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Lufthansa droht Verdrängung aus Norditalien

Air Dolomiti Embraer E195
Air Dolomiti Embraer E195, © Embraer

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FRANKFURT - Die Regierung in Rom hat ein Kooperationsangebot aus Frankfurt an Alitalia eher kühl zur Kenntnis genommen - Italien setzt auf einen Neuanfang mit öffentlichen und privaten Aktionären um Delta. Nicht nur deswegen muss Lufthansa um ihre Pfründe in Norditalien fürchten.

"Kommerzielle Partnerschaft", aber keine direkte Beteiligung: Harry Hohmeister dürfte klargewesen sein, dass er mit diesem Angebot bei den Alitalia-Rettern keine offenen Türen einrennen wird.

Dennoch reiste der Lufthansa-Vorstand für die Steuerung der Netzairlines laut Presseberichten am Montag nach Rom, um bei der Staatsbahn FS und Atlantia Chancen für eine Zusammenarbeit auszuloten. Die Frankfurter Last-Minute-Offerte wird Italien wohl ausschlagen. Der Stachel eines früheren Lufthansa-Vorschlags sitzt tief.

"Der Name Lufthansa ist bei der Alitalia-Rettung an eine frühere Erfahrung geknüpft", spielte Industrieminister Stefano Patuanelli in der Zeitung "Il Sole 24 Ore" auf ein Sanierungspapier von Lufthansa an, dessen Umsetzung jeden zweiten Arbeitsplatz gekostet hätte. "Das ist ganz offensichtlich nicht akzeptabel."

Nach Vorstellung der Regierung sollen sich neben der FS und Atlantia die US-Fluggesellschaft Delta Air Lines und das italienische Finanzministerium an der neuen Alitalia beteiligen. Laut jüngsten Presseberichten werden FS und Atlantia je 37,5 Prozent übernehmen, Delta 10 und das Ministerium 15 Prozent.

Italien will zudem die Kreditlinie für eine Anlaufphase von sechs Monaten von 900 Millionen auf 1,25 Milliarden Euro aufstocken.

"Verstehen kaum, wie Alitalia tickt"

Lufthansa droht eine Verdrängung aus Norditalien. Denn nicht nur Delta stößt in den lukrativen Markt vor. Air Italy hat die Schwäche von Alitalia genutzt, um eigene Flüge in die USA zu etablieren. Die Airline weiß mit Qatar Airways einen ebenso finanzkräftigen wie wettbewerbsaffinen Großaktionär an ihrer Seite.

Nun soll die Konzerntochter Air Dolomiti mit einem schnellen Netzausbau retten, was für Lufthansa im wichtigem Quellmarkt noch zu retten ist - und für Konnektivität aus Norditalien zu den Langstrecken-Hubs sorgen. Eine Kooperation mit Alitalia hätte dieses Modell abgesichert, heißt es aus Frankfurt.

Zeitweise hatte Lufthansa wohl tatsächlich einen Einstieg bei Alitalia durchgerechnet, dann aber einen Rückzieher gemacht. "Wir verstehen auch nach längerer Beobachtung kaum, wie Alitalia tickt und bei jedem Blick lauern neue versteckte Probleme", sagte ein Insider der "WirtschaftsWoche".
© aero.de, dpa-AFX | Abb.: Air Dolomiti | 18.10.2019 11:15

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Beitrag vom 18.10.2019 - 13:59 Uhr
Lufthansa macht gar nichts falsch, im Gegenteil: Die LH-Aktionäre werden vor einem grossen und bodenlosen Desaster verschont. Einzig die Rechnung, zuwarten zu können, bis sich Alitalia selbst entsorgt, ging nicht auf. Dem müsste man nun via Brüssel endlich nachhelfen. Es kann ja nicht sein, dass ein Staat mit eigentlich illegalen Mitteln den Markt auf diese Art verzerrt. Das ist zwar in Italien nicht verwunderlich, aber es wäre an der Zeit, hier die Schonfrist zu beenden.
Beitrag vom 18.10.2019 - 13:28 Uhr
Herr Hohmeister hat gar nichts falsche gemacht; es ist nun mal Teil seines Jobs, extrem schwierige Gespräche zu führen. Es ist schon wichtig, mit der Herren vom Stiefel im Gespräch zu bleiben, schließlich weiß man nie, was kommt. Abgesehen von den Bennettons sollte sich jeder genau überlegen, was eine wie auch immer geartete Beteiligung mit sich zieht.
Meine große Enttüuschung ist und bleibt Brüssel - es ist doch schlie0lich egal, ob der staat direkt oder über ein Staatsunternehmen indirekt die Airline subventioniert. Zahlen tun das auh wir!
Beitrag vom 18.10.2019 - 13:15 Uhr
@Nicci72:

und im Weiteren davor:

 https://skift.com/2019/03/13/datalex-seeks-cash-injection-after-debacle-on-lufthansa-tech-project/


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