Klamme Airline
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Jet Airways sieht ihre Felle davonschwimmen

Jet Airways Boeing 777-300ER
Jet Airways Boeing 777-300ER, © Ingo Lang

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MUMBAI - Bei Jet Airways schwindet die Hoffnung auf Rettung - die Airline ist in akuter Geldnot, Löhne kann sie, wenn überhaupt, nur verspätet auszahlen. Das Grounding der 737 MAX verschärft die Lage: Leasinggeber greifen nach ihren Boeing-Maschinen, die derzeit noch im Dienst von Jet Airways stehen.

Ersatzflugzeuge für die weltweite 737 MAX-Flotte werden derzeit händeringend gesucht. Auch Jet Airways hat laut "planespotters" acht Boeing 737 MAX in ihrer Flotte.

Daneben aber außer sechzehn ATR 42/72 neunundsiebzig Boeing 737, zehn Boeing 777 und acht A330. Leasinggeber haben die Flugzeuge im Visier - denn die Airline schuldet ihnen Raten in Millionenhöhe.

Zwei Leasinggeber haben nach Informationen der "Business Today" Anfang April bei der indischen Luftfahrtbehörde beantragt, sie möge die Flugzeuge abmelden. Anschließend könnten sie die Maschinen an andere Airlines weitergeben. 

Wie die Nachrichtenagentur "Reuters" berichtet, planen sechs weitere Leasingfirmen, eine Abmeldung ihrer Flugzeuge bei Jet Airways zu beantragen.

Neben ihren Leasingverträgen laufen bei Jet Airways Finanzierungsverträge über siebzehn Flugzeuge: zehn Boeing 777 und sieben A330. Bei der Ratenzahlung für diese Verträge ist Jet Airways laut "Economic Times" mit 18 Millionen US-Dollar im Rückstand.

Sollten die Banken die Flugzeuge als Garantie einfordern, wäre bei Jet Airways kein Flugbetrieb mehr möglich. Seit Dezember 2018 hat die Airline bereits 75 Prozent ihrer damals 124-Flugzeuge starken Flotte gegroundet.

Die Airline versucht im Eiltempo, Gelder von nationalen Banken und Investoren zu sammeln, um ihren Vertragspflichten nachzukommen und die Rücknahme der Flugzeuge zu verhindern. Zugleich bringen sich Konkurrenten in Stellung, um den Platz des geschwächten Mitbewerbers einzunehmen.

Inzwischen haben die größten Kreditgeber von Jet Airways insgesamt 75 Prozent der Airline zum Verkauf ausgeschrieben. Interessenten sollen nach Informationen der Agentur "Bloomberg" mindestens drei Jahre Erfahrung in der Luftfahrt mitbringen oder einen Unternehmenswert von mindestens 144 Millionen US-Dollar im laufenden Geschäftsjahr. 

Jet Airways trägt laut "Bloomberg" eine Schuldenlast von über einer Milliarde US-Dollar.
© aero.de (boa) | Abb.: Jet Airways | 09.04.2019 08:07

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Beitrag vom 09.04.2019 - 17:17 Uhr
An anderer Stelle konnte ich lesen, dass die Gläubigerbank bis zu 75% an eine ausländische Fluglinie abgeben würde. Sollte das der Fall sein, so wäre angesichts des Potentials des indischen Luftverkehrmarktes ein Einstieg überlegenswert. Prognosen sehen in Indien den größten Flugverkehrzuwachs für die nächsten 10 bis 20 Jahre, allerdings auch gewaltige Bürokratieprobleme, die in der Vegangenheit den Fluggesellschaften das Leben schwer machten.
Beitrag vom 09.04.2019 - 11:04 Uhr
Kommt sicherlich günstiger Jet Airways abzuwickeln und einen neue Airline aufzubauen als dieses unrentable Unternehmen weiterzuführen. Ähnliche Geschichte wie bei Alitalia oder Air Berlin. Ein Fortbestand endet nur in Geldverbrennung und verlängertem Ableben. Vor allem im Heimatmarkt Indien ist der Preisdruck enorm. Sehe kaum noch Chancen auf ein Weiterbestehen ohne radikale Umbrüche.


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