Michael Kerkloh
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MUC-Chef: "Fliegen darf ruhig teurer werden"

FMG-Chef Dr. Michael Kerkloh
FMG-Chef Dr. Michael Kerkloh, © FMG

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BERLIN - Der Chef des Münchner Flughafens hält nichts davon, sich fürs Fliegen aus Klimaschutz-Gründen zu schämen - ist aber für höhere Ticketpreise.

Michael Kerkloh sagte der "Augsburger Allgemeinen" (Montag): "Fliegen darf ruhig teurer werden." Die "Preis-Exzesse" der Billigflieger müssten nicht sein. Für denkbar hält er etwa "einen Klima-Taler".

Kerkloh kritisierte, dass die Einnahmen aus der Luftverkehrsabgabe im Staatshaushalt "versickern", statt zweckgebunden zum Beispiel in die Entwicklung synthetischer Kraftstoffe zu fließen, die nicht aus Erdöl gewonnen werden. Mittel aus einer höheren Belastung müssten in Klima-Projekte fließen.

Man müsse "technologisch schneller vorankommen und weniger klimaschädliche, synthetische Brennstoffe für den Alltagsbetrieb im Luftverkehr entwickeln", forderte Kerkloh - auch wenn das Fliegen dann teurer werde: "Denn synthetische Brennstoffe kosten mehr als herkömmliches Kerosin."

Fliegen sei sehr preiswert, sagte er. "Ein Flug nach New York für 500 Euro ist äußerst günstig. Die Menschen würden aber auch für 700 Euro fliegen." Auch wenn die Flugpreise stiegen, werde der Luftverkehr insgesamt wachsen.

Kerkloh hält nach eigenen Worten allerdings nichts von "Flugscham", also einem schlechten Gewissen beim Fliegen. "Das ist doch Quatsch mit der Flugscham", sagte er. "Dann müsste ich ja auch Autoscham haben oder beim Anblick von Kühen auf dem Land den Landwirt zur Rede stellen."
© dpa-AFX, aero.de | 27.07.2019 16:59

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Beitrag vom 30.07.2019 - 09:54 Uhr
Und wer sagt, daß der Klimataler nicht genauso im Bundesbudget versickert?

Und wenn er das tut?
Die Lenkungswirkung wäre trotzdem vorhanden.
Ich danke aber dass ein System, das Rück-Auszahlungen an Bürger vorsieht, die Akzeptanz massiv erhöhen würde.

Zum Thema Preise: Günstige Tickets mögen den einen oder anderen zu "unnötigen" Reisen veranlassen, sie sorgen jedoch auch für eine Demokratisierung des Luftverkehrs. Dies bedeutet schlicht, dass sich untere Einkommensschichten nun ebenfalls eine Flugreise leisten können und nicht nur die Bessersituierten, die allenfalls noch öfter fliegen, wenn es billiger wird. Bei einer künstlichen Verteuerung wird es letztere auch nicht vom Reisen abhalten, währen ärmere Schichten den Sommer bei uns auf Balkonien genießen sollen.


Durch die Auszahlungen bekämen im Gegenteil die ärmeren Bürger vergleichsweise höhere Rückzahlungen, würden also von dem System profitieren.
Anders gesagt, das Geld der reichen Vielflieger wird in ärmere Schichten umverteilt.

Die Liberalisierung des Luftverkehrs diesseits und jenseits des Atlantik hatte doch gerade das Ziel für mehr Wettbewerb zu sorgen und alte Preismonopole aufzubrechen. Nun da dies geschieht ist es plötzlich nicht mehr recht und es kommt der Schrei nach Reregulierung?

Ja, der Wettbewerb ist sehr efolgreich gewesen.
Auch darin, Sozialkosten zu sparen und prekär Beschäftigte zu erzeugen.
Und eben auch die Umwelt massiv zu belasten.

Ob man nun Klimawandelbefürworter oder Gegner ist, fehlt bei den ganzen Forderungen nach Ausgleichszahlungen in welcher Form auch immer der Nachweis, was mit den Geldern passiert in Richtung glaubhafte Klimaprojekte. Verschmutzungszertifikate laden doch höchstens wieder die Spekulanten auf den Plan.

Da werden ja gerade verschiedene Möglichkeiten diskutiert.
Klar gibt es da noch keine "Nachweise".

Dieser Beitrag wurde am 30.07.2019 14:20 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 30.07.2019 - 01:06 Uhr
Mit Geplapper in den Ruhestand verabschieden, andere verschaffen sich einen besseren Abgang.
Beitrag vom 29.07.2019 - 11:56 Uhr
Und wer sagt, daß der Klimataler nicht genauso im Bundesbudget versickert? Zum Thema Preise: Günstige Tickets mögen den einen oder anderen zu "unnötigen" Reisen veranlassen, sie sorgen jedoch auch für eine Demokratisierung des Luftverkehrs. Dies bedeutet schlicht, dass sich untere Einkommensschichten nun ebenfalls eine Flugreise leisten können und nicht nur die Bessersituierten, die allenfalls noch öfter fliegen, wenn es billiger wird. Bei einer künstlichen Verteuerung wird es letztere auch nicht vom Reisen abhalten, währen ärmere Schichten den Sommer bei uns auf Balkonien genießen sollen.

Die Liberalisierung des Luftverkehrs diesseits und jenseits des Atlantik hatte doch gerade das Ziel für mehr Wettbewerb zu sorgen und alte Preismonopole aufzubrechen. Nun da dies geschieht ist es plötzlich nicht mehr recht und es kommt der Schrei nach Reregulierung?

Ob man nun Klimawandelbefürworter oder Gegner ist, fehlt bei den ganzen Forderungen nach Ausgleichszahlungen in welcher Form auch immer der Nachweis, was mit den Geldern passiert in Richtung glaubhafte Klimaprojekte. Verschmutzungszertifikate laden doch höchstens wieder die Spekulanten auf den Plan.

Synthetische Kraftstoffe in ausreichenden Mengen sind sooo weit entfernt vom Masseneinsatz, dass man da auch erst mal lange keinen Effekt fürs Klima erwarten darf. Eher wird man Elektro-Hybridantriebe auf "Kurzstrecken" sehen ;).

Es steht jedoch zu befürchten das wir uns durch den momentanen politischen Ökotrend selbst das Wasser abgraben, wenn unsere Politiker einseitig Maßnahmen ergreifen von denen unsere Wettbewerber nicht im gleichen Maße belastet werden.

In gleicher Ausgabe des Aero bringt es der BDL ebenfalls auf den Punkt: https://www.aero.de/news-32142/Deutsche-Drehkreuze-verlieren-asiatische-Ziele-an-Mega-Airports.html

Dieser Beitrag wurde am 29.07.2019 12:01 Uhr bearbeitet.


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