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Airbus nimmt Prognose zurück und streicht Dividende

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Airbus, © Airbus

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TOULOUSE - Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus stemmt sich mit weitreichenden finanziellen Maßnahmen gegen die Coronakrise. Der Konzern hat seine Finanzmittel mit einem milliardenschweren Kredit aufgestockt und die Dividende für das vergangene Jahr eingestrichen. 

Zudem hat Airbus die Prognose für dieses Jahr zurückgezogen. Die Maßnahmen dienten der Zukunftsfähigkeit des Konzerns, sagte Airbus-Vorstandschef Guillaume Faury am Montag in einer kurzfristig anberaumten Telefonkonferenz zu dem Finanzpaket in Toulouse. Die Maßnahmen seien auch dazu da, um Zeit und Planbarkeit zu gewinnen.

Mit einer neuen Kreditlinie über 15 Milliarden Euro sichert sich Airbus demzufolge weitere Liquidität. Die einbehaltene Dividende entlaste um ungefähr 1,4 Milliarden Euro. Zudem werde die freiwillige Erhöhung beim Pensionsfonds ausgesetzt. Derzeit verfüge das Unternehmen damit über ungefähr 30 Milliarden Euro an Liquidität.

Die Airbus-Aktie sackte am Vormittag in Paris um fast 12 Prozent auf 56,46 Euro ins Minus. Das Papier hatte am Freitag einen Kurssprung von 17 Prozent nach oben gemacht, war im Zuge der Coronakrise aber auch von fast 140 Euro auf zeitweise unter 50 Euro eingebrochen. Ein Börsianer sah die Maßnahmen am Montag als Anzeichen dafür, dass Airbus offensichtlich schon im dritten Krisenmonat Probleme bekomme.

Angesichts der unübersichtlichen Lage habe Airbus den Ausblick für das laufende Jahr zurückgezogen, sagte Faury. Es herrsche eine für seine Generation beispiellose Situation. Kurzfristig gebe es eine hohe Unsicherheit um die Flugzeugnachfrage. Besonders der Bereich mit Großraumflugzeugen sei von den Krisenmaßnahmen betroffen. Der internationale Langstrecken-Flugverkehr leidet derzeit unter Reisebeschränkungen und einem Nachfrageeinbruch.

Unterdessen will Airbus die wegen der Coronavirus-Krise unterbrochene Produktion in Frankreich und Spanien heute teilweise wieder aufnehmen. Airbus habe neue Sicherheits- und Hygienemaßnahmen umgesetzt, teilte das Unternehmen am Montag weiter mit. In Hamburg sei die Produktion wegen der Einführung von Präventionsmaßnahmen am Freitag gestoppt worden.

Das Unternehmen hatte in der vergangenen Woche wegen der Coronavirus-Pandemie seine Produktion in den beiden Ländern für vier Tage ausgesetzt. Die Airbus-Standorte in anderen Ländern, vor allem in Deutschland, Großbritannien, Kanada, den USA und China, waren davon zunächst nicht betroffen gewesen.

China als Anhaltspunkt für die weitere Entwicklung

Faury verwies auf die Lage in China, wo sich nach der virusbedingten Abriegelung einiger Städte und Regionen derzeit der Flugverkehr wieder erhole. China könne mit Blick in die nähere Zukunft Anhaltspunkte dafür liefern, wie lange eine Rückkehr zur üblichen Tätigkeit dauern könne. "Ich bin überzeugt, dass Airbus und die Luft- und Raumfahrtindustrie als Ganzes diese kritische Phase überwinden werden", so Faury.

"Wir ersuchen keine direkte Hilfe der Regierungen für Airbus", sagte Faury. Wichtig sei, dass die Regierungen den heftig getroffenen Fluggesellschaften unter die Arme griffen. Airbus sei in Kontakt mit den Airlines und es sei eine "sehr dynamische Situation". 

Ob es zu größeren Streichungen von Bestellungen kommen könnte oder wie viele Maschinen Airbus in diesem Jahr überhaupt produzieren könne, dazu wollte Faury keine konkreten Angaben wagen. Jüngst hatte die australische Airline Qantas bei Airbus um Aufschub der Order von zwölf Jets des Typs A350 gebeten.

Airbus habe mittlerweile tausende Gesichtsmasken an Krankenhäuser und Behörden europaweit gespendet, hieß es vom Konzern. Ein A330-800 Testflugzeug habe am Wochenende aus China ungefähr zwei Millionen Gesichtsmasken nach Europa gebracht, von denen die meisten in Frankreich und Spanien an staatliche Stellen gespendet werden sollen. Weitere Flüge seien geplant, teilte Airbus weiter mit.
© dpa-AFX | Abb.: Airbus | 23.03.2020 06:46


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