Flug AF66
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Die Grönland-Expedition des BEA

Air-France-Flug 66
Air-France-Flug 66, © BEA

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PARIS - Triebwerksschaden am Polarkreis: die Notlandung eines Airbus A380 von Air France in Goose Bay ging Ende 2017 weltweit durch die Presse. Noch ist die Fallakte nicht geschlossen - mit aufwendigen Methoden spüren die Ermittler weiterhin wichtigen Triebwerksteilen in der Eiswüste nach.

30. September 2017, 200 Meilen südöstlich von Nuuk: AF66 überfliegt auf der Route von Paris nach Los Angeles gerade Grönland als sich das rechte äußere GP7270-Triebwerk im Reiseflug zerlegt. Nach einer Notlandung im kanadischen Goose Bay hängt die F-HPJE 68 Tage im Kanada fest.

Raue Wetterbedingungen vor Ort erschwerten nicht nur die Instandsetzung des Flugzeugs. Ein "Technischer Zwischenbericht" der französischen Flugunfallstelle BEA dokumentiert die aufwendige Suche nach Triebwerksteilen, die noch immer versprengt in der grönländischen Eiswüste liegen.

Zwar sichten Teams bei Helikopterflügen schnell Teile des Fans und der Aufhängung. Vom 238 Kilogramm schweren Fan-Hub fehlt bis auf ein 18 Kilogramm schweres Fragment bislang jedoch weiter jede Spur. Gerade einmal 86 Zentimeter misst der Fan-Hub im Durchmesser - und könnte die Frage klären, warum das Triebwerk im Reiseflug versagte.

Auf Satellitenaufnahmen, die kurz nach dem Zwischenfall entstanden, sahen die Experten nur Schnee. Mit Hilfe von Airbus und GE erstellte Simulationen grenzten das Suchgebiet später auf 115 bis 200 Quadratkilometer ein.

Suche wird fortgesetzt

Im April 2018 scannte das BEA das Gebiet bei mehreren Überflügen mit dem  "experimentellen" Radarsystem SETHI an einer Dassault Falcon 20 (F-GPAA).

Triebwerksteile von Air-France-Flug 66
Triebwerksteile von Air-France-Flug 66, © BEA

"Hintergrundrauschen und eine geringere Durchdringung des X-Band-Radars im Suchgebiet als vorab berechnet" führten laut BEA dazu, dass die Flüge letztlich keine "hoch-verlässlichen Treffer" lieferten. Dennoch ließ das BEA sechs Radarreflektionen im Suchgebiet durch Bodenteams überprüfen.

"Auch der Einsatz von Drohnen wurde in Betracht gezogen", heißt es in dem Bericht weiter. Angesichts "starker Winde und häufiger Wetterumschwünge" wurde die Idee aber wieder verworfen.

Das BEA will die radargestützten Suchmethoden verfeinern und noch 2019 eine neue Expedition mit Luft- und Bodenteams in Grönland starten.
© aero.de | Abb.: BEA, Air Greenland | 13.05.2019 10:09


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