"Lübecker Appell"
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Regionale Flughäfen hoffen auf Lokal-Airlines

Peoples Viennaline Embraer 170
Peoples Viennaline Embraer 170, © Ingo Lang

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LÜBECK -  Auf der Suche nach alternativen Geschäftsmodellen wollen regionale Flughäfen verstärkt auf eigene Fluglinien setzen. Dadurch sinke die Abhängigkeit von großen Airlines, und die Flughäfen bekämen mehr Gestaltungsspielraum. Die Hoffnungen ruhen auch auf neuen Antrieben.

"Regionale Flugplätze sind das Eintrittstor zur Mobilität und ein Teil der Daseinsvorsorge", sagte der IDRF-Vorsitzende Ralf Schmid nach einer Tagung des Regionalflughafenverbands in Lübeck.

In einem "Lübecker Appell" fordern die Teilnehmer Politik und Wirtschaft auf, die Bedeutung des jeweiligen Airports für die Region zu erkennen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die das Überleben von Regionalflugplätzen ermöglichen.

Die Luftverkehrskonzepte der Länder müssten den Mobilitätsbedarf vor Ort widerspiegeln und sich nicht nur an den Zielvorgaben der Fluggesellschaften orientieren. "Gerade die mittelständische Wirtschaft in der Fläche benötigt schnelle Anschlüsse", sagte IDRF-Geschäftsführer Thomas Mayer.

Politik und Wirtschaft müssten kleinen Fluggesellschaften helfen, um nach dem Rückzug großer Airlines aus der Fläche Lücken zu schließen. Zurzeit seien die Betriebs- und Vertriebsmodelle der großen Gesellschaften für den regionalen Einsatz nicht geeignet, sagte Mayer: "Das Angebot muss wieder stärker am Bedarf der Passagiere ausgerichtet werden."

Aus Sicht der Branche müssen auch nachhaltige Flugkraftstoffe, neue Antriebskonzepte sowie Möglichkeiten zum autonomen Fliegen entwickelt und ausgebaut werden.

"Für die Regionalluftfahrt ist der Hybrid-elektrische Flugzeugantrieb schon deshalb interessant, weil sich dadurch die Kosten je Kilometer je Sitzplatz halbieren ließen", sagte der Geschäftsführer Flugplatzgesellschaft Schönhagen, Klaus-Jürgen Schwahn.

Auch die Herstellung von synthetischem Kraftstoff sei gerade für kleinere Flugplätze interessant. "Sie könnten so ihr Flugbenzin an Ort und Stelle selbst herstellen und würden weitgehend autark". Doch bis es so weit sei, könnten noch 20 bis 30 Jahre vergehen.

Im IDRF sind rund 70 Regionalflugplätze aus Deutschland, Österreich und der Schweiz zusammengeschlossen.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Kassel Airport | 16.05.2019 11:25

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Beitrag vom 17.05.2019 - 07:00 Uhr
Dass dieser Appell gerade aus Lübeck kommt, hat ja schon etwas von Zynismus, hat sich Lübeck im ablaufenden Jahrzehnt doch als die Possenpiste der Nation erwiesen. Wenn die von "lokalen Airlines" schwafeln, zeigen sie nur eins, sie haben keine Ahnung. Wer ernsthaft glaubt, man könne mit 30 Sitzern Geld verdienen, hat das Wort "Stückkosten" wohl noch nicht gehört. Ein System flächendeckender Verkehrslandeplätze mit IFR-Anflügen in Luftraum "G" ist sinnvoll, Regionalflughäfen sind es definitiv nicht.
Beitrag vom 16.05.2019 - 17:25 Uhr
Eine zweite Renaissance in der Regionalluftfahrt?
"Gerade die mittelständische Wirtschaft in der Fläche benötigt schnelle Anschlüsse", sagte IDRF-Geschäftsführer Thomas Mayer". Mit dieser Aussage stehen die Airport und Airline Manager zunehmend im Abseits einer Politik, die auf die Bedürfnisse der Wirtschaft immer weniger Rücksicht nimmt, weil es ja gerade (noch) prima läuft. Als aus dem regionalen Airline Sektor stammend, sehe ich für diesen Teil der Branche leider zunehmend schwarz. Fliegen wird immer weniger salonfähig wenn es nach einigen politischen Akteuren und nach den Schülerdemonstranten um das Phänomen "Greta" geht. Leider haben auch die Netzwerkairlines ihre Strategie immer weiter weg von Regionaldiensten geändert, was es zusätzlich schwierig macht nötige Synergien mit der Mittel- und Langstrecke zu heben. Ich befürchte dass die neuen Entwicklungen eines nachhaltigeren Flugverkehrs für die Akteure im Regionalsegment viel zu spät kommen, wenn gleich sich Chancen dafür am ehesten in diesem Segment auftun könnten.

Da muß man auf viel Weitsicht und Durchhaltevermögen hoffen, da es sonst für viele Akteure und Standorte schlecht aussieht.

Dieser Beitrag wurde am 16.05.2019 17:26 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 16.05.2019 - 17:16 Uhr
Wirtschaftlicher Unfug. Siehe Kassel und... Millionengräber.
Wie regionale Haltestellen entlang der großen Bahnlinien?
Dass das Konzept durchaus funktionieren kann, zeigt beispielsweise der eigenständige Linienbetrieb der Regionalflughäfen St.Gallen/Altenrhein oder Mannheim.


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