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Im Dreamliner kann das Löschsystem streiken

British Airways Boeing 787-8 Dreamliner
British Airways Boeing 787-8 Dreamliner, © Ingo Lang

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LONDON - Britische Piloten warnen vor einer Gefahrenquelle in den Cockpits der Boeing 787: ein Schalter zur Aktivierung des Feuerlöschsystems für die Triebwerke lässt sich unter bestimmten Umständen nicht umlegen. Boeing redet das Problem klein.

Ein Cockpitschalter für das Feuerlöschsystem der 787 verträgt Hitze nicht: Boeing hat Betreiber darauf hingewiesen, dass der Schalter unter Wärmeeinwirkung zum Verklemmen neigt. Von dem Defekt sei jedoch weniger als ein Prozent der in den 787 verbauten Schalter zur Aktivierung der Triebwerkslöschanlage betroffen.

Piloten fühlen sich dennoch unwohl. "Wenn es auf einem Transatlantikflug ein Feuer ausbricht und das Flugzeug einen dieser defekten Schalter hat, müssen wir drei Stunden mit einer brennenden Tragfläche fliegen, bevor wir sicher landen können", sagte ein britischer Dreamliner-Pilot dem "Observer".

Nach Einschätzung der US-Luftfahrtaufsicht FAA besteht in der Tat die Gefahr, dass ein Triebwerksbrand außer Kontrolle gerät" Per Lufttüchtigkeitsanweisung hat die FAA für alle 787-8, 787-9 und 787-10 eine Überprüfung des Schalters in einem Intervall von 30 Tagen angeordnet. Boeing arbeite bereits "an einer dauerhaften Problemlösung."

Der Schalter aktiviert die beiden Feuerlöscher, die in jedem Triebwerk der 787 für den Brandfall installiert sind.

Die FAA steht bereits wegen möglicher Versäumnisse bei Wahrnehmung ihrer Aufsichtsfunktion bei Zulassung der 737 MAX in der Kritik. Auch die im Februar erlassene Anweisung zur 787 greift nach Ansicht des zitierten Piloten zu kurz. "Das hat den Beigeschmack, dass hier der einfache und nicht der sichere Weg gewählt wurde."
© aero.de | Abb.: British Airways | 17.06.2019 09:02

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Beitrag vom 18.06.2019 - 20:51 Uhr
Mal ehrlich, was kann so ein Schalter kosten : 5 Euro, 10 Euro? Wahrscheinlich weniger

In der PAXluftfahrt gibts keine 10€-Teile. Hier geht's um einen Fire Handle, das kein Lichtschalter ausm Baumarkt. Das Ding kostet sicher 4-stellig.
Beitrag vom 17.06.2019 - 23:56 Uhr
Hier gibt es wohl nur ein AD (2019-02-03).
In den USA sind wohl 120 Flugzeuge betroffen. Alle 30 Tage muss geprüft werden.
Boeing beschäftigt sich seit Februar 2019 mi einer endgültige Lösung.
Ein 5$-Teil muss wohl nicht ersetzt werden. Bei einer Stunde Testaufwand kommt man schon jetzt bei Stundenkosten von 85$ auf über 300$ Kosten wegen des Teils.

Als 787-Pilot würde ich auch auf eine baldige Lösung drängen.

Dieser Beitrag wurde am 17.06.2019 23:57 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 17.06.2019 - 22:08 Uhr
Jetzt kocht ihr das aber ein wenig hoch. Das solche Dinge auffallen und behoben werden müssen, gibt es quer durch alle Hersteller und Modelle.

Sowas sind einfach Dinge, die man trotz noch zu sorgfältiger Entwicklung nicht immer vermeiden kann oder auch mal falsch einschätzt. Dafür gibt es AD's und das Problem wird dann mit einem anderen Schalterdesign behoben.

Der springende Punkt ist einzig und allein, wie man damit umgeht.
Schaltet man verantwortungsvoll die Behörden ein, falls man seinen Kunden nciht trauen kann, dass sie ein etwaiges SB oder AOT nciht umsetzen und lässt sich mit einer AD helfen, oder verschweigt man das Problem.


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