Klimapolitik
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EASA arbeitet an Öko-Label für Flugzeuge

Airbus A330-800
Airbus A330-800, © Airbus

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KÖLN - Die europäische Luftsicherheitsbehörde EASA will Flugzeuge nach CO2-Emissionen und Umweltverträglichkeit bewerten. Ein Öko-Label soll Passagieren Flugbuchungen unter Berücksichtung von Klimakriterien erleichern. Das Kennzeichnungssystem könnte später direkt auf Airlines übertragen werden.

Die Arbeiten an einem Ampelschema für Flugzeuge, das an die Einstufung der Effizienz von Haushaltsgeräten wie Kühlschränken angelehnt sein wird, haben begonnen, sagte EASA-Direktor Patrick Ky bei einem Briefing am Mittwoch in Köln.

"Die Passagiere möchten von uns wissen, wie umweltfreundlich die Flugzeuge sind, in denen sie reisen", sagte Ky. "Kunden werden kritischer und treffen fundiertere Entscheidungen darüber, welche Fluggesellschaften und Flughäfen sie nutzen."

Es gebe bereits Hinweise darauf, dass Passagiere in einigen Ländern ihre Reiseverhalten ändern, wobei ein Rückgang der Buchungen schwedischer Fluggesellschaften und ein Anstieg der Zugreisen auf das Phänomen "Flugscham" zurückzuführen sei.

Laut Ky könnte das Umweltzeichen für Flugzeuge später auf Fluggesellschaften, Flughäfen und möglicherweise sogar auf Wartungsanbieter ausgedehnt werden - schlechte Nachrichten für Fluggesellschaften mit älteren Flotten oder einer großen Anzahl durstiger viermotoriger Jets.

"Das wird eines der wichtigsten Themen für uns für die Zukunft sein", sagte Ky. "Es ist extrem politisch, also müssen wir sehr vorsichtig sein. Wir werden uns nur auf unangreifbare Daten stützen."
© aero.de, Bloomberg News | Abb.: Airbus | 13.06.2019 06:27

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Beitrag vom 13.06.2019 - 19:28 Uhr
Leider wird immer wieder gerne übersehen das viele Frischeprodukte außerhalb der Saison nur deshalb so günstig in unseren Supermärkten landen, weil die Airlines sie oft als Beifracht transportieren oder eben leere Rückreisen vermeiden.

Ich will nicht ausschließen, dass das gelegentlich passiert, aber alleine schon das Verhältnis der verfügbaren Frachtkapazität zur Menge der importierten Lebensmittel spricht dagegen, dass diese Gelegenheits-Rückfracht den Marktpreis für Lebensmittel wesentlich (oder überhaupt) beeinflussen könnte.

So haben die deutschen Frachtflughäfen zusammen ein Kapazität von 5 Mio t Fracht pro Jahr.
Also 2.5 Mio t Export und 2,5 Mio t Import.
Deutschland importiert aber ca 55 Mio t Lebensmittel pro Jahr.
D.h. selbst bei der vollständigen Beladung aller freien Inbound-Kapazität für Lebensmittel ergäbe sich kein nennenswerter Effekt auf die Verfügbarkeit der Waren ( und damit den Preis) in DE.

Tomaten, Bananen und Co verstopfen eher die rechten Spuren unsere Autobahnen und die See-Häfen...




Dieser Beitrag wurde am 13.06.2019 19:32 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 13.06.2019 - 17:22 Uhr
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Lebensmittelkunden sich groß von einer Umweltverträglichkeitseinstufung beeindrucken lassen, die Ernährung wird weder jahreszeitlich noch regional ausgerichtet, d.h. Kirschen aus Argentinien im Winter, Äpfel aus Neuseeland, Butter aus Irland, usw.

Das EU-Biosiegel ist mit Einschränkungen auch ein Umweltsiegel für Lebensmittel, war aber nicht gemeint. Ich meinte z.B. eine (in Deutschland nicht angewandte) Lebensmittel-Ampel für Fette, Zucker, Salz etc. Das funktioniert in anderen Ländern sehr gut. Warum sollte ein ähnlich gestaltetes Label für die Umweltverträglichkeit eines Fluges also nicht genauso funktionieren? Ich wollte nur darauf hinaus, dass es solche Systeme gibt und diese funktionieren, wenn sie richtig implementiert werden ;-)

Schon verstanden, aber die Leute essen nun mal Kirschen im Winter und da interessiert es keinen, wieviel CO2 beim Transport freigesetzt wurden - warum auch, der Bundespräsident lässt sich selbst auf kürzesten Strecken durch die Luft gondeln, anstatt den Zug zu nehmen, oder, ganz modern, per Video teilzunehmen ;-)

Diese Mähr der billigen Erdbeeren im Winter hält sich so hartnäckig wie das Kerosinablassen.
Leider wird immer wieder gerne übersehen das viele Frischeprodukte außerhalb der Saison nur deshalb so günstig in unseren Supermärkten landen, weil die Airlines sie oft als Beifracht transportieren oder eben leere Rückreisen vermeiden. Dann bieten sie lieber günstige Frachtraten für den Transport von Frischegütern als leer zurückzufliegen. Das Problem, das dahinter steckt nennt man Directional Imbalances. Da Deutschland nun mal selbst viel per Luftfracht exportiert (ca. ein Drittel des Exportwerts all unserer Exporte und Importe erfolgen per Luftfracht) kommt es zu auch häufig zu unterausgenutzten Frachträumen, die man dann günstig vermarkten kann. Es dürfte nur wenige Märkte ex Deutschland bzw. nach Deutschland wo sich das anders herum ergibt. LH hat wegen der Directional Imbalances für manche Flüge eine Round-The-World kette um leere Frachträume zu minimieren.

Beitrag vom 13.06.2019 - 16:41 Uhr
>den es im Mittelalter auch nicht gab (obwohl es damals wärmer war als heute).

Das war es nicht.
Eine sehr leicht verständliche Temperaturkurve der letzten 20.000 Jahre finden Sie  hier

Im sog. "Mittelaterlichen Klimaoptimum" 1000-1200 n.Chr. war es 0.8°C kälter als heute.
In der sog. "kleinen Eiszeit" 1600-1800 n.Chr. war es etwa 1,5°C kälter als heute.
 https://de.wikipedia.org/wiki/Mittelalterliche_Klimaanomalie#/media/Datei:Temperature_Reconstructions_0-2006_AD.png


Sie zitieren hier Wikipedia.

Im öffentlich-rechtlichen Fernsehen finden Sie dazu folgende Belehrung:

"Gerade weil jeder Internet-Nutzer die Inhalte verändern kann, sollte man die Informationen bei Wikipedia immer kritisch betrachten. Letztlich können Leser nie sicher sein, ob die Angaben von Fachleuten oder Spaßvögeln stammen. Außerdem versuchen immer wieder unterschiedliche Interessengruppen, ihre Sicht der Dinge bei Wikipedia zu platzieren."

 http://www.ard.de/home/ard/Wikipedia_als_Leser_richtig_nutzen/167184/index.html


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