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Lufthansa-Chef beklagt "Irrationalität" in der Klimadebatte

Carsten Spohr
Carsten Spohr, © Lufthansa

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FRANKFURT - Fliegen teurer, Bahnfahren billger - das Klimapaket stempelt Airlines zum CO2-Buhmann. Lufthansa-Chef Carsten Spohr sieht in der Debatte um mehr Klimaschutz viel "Irrationalität" - und ärgert sich, dass die Politik sich immer erst an die Bedeutung des Luftverkehrs erinnert, wenn es "leider etwas spät" ist.

Der Bundestag beschließt das Klimapaket der Bundesregierung. Eine angehobene Ticketsteuer wird Flugreisen verteuern. Spürbar wird das vor allem auf der Kurzstrecke. Einwende der Airlinelobby stießen in Berlin ebenso auf taube Ohren, wie Vorschläge, die zusätzlichen Einnahmen in die Erforschung alternativer, CO2-armer Kraftstoffe zu investieren.

"Unserer Branche werden immer neue und zusätzliche Belastungen aufgebürdet", sagte Spohr in einem Interview mit dem "Handelsblatt". Die Klimadebatte sei "in Teilen von Irrationalität geprägt." Erst "kurz vor der Insolvenz" erhielten Airlines "größtmögliche Unterstützung vom Staat. (...) Das ist leider etwas spät."

Die Steuern auf Flugtickets steigen zum April 2020. Die Luftverkehrsteuer für Flüge im Inland und in EU-Staaten wird um mehr als 5 Euro auf 13,03 Euro pro Ticket, für längere Flüge bis 6.000 Kilometer um knapp 10 Euro auf 33,01 Euro angehoben. Bei noch weiteren Flügen sollen 59,43 Euro fällig werden, etwa 18 Euro mehr als bislang.

Airlineverbände hatten angeregt, die Einnahmen aus der Ticketsteuer für eine Erforschung klimafreundlicher Kerosinalternativen zu verwenden. "Damit wäre dem Klima wirklich gedient", sagte Spohr dem "Handelsblatt". Die Steuereinnahmen aus nur fünf Jahren würden ausreichen, um "in größeren Mengen" nachhaltige Treibstoffe für die Luftfahrt zu produzieren.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Ingo Lang | 15.11.2019 08:37

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Beitrag vom 18.12.2019 - 13:23 Uhr
Gerade im Spiegel gefunden:
Eine gute Zusammenfassung, wie die Klimawandel-Leugnung logistisch unterstützt und finanziert wird:
 https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klima-us-thinktanks-wollen-weltklimaabkommen-torpedieren-a-1301744.html

Da arbeitet so eine Art Rechts-Industrieller Komplex an der Meinungsbildung der Zivilgesellschaft sozusagen "aktiv" mit. Aber natürlich wollen die nur unser Bestes ;-)

Ich denke, die "Irrationalität" in der Klimadebatte, die der Herr Spohr da beklagt, hat seine eigene Industrie selbst mit fininziert...

Dieser Beitrag wurde am 18.12.2019 13:29 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 16.12.2019 - 17:00 Uhr
Und damit sind wir dank EricM wieder bei der üblichen Art der Diskussion angelangt.

Wer die offizielle Lesart hinterfragt ist ein "Klima-Wandel-Leugner ( vielleicht besser : Verantwortungs-Leugner )".

Yep, die bösen "Mainstream-Kommentatoren" haben wieder zugeschlagen :-)
Ich vergesse immer wieder wie leicht unsere "das wird man ja wohl noch sagen dürften" Fraktion beleidigt ist ...

Ein Faktor 2 bei den vom IPCC (!) veröffentlichten Prognosen sind "Kleinste Unsicherheiten in den Nachkommastellen wissenschaftlicher Theorien oder abgeleiteter Prognosen" (von den Prognosen, die der IPCC-Lesart widersprechen mal abgesehen). Man selbst ist zwar den Beweis der Plausibilität "CO2-Gehalt bewirkt die Temperatur schuldig";

Ist man eben nicht.
Vom Labor-Experiment bis hin zu langjährigen Beobachtungen von CO2 Gehalt und Temperatur stimmt eigentlich alles weitgehend überein.

von der Gegenseite verlangt man aber genau das.

Auch.
Wohlgemerkt.

Sicher ist es sinnvoll sich zu überlegen, ob eine Veränderung von 280 ppm CO2 auf 400 ppm der Welt guttut. Man kann aber ebenso fragen, ob es ein Problem ist, ob statt 99,99725% nur noch 99,996% eine unverändert Zusammensetzung aufweisen.

Die 280 ppm die wir im Mittel die letzten 100.000 Jahre hatten, bewirken immerhin nachweislich eine Erhöhung der mittleren Temperatur um etwa 20°C.
Also ja, CO2 funktioniert. Umd um das zu verstehen muss man nicht Einstein sein.
Würden diese 280ppm nicht ihren Job machen, müssten Sie Ihren Post unter einer ca. 6km dicken Eisdecke heraus eintippen...

Und zur Verantwortung: Mit mittelalterlichem CO2-Ausstoß und mittelalterlicher Dreifelderwirtschaft können sie keine 8 Mrd. Menschen ernähren.

Ach.
Und ich dachte hier geht es um die Lufthansa. Die hat recht wenig mit Ernährung der Menschheit zu tun.

So - das war die letzte Antwort von mir auf Einwürfe auf diesem Niveau.

Wenn Ihnen das Niveau nicht passt: Sie dürfen gerne jederzeit echte Argumente bringen, die Ihre Position stützen. Aber halt nicht nur ein
es ist immer wieder verblüffend, wie weit hier tatsächliche Kenntnisse und der Glauben in der Öffentlichkeit auseinanderliegen.
Das ist zu billig.

Dieser Beitrag wurde am 16.12.2019 17:03 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 16.12.2019 - 16:19 Uhr
Und damit sind wir dank EricM wieder bei der üblichen Art der Diskussion angelangt.

Wer die offizielle Lesart hinterfragt ist ein "Klima-Wandel-Leugner ( vielleicht besser : Verantwortungs-Leugner )". Ein Faktor 2 bei den vom IPCC (!) veröffentlichten Prognosen sind "Kleinste Unsicherheiten in den Nachkommastellen wissenschaftlicher Theorien oder abgeleiteter Prognosen" (von den Prognosen, die der IPCC-Lesart widersprechen mal abgesehen). Man selbst ist zwar den Beweis der Plausibilität "CO2-Gehalt bewirkt die Temperatur schuldig"; von der Gegenseite verlangt man aber genau das.

Sicher ist es sinnvoll sich zu überlegen, ob eine Veränderung von 280 ppm CO2 auf 400 ppm der Welt guttut. Man kann aber ebenso fragen, ob es ein Problem ist, ob statt 99,99725% nur noch 99,996% eine unverändert Zusammensetzung aufweisen.

Und zur Verantwortung: Mit mittelalterlichem CO2-Ausstoß und mittelalterlicher Dreifelderwirtschaft können sie keine 8 Mrd. Menschen ernähren.

So - das war die letzte Antwort von mir auf Einwürfe auf diesem Niveau.


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