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Coronavirus beeinträchtigt internationalen Flugverkehr

Universal Protection Kit
Universal Protection Kit, © Galls

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MÜNCHEN - Deutschland, Kanada, Frankreich, Indien: das Coronavirus verbreitet sich inzwischen über die Grenzen Chinas hinaus. Während die chinesische Regierung ganze Städte abriegelt und Zugverbindungen streicht reagieren auch Airlines und Flughäfen auf das Virus. Ein Überblick.

6.057 Fälle zählt das Center for Systems Science and Engineering (CSSE) der Johns Hopkins Universität in Baltimore am Morgen des 29. Januar. Ein Karte des CSSE dokumentiert in Echtzeit die Verbreitung des Coronavirus, gestützt auf Daten der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Verbreitung des Coroanvirus - Screenshot CSSE vom 29. Januar 2020
Verbreitung des Coroanvirus - Screenshot CSSE vom 29. Januar 2020, © CSSE John Hopkins University


Die meisten Neuinfektionen werden nach wie vor in China gemeldet, auf der Karte finden sich bisher wenige rote Markierungen in anderen Ländern. Doch die Vorsicht mit dem Virus zeichnet sich in internationalen Flugplänen ab.

Regierungen fliegen Staatsbürger aus

Verschiedene Regierungen haben inzwischen damit begonnen, ihre Staatsbürger aus China auszufliegen - darunter die US- und die japanische Regierung. Australien bereitet sich darauf vor, Bürger nach Hause zu holen.

Die deutsche Flugbereitschaft soll am 1. Februar etwa 90 Bürger nach Deutschland fliegen, wartet aber noch auf die Erlaubnis der chinesischen Behörden, mit dem Bundeswehrflugzeug landen zu dürfen.

Air India: Vorbereitung für Rückholaktion

Wie "Reuters" berichtet steht auch Air India bereit, um indische Staatsbürger auf Geheiß der Regierung aus dem von dem Virus am stärksten betroffenen Wuhan auszufliegen.

Reisende, die aus China auf sieben der größten indischen Flughäfen ankommen, müssen sich einem Gesundheitscheck unterziehen.

Finnair und Air Canada stellen Verbindungen vorübergehend ein

Finnair fliegt von Anfang Februar bis Ende März nicht nach Peking und Nanjing. Air Canada streicht vereinzelte Flüge nach China, für die es wegen der Angst vor dem Coronavirus nicht genug Nachfrage gibt.

British Airways stoppt Direktflüge zwischen China und Großbritannien

British Airways stellt die Direktflüge zwischen Großbritannien und China ein. Dies gelte ab sofort, teilte die Fluggesellschaft am 29. Januar mit. Damit folge sie Reisewarnungen des britischen Außenministeriums.

"Die Sicherheit unserer Kunden und unserer Besatzung hat immer Priorität", hieß es weiter. Die Airline bietet täglich Flüge von London-Heathrow nach Peking und Schanghai an.

Lufthansa: Flüge von und nach China finden aktuell planmäßig statt

Die Lufthansa fliegt vorerst weiter nach China. "Wir beobachten die Lage sehr genau", sagte ein Lufthansa-Sprecher am Mittwoch auf Anfrage. Aktuell fänden alle Flüge von und nach China planmäßig statt.

Allerdings beobachtet die Fluggesellschaft eine "leichte Buchungszurückhaltung".

Schutzmechanismen bei Einreise aus China

Schutzvorkehrungen gegen die Ausbreitung des Coronavirus nehmen Flüge aus China in den Blick. Piloten sollen vor Landung in Deutschland künftig den Tower über den Gesundheitszustand der Passagiere an Bord informieren.

Reisende aus China sollen zudem in Formulare eintragen, wie sie in den nächsten 30 Tagen zu erreichen sind. Das soll bei den Airlines über diesen Zeitraum abrufbar sein, um in Infektionsfällen Kontaktpersonen ausfindig machen zu können - also auch, wer neben wem gesessen hat.

Durch Fiebermessungen an Flughäfen allein gelinge ein Stopp der Ausbreitung nicht, erläutert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der diese neuen Maßnahmen mit den Ländern besprochen hat.

Lion Air stellt Flüge nach China vorübergehend ein

Auch die indonesische Lion Air reagiert auf das Virus. Die Airline hat bereits sechs Verbindungen nach China ausgesetzt, die übrigen sollen im Februar folgen.

Cathay Pacific und United Airlines schränken Verbindungen ein

Hongkongs Cathay Pacific kündigte unterdessen an, ihre Verbindungen nach China ab dem 30. Januar um mindestens die Hälfte zu reduzieren. Die US-amerikanische United Airlines wird die Frequenz ihrer Flüge nach Peking, Shanghai und Hongkong verringern. "Die Nachfrage nach diesen Zielen ist signifikant gesunken", teilt die Airline-Kommunikationsabteilung mit.

Südkoreanische Airlines meiden chinesische Ziele

Die südkoreanischen Asiana Airlines, Jeju Air und Jin Air stellen ihre Verbindungen nach China ebenfalls vorübergehend ein.

Zusätzliche Hygienemaßnahmen an Bord

Zudem streichen manche Airlines laut "Reuters" einige Annehmlichkeiten beim Bordservice in dem Versuch, die Verbreitung des Virus zu verhindern. Die taiwanesische China Airlines und ihre Tochterairlines etwa erlauben Fluggästen nun, eigene Getränkeflaschen mit an Bord zu nehmen.

Warme Mahlzeiten werden sie vorerst nicht servieren, Stoffservietten ersetzen sie durch solche aus Papier. Zeitschriften, Kissen, Handtücher und Decken bieten sie ihren Fluggästen vorerst nicht an. Singapore Airlines erlaubt ihrer Crew, an Bord eine Atemschutzmaske zu tragen.

Verdachtsfall bei Lufthansa

Am Mittwoch meldete Lufthansa einen ersten Verdachtsfall an Bord eines Flugs nach Nanjing. Ein chinesischer Staatsbürger wurde mit Verdacht auf eine Infektion mit dem Erreger 2019-nCoV nach der Landung ärztlich untersucht. Noch ist unklar, ob der Reisende wirklich an dem Virus erkrankt ist.

Passagiere und Crew wurden von den Behörden ebenfalls untersucht. Lufthansa holte die Crew mit dem nächsten Flieger zurück nach Frankfurt.

Seit Mittwochnachmittag hat Lufthansa wie zuvor British Airways und andere Fluggesellschaften alle Flüge von und nach China bis auf Weiteres storniert.

Dieser Artikel wurde zuletzt am 29. Januar um 16.25 Uhr aktualisiert.
© aero.de (boa), dpa, Bloomberg | Abb.: CSSE Johns Hopkins University, British Airways, aero.de (Montage) | 29.01.2020 10:11


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