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Qatar Airways sponsert IATA-Diversity Awards

IATA Diversity and Inclusion Awards
IATA Diversity and Inclusion Awards, © IATA, Qatar Airways

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GENF - Die Internationale Airline-Organisation IATA will in diesem Jahr zum ersten Mal bei "Diversity and Inclusion Awards" herausragende Frauen in der Luftfahrt auszeichnen. Die Initiative stößt auf Kritik - und das liegt vor allem am Sponsor: Qatar Airways.

Die IATA sieht Auszeichnungen in drei Bereichen vor: eine für Frauen über 30, die eine führende Position in der Luftfahrt innehaben und sich stetig dafür einsetzen, dass auch andere Frauen ihren Platz in der Branche finden.

Die andere Auszeichnung soll an Frauen unter 30 gehen, die in der Branche auf dem Weg nach oben sind. Die dritte Auszeichnung hat die IATA für Unternehmen in der Luftfahrtindustrie vorgesehen, die sich besonders für die Vielfalt in ihrer Belegschaft engagieren.

Jede Auszeichnung ist mit 25.000 US-Dollar dotiert, Sponsor ist Qatar Airways. Deren CEO Akbar Al Baker hatte bei der IATA-Konferenz im Juni 2018 einige Polemik ausgelöst als er sagte: "Natürlich muss (seine Airline, Red.) von einem Mann geführt werden, das ist ein sehr herausfordernder Job."

Dass nun ausgerechnet Qatar Airways den IATA "Diversity and Inclusion Awards" sponsert, führt zu heftiger Kritik. "Ernsthaft?" fragt etwa die Präsidentin der US-amerikanischen Flugbegleitergewerkschaft AFA Sara Nelson auf Twitter und bezeichnet das Sponsoring durch Qatar Airways als "scheinheilig".

AFA-Präsidentin Sara Nelson kritisiert die Förderung der IATA-Awards scharf, © @FlyingWithSara

Die IATA selbst steckt die Ziele der Awards so ab: "Die Diversity and Inclusion Awards" sollen dazu beitragen, die Teilhabe von Frauen in der Luftfahrtbranche auszuweiten, indem sie positive Beispiele anerkennen und ermutigen."

Qatar Airways ist "hervorgetreten und hat großzügigerweise angeboten, diese Awards in vollem Einverständnis und mit voller Unterstützung ihrer Zielsetzung zu sponsern", schreibt ein IATA-Sprecher aero.de.

Die Auswahl der Siegerinnen läuft demnach völlig unabhängig vom Sponsor. "Herr Akbar Al Baker hat sich wiederholt für seine früheren Äußerungen über Frauen in Führungspositionen bei Airlines entschuldigt."

Auch in der IATA-Pressemitteilung zu den Awards gibt sich Al Baker geläutert. "Es gibt noch viel Raum für Verbesserungen, zum Beispiel ist die Geschlechterverteilung bei weitem nicht gleich. Mit dem Sponsoring verpflichten wir uns, uns zu bessern, Bewusstsein zu schaffen und Veränderung anzuregen."

Das Thema "Frauen in der Luftfahrt" interessiert Sie? In unserer gleichnamigen Serie finden Sie Interviews, Hintergrundberichte und aktuelle Nachrichten dazu.

© aero.de (boa) | Abb.: IATA | 05.03.2019 11:54

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Beitrag vom 04.03.2019 - 11:14 Uhr
Sponsor ist Qatar Airways
Ein schönes Beispiel für Corporate Bullshitting.
Die Annahme ist offensichtlich: Mit ein bisschen Geld lässt sich doch sicher jedes Image-Problem lösen.
Wird sicher bei vielen auch wirken und Quatar wird im Geiste der so Beeinflussten zum Leuchtturm der Gleichberechtigung in einer ungerechten Welt.

Oh Mann :)

Mal ernsthaft: Wie peinlich ist das denn?


Dieser Beitrag wurde am 04.03.2019 11:17 Uhr bearbeitet.


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