Neuer Betriebsrat
Älter als 7 Tage

Lauda-Crews: Die Fronten verhärten sich

Laudachef & Cabincrew
Laudachef Andreas Gruber und Kabinencrew, © Laudamotion GmbH

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WIEN - Trotz massivem Gegenwind seitens der Geschäftsführung haben die Mitarbeiter von Lauda am Mittwoch einen neuen Betriebsrat gewählt. Gleichzeitig warnen Gewerkschaft vida und der österreichische Pilotenverband ACA vor einer "Ryanairisierung" der Airline.

Bereits im Vorfeld der neuen Betriebsratwahl erklärte der von Ryanair importierte Personalchef Robert Wall die Abstimmung für "null und nichtig", weil er keine Kandidatenliste erhalten habe.  Laut Arbeitsverfassungsgesetz sei das auch nicht erforderlich, hielt die Gewerkschaft entgegen.

Scharf reagierte auch der Pilotenverband: Lauda außen, Ryanair innen. So durften sich die Beschäftigen zunächst sicher fühlen, da es einen Kollektivvertrag gab. Dieser sei jedoch im August abgelaufen. Statt Verhandlungen für die Weiterführung kam es aber zu neuen Forderungen der Geschäftsleitung, beklagte die ACA.

Den Betriebsräten räumte man eine Bedenkzeit von 14 Tagen ein und forderte die Erhöhung der jährlichen Flugzeit und eine Umgestaltung des Arbeits- und Freizeitmodells.

Würde dem nicht zugestimmt, müssten 30 Piloten gehen. Zudem soll die Geschäftsführung angekündigt haben, diese bei Bedarf durch polnische Leiharbeiter der Ryanair-Tochter Buzz zu ersetzen. Bereits fix ist ein Wetlease von vier Ryanair Boeing 737, die im Sommer 2020 ab Wien zum Einsatz kommen sollen. Als Grund nannte Ryanair einen "vorübergehenden" Mangel an Airbus-Piloten.

So wurde bekannt, dass neu eingestellte Crews nicht mehr direkt bei Lauda angestellt werden sollen, sondern per befristetem Leiharbeitervertrag bei "einem noch zu gründenden Vertragsanbieter". Diese Verträge sollen keine "Homebase Wien" enthalten, die ACA rechnet zudem mit "Strafversetzungen".

Eine Anfrage von aero.at zu den Beschäftigungsverhältnissen auf den externen Basen Düsseldorf, Palma und Stuttgart blieb unbeantwortet. Mit scharfen Vorwürfen reagierte hingegen die Gewerkschaft vida. So bezeichnete ihr Sprecher Daniel Liebhart die Unternehmenskultur der österreichischen Ryanair-Tochter als "mittelalterlich".

Gleichzeitig beglückwünschte Liebhart das  Laudamotion Crew Workcouncil, das mit 100 Prozent der Stimmen ein gültiges Wahlergebnis erzielt habe. Der neue Betriebsrat werde sich in den nächsten Tagen konstituieren, seinen Vorsitz wählen und dann seine Arbeit aufnehmen.
© aero.at | Abb.: Laudamotion | 10.10.2019 15:09

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Beitrag vom 11.10.2019 - 05:55 Uhr
Ganz einfach wem das nicht gefällt kann dich kündigen oder erst garnicht da anfangen. Wenn die niemandem mehr finden reguliert sich der Crew Markt automatisch und sie zahlen dann das was gefordert wird. Davon mal abgesehen verdienen die bei Ryanair Geld und gehen nicht pleite ala small Planet oder Germania wo ua Löhne auf der Strecke blieben. Landerechte entziehen ? Quatsch. Die Leute fliegen mit Ryanair genauso wie sie a Klassen statt aus Raststatt eben aus Ungarn kaufen. Der Kunde verlangt und die Firmen liefern. Es ist scheinheilig sich dann darüber zu mokieren

Ich stimme Ihnen da 100%ig zu. Das Problem ist aber, dass der deutsche Hannes sich über Arbeitsbedingungen keine Gedanken macht wenn er für 30 € nach Mallorca fliegen kann.
Beitrag vom 10.10.2019 - 23:46 Uhr
Ganz einfach wem das nicht gefällt kann dich kündigen oder erst garnicht da anfangen. Wenn die niemandem mehr finden reguliert sich der Crew Markt automatisch und sie zahlen dann das was gefordert wird. Davon mal abgesehen verdienen die bei Ryanair Geld und gehen nicht pleite ala small Planet oder Germania wo ua Löhne auf der Strecke blieben. Landerechte entziehen ? Quatsch. Die Leute fliegen mit Ryanair genauso wie sie a Klassen statt aus Raststatt eben aus Ungarn kaufen. Der Kunde verlangt und die Firmen liefern. Es ist scheinheilig sich dann darüber zu mokieren
Beitrag vom 10.10.2019 - 21:56 Uhr
Bei solch einem Gebaren sollte man der Ryanair Gruppe und all ihren Tochtergesellschaften die Landerechte sofort entziehen. Mit diesen unwürdigen Praktiken werden nicht nur Mitarbeiter drangsaliert, sondern auch Wettbewerber untergraben, die ihre Mitarbeiter halbwegs anständig behandeln.


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