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Airbus will Entwicklung in Großbritannien abwarten

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Tom Enders, © Airbus

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MÜNCHEN - Airbus-Chef Tom Enders übergibt am 10. April an Guillaume Faury. Vor dem Rückzug warnt der Topmanager die Bundesregierung vor weiteren Alleingängen bei der Beschränkung von Rüstungsexporten in Europa - und macht den britischen Airbus-Angestellten Hoffnung.

"Ich bin überzeugt, dass wir in Deutschland uns isolieren werden", sagte Enders am Freitag vor Journalisten in München. Aktueller Aufhänger ist der verlängerte Stopp von Rüstungsexporten aus Deutschland nach Saudi-Arabien, der auf Widerstand der Regierungen von Frankreich und Großbritannien stößt.

Mit Blick auf künftige europäische Rüstungsprojekte wie das geplante Luftverteidigungssystem FCAS äußerte Enders den Gedanken, ob man den neuen Kampfjet außerhalb Deutschlands und ohne deutsche Teile bauen solle.

"Wenn man die Rüstungsindustrie in Deutschland weiter abbauen will, kann man das machen", sagte der Manager, der die Konzernführung nach 14 Jahren am 10. April an Guillaume Faury abgibt. Für Airbus sei dieses Geschäft keine Existenzfrage: "Wir können auch ohne Rüstung hervorragend leben."

Beim derzeitigen Kampfjet Eurofighter bereitet das deutsche Exportverbot auch dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems Kopfzerbrechen. Der Airbus-Partner hat mit Saudi-Arabien einen Vorvertrag über 48 Eurofighter unterzeichnet.

Doch der deutsch-französische Airbus-Konzern liefert rund 30 Prozent des Eurofighters zu, und der Münchner Triebwerksbauer MTU arbeitet an dem Triebwerk des Kampfjets mit. Dadurch könnte die Bundesregierung den Deal der Briten mit Saudi-Arabien durchkreuzen.

Keine unmittelbaren Rückzugspläne aus Großbritannien

Enders rechnete in München erneut mit der Brexit-Politik der britischen Regierung ab. Er sei "erschreckt" über das "dysfunktionale politische System" in Großbritannien. Das Brexit-Chaos sei für Unternehmen wie Airbus verheerend. Airbus beschäftigt in Großbritannien 14.000 Mitarbeiter.

Enders hatte im Januar für den Fall eines harten Brexit den Verbleib von Airbus in Großbritannien offen in Frage gestellt, schränkte jetzt aber mit Blick auf die Flügelwerke in Filton und Broughton ein: "Es ist möglich, dass sie sehr wettbewerbsfähig sein werden." Die Zukunft der Standorte hänge auch von der Entwicklung des britischen Pfunds ab.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Airbus | 01.04.2019 08:48

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Beitrag vom 02.04.2019 - 14:46 Uhr
Es ist möglich, dass sie sehr wettbewerbsfähig sein werden

Nette Umschreibung für "wir hoffen daß das Pfund durch den Brexit ins Bodenlose fällt"
Beitrag vom 01.04.2019 - 19:55 Uhr
Hat Airbus denn eine andere Wahl? Oder könnte man mal eben die Expertise aus UK auslagern?

Wohl kaum. Na klar, da kann man nur noch abwarten Herr Enders (!)
Airbus wird mit dem BREXIT richtig Schwierigkeiten bekommen.


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