame und Dumpingpreise eingeschlossen.

973.000 Passagiere transportierte Flybondi in ihrem ersten Jahr in Argentinien von Januar 2018 bis Januar 2019 - und hat damit in zwölf Monaten acht Prozent des Marktes erobert.

Norwegian Air Argentina hat im Oktober 2018 - ihrem ersten Monat in Argentinien - dort gut 30.000 Passagiere befördert, im Januar 2019 waren es bereits 100.000.

Und Aerolíneas Argentinas? 9,8 Millionen Passagiere transportierte die Airline im Inland laut ihrem CEO Luis Malvido 2018. Dennoch schien die ohnehin finanziell schwer angeschlagene Airline in den ersten Monaten nach der Ankunft der Neuen in einer Art Schockstarre.

Zusätzlich verhandelte das Management zeitweise mit bis zu sechs Gewerkschaften über Reformen und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
Malvido rechnete schon im September 2018 damit, dass seine Airline bis Ende des Jahres 180 Millionen US-Dollar an Subventionen verbrauchen würde.

Knapp 200 Millionen US-Dollar waren es laut Transportminister Guillermo Dietrich dann tatsächlich. Geld, das der argentinische Staat eigentlich nicht hat. Das Land kämpft mit einer Hyperinflation und einem schwachen Peso, Präsident Mauricio Macri ist Dauergast beim privatisierungsfreudigen Internationalen Währungsfonds IWF.

Airline spart sich Business Class im Inland

Doch in diesem Jahr will die Airline in die Offensive gehen und 135 Millionen US-Dollar in ihre Modernisierung investieren: 30 Millionen sollen in die Erneuerung der Kabinen der Inlandsflotte fließen - 31 Boeing 737-800.

Bei dieser Gelegenheit wird Aerolíneas laut Luis Malvido die Business Class im Inland komplett abschaffen und durch eine Premium Economy ersetzen. 500 zusätzliche Sitze soll das der Flotte bescheren.

Über Aerolineas Argentinas
Typ Linienfluggesellschaft
Basis Buenos Aires Ezeiza
Maschinen 56
Destinationen 57
Routen 130
© Daten bereitgestellt von ch-aviation
"Das Ziel besteht darin, mehr Platz zu gewinnen, indem wir die Business Class abschaffen und alle Sitze durch moderne austauschen", zitiert ihn "AmericaEconomia". Zugleich sollen die Flugzeuge mit WiFi ausgestattet werden.

Bereits seit dem 4. Februar gilt eine neue Tarifstruktur. Die Passagiere sollen, ähnlich wie bei der Billigkonkurrenz, nur noch das bezhalen, was sie wirklich brauchen - und zwischen den Tarifen Basis, Plus, Flex und Club Economy wählen können.

Auch ihre Wartungsinfrastruktur will die Airline verbessern und sich durch Serviceangebote für andere SkyTeam-Airlines zusätzliche Einnahmequellen schaffen.

"Der Luftfahrtmarkt wächst gut", sagte Luis Malvido. "Aber er hat noch längst nicht sein volles Potenzial erreicht. Aerolíneas steht mit einem Marktanteil von fast 70 Prozent in der Verantwortung, dieses Wachstum anzuschieben." Zumindest rhetorisch hat das Management sich inzwischen an das neue Wettkampfklima angepasst.
© aero.de (boa) | Abb.: Aerolíneas Argentinas | 08.02.2019 08:13


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