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Ursachensuche nach Absturz zweier Eurofighter geht weiter

Eurofighter
Eurofighter, © Cassidian

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NOSSENTIN - Nach dem Absturz zweier Eurofighter der Luftwaffe in Mecklenburg-Vorpommern geht die Ursachensuche weiter.  Bei dem Absturz ist ein Pilot ums Leben gekommen. Der andere ist verletzt, schwebt aber nicht in Lebensgefahr. Inzwischen wurde ein Wrackteil in der Nähe eines Kindergartens gefunden.

Wie ein Luftwaffen-Sprecher am Dienstagmorgen sagte, wurde auch in der Nacht die Suche nach Wrackteilen und die Sicherung der Absturzstellen fortgesetzt.

Dabei kamen Nachtsichtgeräte und starke Scheinwerfer zum Einsatz. Insgesamt sei die Zahl der beteiligten Bundeswehrangehörigen auf mehr als 300 erhöht worden. Sie ersetzen die gut 200 Polizeibeamten, die am Montagnachmittag unmittelbar nach der Flugzeugkatastrophe mit der Suche nach den Piloten und der Sicherung der Unglücksorte begonnen hatten, am späten Abend dann aber abgezogen wurden.

Wrackteil in der Nähe eines Kindergartens

Inzwischen ist in unmittelbarer Nähe des Kindergartens in Nossentiner Hütte ein Wrackteil gefunden worden. Ein Gemeindearbeiter entdeckte das Bauteil von der Größe eines abgebrochenen Golfschlägers beim Rasenmähen auf dem Sportplatz, der direkt an das umzäunte Kindergartengelände grenzt.

"Wir können von Glück reden, dass wir so davon gekommen sind", sagte die Leiterin des Kindergartens, in dem am Morgen etwa 20 Kinder spielten. Viele Eltern hätten ihren Nachwuchs wegen der Ereignisse am Vortag abgemeldet. Einige der Kinder hätten den Absturz eines der beiden Kampfjets vom Fenster aus beobachtet.

Das offenkundig abgerissene, stark zerbeulte Teil lag etwa 40 Meter entfernt von den Spielgeräten der Kinder. Bundeswehrangehörige bargen das Gerät, wollten sich aber nicht zur Funktion äußern. Die Hauptsuche konzentrierte sich auf ein Kornfeld etwas mehr als einen Kilometer vom Kindergarten entfernt.

Bei Luftkampfübungen waren zwei Eurofighter über der Mecklenburgischen Seenplatte zusammengestoßen und mehrere Kilometer voneinander entfernt abgestürzt. Beiden Piloten gelang es zwar noch, die Schleudersitze zu aktivieren. Doch einer der Piloten ist ums Leben gekommen.

Pilot nicht lebensgefährlich verletzt

Der zweite Pilot überlebte das Unglück und wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht. Er befindet sich in einer gesundheitlich stabilen Lage. Den Umständen entsprechend gehe es ihm gut, sagte ein Presseoffizier des Geschwaders 73 "Steinhoff" am Dienstag. Der Zusammenstoß gilt als das schwerste Unglück der Bundeswehr in Deutschland seit Jahren. Zivile Opfer gab es nicht.

Zwei Eurofighter in Mecklemburg-Vorpommern abgestürzt, © TSL


Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte am Montag den Unglücksort besucht und ihre Trauer über den Verlust des Soldaten bekundet. Die Maschinen gehörten zum Luftwaffengeschwader 73 "Steinhoff", das in Laage bei Rostock stationiert ist. Dessen Hauptaufgabe ist die Ausbildung der deutschen Eurofighter-Piloten. Trainingsflüge führen den Angaben zufolge regelmäßig ins Gebiet der Seenplatte.

Am Montagabend war dem Sprecher zufolge auch der General Flugsicherheit der Bundeswehr in Nossentin eingetroffen und hatte die Leitung der Flugunfalluntersuchung übernommen. Er habe nach einem Zwischenstopp am Flughafen Rostock-Laage die Absturzstellen überflogen, um sich ein Bild von der Situation zu machen.

"Jetzt geht es darum, den ganzen Vorgang lückenlos aufzuklären, um eine Erklärung für den Unfallhergang zu finden", sagte der Luftwaffen-Sprecher. Der General Flugsicherheit ist eine Position mit eigener Abteilung im Luftfahrtamt der Bundeswehr. Amtsinhaber ist Brigadegeneral Peter Klement.

Ob die Flugdatenschreiber der beiden Absturzmaschinen, von deren Auswertung sich die Fachleute wichtige Aufschlüsse erhoffen, bereits gefunden wurden, konnte der Sprecher nicht sagen. Unklar blieb zunächst auch, ob und wann der Pilot, der überlebte, befragt werden sollte. An der Übung sei auch ein drittes Kampfflugzeug beteiligt gewesen, das aber nicht in die Kollision verwickelt war. Die Eurofighter seien nicht bewaffnet gewesen, teilte die Luftwaffe mit.
© dpa-AFX | Abb.: Eurofighter | 25.06.2019 05:50


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