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Verzögert die 737-Krise das Projekt "Boeing Brasil"?

Erste Embraer E190-E2 fliegt
Embraer E190-E2, Erstflug am 23. Mai 2016, © Embraer

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SÃO JOSÉ DOS CAMPOS - Gut vier Milliarden US-Dollar will sich das Boeing-Management die Übernahme der Embraer-Verkehrsflugzeugsparte kosten lassen. Knapp fünf Milliarden US-Dollar rechnet es sich die Kosten der 737 MAX-Krise aus. Kann der US-Flugzeugbauer beides in diesem Jahr stemmen?

Von brasilianischer Seite ist bis auf wenige behördliche Zusagen alles klar: die Regierung Jair Bolsonaros hat dem Projekt "Boeing Brasil" zugestimmt. Auch die Embraer-Aktionäre haben im vergangenen Februar grünes Licht dafür gegeben, dass Boeing für 4,2 Milliarden US-Dollar 80 Prozent ihrer Verkehrsflugzeugsparte kauft.

Kern dieser Übernahme ist das Embraer E2-Programm, derzeit die effizienteste Konkurrenz zum Airbus A220.

Ende 2017 waren die ersten Gerüchte über einen Zusammenschluss Boeings und Embraers aufgeploppt, seitdem verhandelten die beiden Flugzeugbauer. In diesem Jahr sollte es im Großen und Ganzen darum gehen, die nötige Zustimmung von Aktionären, Regierungen und Behörden einzuholen. Bis Ende 2019 soll das Geschäft in trockenen Tüchern sein.

Durch die Abstürze zweier Boeing 737 MAX haben sich die Prioritäten des US-Giganten allerdings drastisch verschoben. Der Fokus liegt derzeit darauf, die 737 MAX wieder flugtauglich zu machen und ihr ramponiertes Image bei Passagieren und Kunden zu kitten. Die 777-8 verbannte Boeing bereits in eine Warteschleife.

Verzögert die 737-Krise nun auch das Projekt "Boeing Brasil"?

"Wir sind zuversichtlich, dass die Transaktion die Anforderungen aller Regulierungsbehörden erfüllen wird", teilte ein Embraer-Sprecher aero.de mit. "Wir streben weiterhin an, das Geschäft bis Ende 2019 abzuschließen. Beide Unternehmen arbeiten daran, alle nötigen Genehmigungen zu erhalten, um loslegen zu können.

Bisher sind Boeing und Embraer noch getrennte Konzerne. Boeing hat Ende Juli angekündigt, einen Teil der Akquise über Anleihen finanzieren zu wollen - wieviel genau wollte der Konzern nicht einräumen. "Boeing Brasil" verspricht, eine lukrative Investition für den US-Flugzeugbauer zu werden.

Mit einem Schlag könnte Boeing gegen seinen Erzrivalen in der Sparte der 90-160-Sitzer antreten - ohne selbst in die Entwicklung der Flugzeuge investiert zu haben.

Für Embraer bricht mit dem E2-Programm dagegen zunächst eine Haupteinnahme-Quelle weg. Der Konzern rechnet für 2020 mit Null Gewinn und will sich in Zukunft neben seinen Business- und Militärfliegern unter anderem auf die Entwicklung neuer Mobilitätskonzepte wie etwa elektrisches Fliegen konzentrieren.
© aero.de (boa) | Abb.: Embraer, Großbild: aero.de | 20.08.2019 08:24

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Beitrag vom 20.08.2019 - 11:15 Uhr
Frage an die Experten hier:

Gibt es eine Art "Performance-Vergleich" zwischen A220 und E2, ähnlich A320/B737?


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