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MTU startet mit Rückwind ins neue Jahr

Pratt & Whitney PW1100G an Airbus A320neo
Pratt & Whitney PW1100G an Airbus A320neo, © Airbus

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MÜNCHEN - Der Triebwerksbauer MTU ist dank der boomenden Flugzeug-Nachfrage mit überraschend starken Zuwächsen ins Jahr gestartet.

Im ersten Quartal kletterte der Umsatz im Jahresvergleich um elf Prozent auf gut 1,1 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Dienstag in München mitteilte. Der operative Gewinn (bereinigtes Ebit) legte um sieben Prozent auf 188 Millionen Euro zu.

Der Überschuss sprang um 19 Prozent auf rund 127 Millionen Euro nach oben. Dabei übertraf MTU durchweg die Erwartungen von Analysten.

An der Börse kamen die Nachrichten entsprechend gut an. Die MTU-Aktie legte am Dienstag zeitweise auf bis zu 211,30 Euro zu und war damit so viel wert wie nie zuvor. Am frühen Nachmittag lag sie noch mit 2,87 Prozent im Plus bei 210,90 Euro und war damit zweitstärkster Titel im MDax.

Analysten zeigten sich von den Quartalszahlen begeistert. MTU befinde sich mit diesen starken Ergebnissen auf Höhenflug, schrieb Analyst Frederik Bitter von der Privatbank Hauck & Aufhäuser. Das Wachstum sei durch die Bank kräftig. Analyst David Perry von der US-Bank JPMorgan wertete zudem den freien Barmittelzufluss als sehr stark.

MTU-Chef Reiner Winkler sieht den Triebwerksbauer daher auf Kurs, den Umsatz im laufenden Jahr wie geplant auf 4,7 Milliarden Euro zu steigern. Davon sollen 15,5 Prozent als operativer Gewinn beim Unternehmen hängen bleiben. Der operative Gewinn und der bereinigte Gewinn nach Steuern sollen gleichermaßen zulegen.

Im ersten Quartal profitierte MTU auch besonders stark von der Triebwerkswartung. Dort legte der operative Gewinn um gut zehn Prozent zu, während er im Seriengeschäft mit neuen Antrieben um knapp sechs Prozent anzog. Absolut gesehen fiel der Zuwachs im Seriengeschäft größer aus als bei der Wartung.

Finanzvorstand Peter Kameritsch erklärte den Anstieg mit dem Produktionsausbau des Getriebefan-Triebwerk, das vor allem bei den Airbus-Jets A220 und A320neo zum Einsatz kommt. Die A320neo-Modellfamilie verkauft sich so gut wie kein anderer Flugzeugtyp. MTU baut an den Antrieben für viele Jets der weltgrößten Flugzeughersteller Boeing und Airbus mit - im Fall der A220 und A320neo vor allem zusammen mit dem US-Hersteller Pratt & Whitney, einer Tochter von United Technologies.

Das weltweite Flugverbot für Boeings modernisierten Mittelstreckenjet 737 Max trifft MTU nicht. Die Antriebe der Maschine stammen durchweg vom Triebwerksbauer CFM, einem Gemeinschaftsunternehmen des französischen Safran-Konzerns und dem US-Unternehmen General Electric.

Nach dem Absturz zweier Flugzeuge des Typs haben Luftfahrtbehörden in aller Welt im März weitere Starts der Maschinen untersagt. Auch die Auslieferungen neuer Jets sind gestoppt. Inzwischen hat Boeing ein Update für die Cockpit-Software entwickelt, die in Verdacht steht, für die Unglücke mitverantwortlich zu sein. Die Tests der neuen Software sollen sich bis Ende Juli hinziehen.
© dpa-AFX, aero.de | 30.04.2019 08:38


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