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Austrian will Preiskampf in Wien vermeiden

Alexis von Hoensbroech
Austrian CEO Alexis von Hoensbroech, © Austrian Airlines

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WIEN - Austrian Airlines steht unter Ertragsdruck. Am Flughafen Wien wittern Günstigflieger eine offene Flanke des Lufthansa-Konzerns und fluten das Drehkreuz mit Sitzen. Austrian hält mit zusätzlichen Flügen dagegen - in einen langfristigen Preiskampf will sich Lufthansa trotzdem nicht verstricken lassen.

Nach einem Ergebnisrückgang im Jahr 2018 von 93 auf 83 Millionen Euro schaltet Austrian-Chef Alexis von Hoensbroech auf Angriff: "Wer sich entschließt, auf unserem Hub in Wien zu wachsen, wird damit nicht viel Spaß haben", sagte der Manager in dieser Woche in Wien.

Trotz massiver Billigkonkurrenz durch Laudamotion, Level und Wizz Air legte Austrian 2018 am Heimatdrehkreuz zu. Knapp 14 Millionen Passagieren sicherten Austrian einen Marktanteil oberhalb von 50 Prozent in Wien. Die Airline konnte sogar ihre Auslastung um 2,5 Punkte auf 79,3 Prozent steigern.

Auf acht Strecken pumpt Austrian ein Kontingent von 39 Euro Tickets in den Markt. Gleichzeitig erhöht die Airline im Sommer 2019 ihre Kapazität um monatlich 50.000 Sitze auf 300 Flügen. Die Günstigtickets hätten aber keine ergebnisrelevante Größe, relativierte von Hoensbroech den Ausflug ins Lowcost-Geschäft.

Ohnehin geht Lufthansa nicht davon aus, dass sich der Angebotsrausch in Wien über den Sommer 2019 hinaus in gleichem Tempo fortsetzen wird. Der Rahmenplan "DriveTo25" sieht für Austrian bis 2025 Kapazitätssteigerungen von lediglich zehn Prozent vor. Wichtiger als Wachstum sind Gewinne.

Austrian soll mittelfristig acht Prozent Rendite einfliegen und zu Lufthansa und Swiss aufschließen. "Wir konnten in den letzten zehn Jahren unsere Ertragsmarge um acht Punkte verbessern (Anm.: von minus vier auf plus vier Prozent), da sind auch weitere vier möglich", sagte Austrian-Finanzer Wolfgang Jani am Donnerstag in Wien.

Für das laufende Jahr rechnet Austrian jedoch mit steigendem Ertragsdruck und gibt keine Gewinnprognose ab.

Teurer Flottenumbau

Operativ will die Airline ihre Flottenkomplexität von derzeit fünf auf drei Muster zurückfahren. In den nächsten zwei Jahren wird die Airline ihre 18 Bombardier Q400 durch zehn Airbus A320 ersetzen. Kostenpunkt: 200 Millionen Euro.

In ganz anderen Dimensionen bewegt sich die Erneuerung der angegrauten Interkont-Flotte. Sechs Boeing 767-300ER und sechs Boeing 777-200ER sollen durch ein Muster mit einer Kapazität zwischen 250 und 300 Sitzen ersetzt werden. Austrian hofft auf einen Austausch eins gegen eins - und 787 oder A350 aus dem jüngsten Lufthansa-Auftrag.

Lufthansa hat in dieser Woche Bestellungen bei Airbus und Boeing über je 20 A350-900 und 787-9 angekündigt, aber offen gelassen, wie die Flugzeuge zwischen 2022 und 2027 auf die Konzernairlines verteilt werden. Gebrauchte Flugzeuge seien für Austrian ebenfalls eine Alternative, hielt von Hoensbroech die Erwartungen in Zaum.

Von der Langstrecke verspricht sich Austrian steigende Erträge. Nach einer Netzkorrektur fliegt Austrian in Sommer 2019 überwiegend täglich zu sieben Zielen in Nordamerika sowie zu vier in Asien. Mit einer Auslastung von 70 Prozent werde dabei auch die neue Premium Economy gut angenommen, heißt es aus Wien.
© aero.at | Abb.: Ingo Lang | 15.03.2019 14:59


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