Zölle auf Biodiesel
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Indonesien droht mit Airbus-Boykott

Lion Air Boeing 737-800
Lion Air Boeing 737-800, © The Boeing Company

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JAKARTA - Die indonesische Regierung nimmt den europäischen Flugzeugbauer Airbus ins Visier. Treffen will sie damit die Europäische Kommission: sie hat Mitte August Strafzölle auf die Einfuhr subventionierten Biodiesels aus Indonesien erhoben.

Indonesische Airlines sind laut der Agentur "Bloomberg" angehalten, ihre Bestellungen bei Airbus zu überdenken und zu überlegen, ob sie ihre neuen Flugzeuge stattdessen beim US-Konkurrenten Boeing ordern könnten.

"Wir prüfen alle Möglichkeiten", sagte der indonesische Handelsminister Enggartiasto Lukita. Er habe bereits mit Airline-Vertretern gesprochen, einschließlich dem Mitgründer Lion Airs, Rusdi Kirana.

Das Lion Air-Management hatte nach dem Absturz einer ihrer Boeing 737 MAX im vergangenen Oktober laut überlegt, die offene Bestellung weiterer Maschinen dieses Typs zu stonieren und stattdessen auf Airbus umzuschwenken.

Nun grätscht die Politik den Airlines in ihrer Geschäftsplanung dazwischen. Die indonesische Regierung sucht nach Möglichkeiten, sich bei der EU-Kommission für Strafzölle auf Biodiesel in Höhe von 8-18 Prozent zu rächen, die seit Mitte August bei der Einfuhr in die EU anfallen.

Die EU-Kommission wirft der indonesischen Regierung vor, den Wettbewerb in dieser Branche mit unlauteren Subventionen zu verzerren. Der europäische Biodieselmarkt beläuft sich auf ein Volumen von zirka neun Milliarden Euro, indonesische Produzenten haben daran einen Anteil von etwa 400 Millionen Euro.

Ein Großteil des indonesischen Biodiesels wird aus Palmöl gewonnen - ein Rohstoff, der für seine mangelnde Nachhaltigkeit in der Kritik ist und den die EU bis 2030 aus Biokraftstoffen verbannen will.

Ehrgeizige Expansionspläne

Lion Air hat laut "planespotters" derzeit 112 Boeing 737 in ihrer Flotte, davon zehn 737 MAX. Weitere 187 Flugzeuge diesen Typs für Lion Air stehen in Boeings Auftragsbuch. Nur zehn Flugzeuge weniger stehen in der Airbus-Liste der offenen Bestellungen.

Das Airline-Management hat ehrgeizige Expansionspläne und peilt eine Flottengröße von bis zu 1.000 Flugzeugen an. Analysten zweifeln jedoch, ob dies ein realistisches Ziel ist.

Auch die indonesische Garuda Air hatte überlegt, ihre 737 MAX-Bestellungen zu stornieren und hat bereits im Juni eine Absichtserklärung für den Kauf von vier A330-800 unterzeichnet.

Zu einer Entscheidung zwingen kann der indonesische Transportminister die Airline-Manager wohl nicht. Vielmehr versucht er, sie zu überzeugen. "Ich habe Rusdi (Kirana von Lion Air, Red.) kontaktiert", sagte er. "Und er sagte, dass seine Airline der Regierung bei jeder Entscheidung folgen werde."
© aero.de (boa), Bloomberg | Abb.: Lion Air | 26.08.2019 09:55

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Beitrag vom 26.08.2019 - 19:02 Uhr
Kein Airbus und keine 737MAX. Ich glaube Indonesien will gar keine Flugzeuge.
Beitrag vom 26.08.2019 - 13:12 Uhr
Suventionierter Biosprit - passt so richtig die Zeit wie der geplante Umzug der Haupstadt in die letzte unberührte Natur...

Dieser Beitrag wurde am 26.08.2019 13:12 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 26.08.2019 - 10:43 Uhr
Und Garuda bestellt zeitgleich A330neo...


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