Moratorium
Älter als 7 Tage

UFO bietet Lufthansa Frieden gegen Verhandlungen

Lufthansa Kabine
Lufthansa Kabine, © Lufthansa Group

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MÖRFELDEN - Die Flugbegleitergewerkschaft UFO will die Lufthansa mit einer "freiwilligen Friedenspflicht" an den Verhandlungstisch zurückbewegen. Mit anderen Worten: nimmt das Konzern-Management die Verhandlungen mit der UFO-Tarifkommission wieder auf, gibt es in den kommenden Wochen keinen Streik.

Vier Wochen setzt die UFO zunächst an, um mit dem Lufthansa-Management wieder ins Gespräch zu kommen - das Forderungspaket der Gewerkschaft steht nach eigenen Angaben.

Zunächst müssten die beiden Parteien sich allerdings in einem wesentlichen Punkt einigen: die Lufthansa müsste die UFO wieder als offiziellen Vertreter der Interessen des Kabinenpersonals anerkennen. Diese Rolle der UFO hat der Konzern zuletzt wiederholt in Frage gestellt.

Der UFO-Vorstand bietet nun im Rahmen des Moratoriums an, diese Fragen vertraulich auch unter Beteiligung von Rechtsexperten zu klären.

Seit Februar 2019 ist es zu keinem Treffen zwischen der UFO-Tarifkommission und den Verhandlungsführern der Lufthansa mehr gekommen. Gewerkschaft und Konzern fechten Streitigkeiten etwa um den doppelten Bezug von Gehältern von Gewerkschafsfunktionären derzeit vor Gericht aus.

Mit der von der UFO schon unterzeichneten Vereinbarung "soll es beiden Seiten ermöglicht werden, ohne weiteren Schaden oder Ansehensverlust einen Weg aus dem Konflikt zu finden", heißt es darin. Das Moratorium umfasst ebenso eine Garantie, dass die Kabine auch bei der Billigtochter Eurowings in der Ferienzeit auf Streiks verzichtet.

Ende Juni hat das Konzernmanagement besonders der Eurowings einen straffen Sparkurs verordnet - ein Streik würde den Weg hin zu schwarzen Zahlen um einiges steiniger machen. In einem ersten Statement zeigt sich der Konzern ob eines drohenden Streiks unbesorgt: "Einen Streik kann es derzeit ohnehin nicht geben, da es weder offene Tarifverträge mit der UFO noch konkrete Forderungen gibt. Es besteht also sowieso Friedenspflicht."

Bis zum 10. Juli hat das Konzernmanagement Zeit, sich für oder gegen das Moratorium zu entscheiden.
© aero.de (boa) | Abb.: aero.de | 03.07.2019 13:04

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Beitrag vom 03.07.2019 - 17:59 Uhr
Das hört sich in der Tat nach Zurückpaddeln an. LH hat klar kommuniziert, dass die UFO auf juristisch sauberen Füßen stehen muss, bevor man weiterverhandelt. Das müsste doch einfach zu belegen sein, wenn UFO sich da so sicher ist. Mögliche Verhandlungsergebnisse könne man auch rückwirkend wirken lassen. Ich verstehe hier die Taltik nicht, warum ist da so ein großer Zeitdruck?
Beitrag vom 03.07.2019 - 13:35 Uhr
..."es leider nicht mehr um die Interessen der Kabinencrews sondern vermehrt um reinen Macht- und Einkommenserhalt der Protagonisten..."
Geht es oft bei den Gewerkschaften nicht überwiegend darum???
Das Ganze ist m E nur ein Versuch von UFO, im Fall der m E sichern Angebotsablehnung durch LH sagen zu können "wir haben ja Frieden angeboten, die böse LH lässt uns keine andere Wahl...". Man sollte endlich mal im "Heute" ankommen.
Beitrag vom 03.07.2019 - 13:20 Uhr
Ein typischer Fall von Selbstüberschätzung des magischen Trios Baublies, De La Cruz und Flohr.
Lufthansa hat klipp und klar gesagt, dass mit der UFO und dem derzeitigen Vorstand nicht verhandelt wird,dass jegliche Streiks als illegal angesehen werden und dann glauben SDLC, DF und im Hintergrund NB, dass LH sowas anerkennt?
Außerdem: Wovon will UFO den Streik bezahlen? Wer soll streiken? Den Rückhalt innerhalb der LH-Passage hat die UFO seit dem Inkrafttreten der Monitoring-Konsequenzen (u.a. nur eine Nacht in JAP und KOR) eh verloren.
In der Farmstrasse in Mörfelden-Walldorf geht es leider nicht mehr um die Interessen der Kabinencrews sondern vermehrt um reinen Macht- und Einkommenserhalt der Protagonisten und deren Anhang. Die Realität an Bord haben NB, SDLC und DF schon lange nicht mehr erlebt. Wozu auch fliegen? Die UFO zahlt doch viel besser...


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