Keine Schlafkabinen
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Qantas macht Abstriche auf der Ultralangstrecke

Alan Joyce
Alan Joyce, © IATA

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SEOUL - Keine Schlafkabinen, kein Fitnessraum, kein Kinderspielplatz: Alan Joyce passt seine Wünsche an die Wirklichkeit der Ultralangstrecke an. Zwar sind Städtepaare wie Sydney-London nach Ansicht des Qantas-Chefs technisch machbar, jedoch mit einigen Restriktionen bei Gewicht und Komfort verbunden.

Seit Monaten liefern sich Airbus und Boeing ein Wettrennen um einen Qantas-Auftrag für ein Ultralangstrecken-Flugzeug. Bis August will das Management der australischen Airline die Angebote der Flugzeugbauer vorliegen haben. Bis Ende des Jahres will es entscheiden, wer den Zuschlag kriegt.

Ab 2022 sollen die ersten Jets dann geliefert werden - sofern sie überhaupt gebaut werden. Denn die anfängliche Euphorie um den Paradeflug QF1 Sydney - London nonstop wird durch Fakten der wirtschaftlichen und technischen Machbarkeit getrübt.

Nach Informationen der Luftfahrtnachrichtenseite "The Air Current" will Boeing Qantas eine 787-9 mit erhöhter Startmasse oder eine Spezialausführung der 777-8 anbieten. Der Hersteller will diese Pläne aktuell nicht kommentieren.

Airbus hat laut Vertriebschef Christian Scherer inzwischen "eine Lösung" gefunden, um die Reichweite der A350-900ULR weiter auszubauen. Airbus habe Qantas alternativ ein Konzept auf Basis der A350-1000 angeboten, verriet Scherer am Rande der IATA Generalversammlung in Seoul.

Doch weder Boeing noch Airbus haben bisher eine Lösung dafür gefunden, das von Qantas gewünschte Gewicht zu transportieren - bedeutet: keine Schlafkojen, keine Betten, kein Gymnastikraum, keine Kinderspielecke. Stattdessen ist Bereich im Unterdeck denkbar, den Passagiere nutzen können, um ihre Glieder zu strecken oder ein Glas Wasser zu trinken.

"Reihe von Hürden"

"Es gibt eine Reihe von Hürden zu überwinden, aber ich denke, wir können das schaffen", sagte Joyce am Rande der IATA-Konferenz in Seoul. "Keines der Flugzeuge schafft die gesamte Nutzlast, aber wir denken, dass die genug schaffen, um das Ganze wirtschaftlich machbar zu gestalten, falls die anderen Faktoren des Projekts klappen."

Auch die Qantas-Piloten müssen der neuen Ultralangstrecke und den damit verbundenen längeren Arbeitszeiten noch zustimmen. Qantas arbeitet an einem kompletten Ultralangstrecken-System, das Australien nonstop mit Südamerika, Südafrika und Nordamerika verbinden soll.
© aero.de (boa), Bloomberg | Abb.: Qantas | 03.06.2019 15:29

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Beitrag vom 04.06.2019 - 15:40 Uhr
Doch weder Boeing noch Airbus haben bisher eine Lösung dafür gefunden, das von Qantas gewünschte Gewicht zu transportieren - bedeutet: keine Schlafkojen, keine Betten, kein Gymnastikraum, keine Kinderspielecke.

Gerade eine Kinderspielecke statt einiger Sitze wäre aber gewichtstechnisch nur von Vorteil.


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