Bilanz 2018
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Fraport hebt nach Gewinnsprung Dividende kräftig an

Lufthansa am Flughafen Frankfurt
Lufthansa am Flughafen Frankfurt, © Fraport AG

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FRANKFURT - Ein kräftiges Passagierplus und die Trennung vom Airport Hannover haben Fraport 2018 einen kräftigen Gewinnsprung beschert. Nach dem Flugchaos des vergangenen Sommers erwartet Vorstandschef Stefan Schulte im Passagierverkehr 2019 aber deutlich weniger Wachstum.

"Das Kernproblem ist der verstopfte Luftraum", sagte der Manager bei der Bilanzvorlage am Dienstag in Frankfurt. Er baut die Sicherheitskontrollen aus und hofft auf mehr Lotsen bei der Deutschen Flugsicherung. Dennoch dürfte es angesichts der Engpässe erneut "schwierig werden dieses Jahr".

Auch der Fraport-Aktie gelang es nicht richtig abzuheben. Nachdem sie lange leicht in der Verlustzone verharrte, lag sie um die Mittagszeit mit 0,38 Prozent im Plus. Seit dem Jahreswechsel hat sie rund 17 Prozent an Wert gewonnen.

Bis zur Inbetriebnahme des ersten Flugsteigs des Terminals 3 Ende des Jahres 2021 will die Fraport-Führung vor allem die Servicequalität am Flughafen verbessern. Priorität soll dabei die Situation an den Sicherheitskontrollen haben.

Dort hatten sich 2018 teils so lange Schlangen gebildet, dass viele Passagiere ihre Flüge verpassten. Nun sollen bis Juli in einem neuen Anbau sieben zusätzliche Kontrollspuren entstehen.

Das hilft aber nicht gegen den übervollen Himmel über Frankfurt, den auch viele Flugzeuge auf dem Weg zwischen anderen Airports kreuzen. "Wir haben ein Problem in Frankfurt, wenn wir da starten, da oben reinzukommen", sagte Schulte. "Ein fliegendes Flugzeug kann schließlich nicht mal eben so warten."

Schulte hofft auf mehr Fluglotsen

Er hofft, dass die Deutsche Flugsicherung dringend benötigte zusätzliche Lotsen findet - oder sich zumindest mit der Gewerkschaft Zusatzschichten vereinbaren kann. Um die Probleme wirklich zu lösen, brauche es aber dringend einen "effizienter organisierten europäischen Luftraum", sagte Schulte.

Auch wegen der Engpässe soll die Zahl der Fluggäste in diesem Jahr nur um zwei bis drei Prozent wachsen. 2018 war ihre Zahl um fast acht Prozent auf 69,5 Millionen gestiegen.

Fraport baut bereits an dem neuen Terminal 3 im Süden des Frankfurter Flughafens. Ende April soll auch der Bau des zugehörigen Hauptgebäudes offiziell starten.

Trotz vieler Probleme erwies sich der Passagieransturm 2018 für Fraport als Gewinnbringer. Auch deshalb können die Aktionäre - allen voran das Land Hessen und die Stadt Frankfurt am Main - ab sofort mit einer deutlich höheren Dividende rechnen. Die Ausschüttung soll um ein Drittel auf zwei Euro je Aktie steigen und für 2019 auf dieser Höhe bleiben.

2018 verdiente Fraport unter dem Strich rund 474 Millionen Euro und damit fast 44 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das lag auch daran, dass das Unternehmen seine Beteiligung am Flughafen Hannover an den britischen Finanzinvestor iCon Infrastructure verkaufte und dabei netto rund 76 Millionen Euro Gewinn einstrich. Der operative Gewinn (Ebitda) des Flughafenkonzerns legte derweil um 12,5 Prozent auf gut 1,1 Milliarden Euro zu.

Der Umsatz sprang um fast 19 Prozent auf fast 3,5 Milliarden Euro in die Höhe. Rechnet man Erlöse im Zusammenhang mit dem Ausbau von Fraports Auslandsflughäfen heraus, belief sich der Anstieg noch auf knapp 8 Prozent auf gut 3,1 Milliarden Euro.

Auslandsbeteiligungen tragen kräftig zum Umsatz bei

Knapp zwei Drittel des Anstiegs kamen von den Auslandsbeteiligungen des Konzerns. Vor allem die erst Anfang 2018 übernommenen Airports in Brasilien sowie die Flughäfen in Griechenland hätten "wesentliche Beiträge" geliefert, hieß es.

"Griechenland ist das zweite Jahr in Folge sehr gut gelaufen", sagte Finanzchef Matthias Zieschang. Nach der Übernahme von 14 Regionalflughäfen in dem Land sind die Ausbaumaßnahmen in Chania, Kavala und Zakynthos mit Erweiterung von Terminals und neuen Gepäckförderanlagen bereits fertiggestellt.

An den Airports von Thessaloniki, Korfu, Kefalonia, Kos und Lesbos sollen neue Terminals bis Ende 2021 fertig sein. Zudem will Fraport am Flughafen Lima in Peru bis 2024 ein neues Terminal bauen.

Für das laufende Jahr plant die Fraport-Führung den operativen Gewinn des Konzerns auf 1,160 bis 1,195 Milliarden Euro zu steigern. Der Umsatz soll - bereinigt um die Effekte der Ausbau-Investitionen im Ausland - auf bis zu 3,2 Milliarden Euro wachsen. In Frankfurt und im Ausland will das Unternehmen in diesem Jahr bis zu 1,2 Milliarden Euro investieren.

Eine Trendwende gelang Fraport bereits bei den Läden und Restaurants in den Flughafen-Terminals, an deren Umsätzen der Flughafenbetreiber als Vermieter beteiligt ist.

Nachdem die Passagiere zuletzt immer weniger Geld am Airport gelassen hatten, zogen diese Erlöse pro Kopf im vierten Quartal erstmals seit dem zweiten Quartal 2016 wieder an.

Fraport erhält rund ein Viertel der Summe, die die Menschen in den Geschäften und Restaurants am Flughafen ausgeben. Mit 3,67 Euro lagen Fraports Erlöse je Fluggast im vierten Quartal zehn Cent höher als ein Jahr zuvor.

Da sie in den ersten drei Quartalen gefallen waren, stand für das Gesamtjahr jedoch immer noch ein Rückgang von 3,37 auf 3,12 Euro zu Buche. Im Schnitt gab jeder Fluggast 2018 rund 12,50 Euro am Airport aus.
© dpa-AFX | Abb.: Fraport AG | 19.03.2019 07:32


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