Kabinen nach Covid-19
Älter als 7 Tage

Wie sich die Ansteckungsgefahr an Bord bannen lässt

airBaltic Airbus A220-300 Kabine
airBaltic Airbus A220-300 Kabine, © airBaltic

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HAMBURG - Flugzeugkabinen werden nach Covid-19 nicht mehr aussehen wie zuvor. Einige Funktionen lassen sich bereits heute berührungsfrei gestalten - doch die Krise treibt den Ideenreichtum der Hersteller weiter voran. Auch für die engmaschige Reinigung stehen neue Lösungen parat.

Airbus spielt derzeit Szenarien durch, welche Innovationen "eine saubere Umgebung schaffen können, in der Passagiere in Zukunft das Gefühl haben werden dass Fliegen sicher ist", sagte Ingo Wuggetzer, Chef des Kabinen-Marketings bei Airbus, jetzt auf einer von der Branchenorganisation APEX mitveranstalteten Online-Tagung.

Die Ansätze reichen dabei von berührungsfreien Funktionen, wie sie heute bereits auf Flugzeugtoiletten vorhanden sind, bis in Bereiche wie Handgepäckfächer und Bordunterhaltung oder dem Einbau bakterienabweisender Oberflächen in der Kabine. Diese sind ebenfalls heute bereits in den Bordtoiletten zu finden.

"Gepäckfächer können mit Stellmotoren ausgestattet werden, die die Klappen zentral öffnen und schließen, oder dies könnte durch berührungsfreie Sensoren geschehen", ergänzt Ingo Wuggetzer gegenüber aero.de. Die berührungsfreie Bedienung der Bordunterhaltung könnte über das eigene Smartphone erfolgen.

Vernebeln oder Ausleuchten

Außerdem ließen sich dort für Passagiere Apps nutzbar machen, die auf einen vorhandenen Datenpool und neue Kameras in der Kabine zugreifen und etwa helfen sollen, künftig Warteschlangen vor den Bordtoiletten zu vermeiden. "Das sind nur einige Ideen, die wir derzeit prüfen, Details sowie Prioritäten bei der Umsetzung erarbeiten wir noch", so Wuggetzer.

Gleichzeitig entwerfe man ein ganzheitliches Reinigungskonzept für Kabinen, in dem die bereits vorhandenen Luftpartikelfilter für die Kabinenluft ebenso eine Rolle spielen wie neue Reinigungsmethoden mit UV-Licht oder Vernebelung, wie sie zum Teil auch in Krankenhäusern praktiziert werden.

In diesem Zusammenhang geht die Luftfahrtbranche in der aktuellen Krise davon aus dass die digitale Transformation ihrer Prozesse in den kommenden zwei Jahren bei Investitionen die absolute Priorität haben wird. Fast 70 Prozent der im Rahmen einer jetzt vorgestellten APEX-Umfrage befragten 235 Unternehmens-Vertreter sieht dies als klare Priorität.

An letzter Stelle von 17 abgefragten Bereichen stehen dagegen künftig Flugzeugbestellungen. Hier erwarten über 75 Prozent der Befragten einen Rückgang der Investitionen.
© aero.de | Abb.: Airbus | 03.05.2020 08:12

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Beitrag vom 04.05.2020 - 19:40 Uhr
Wenn die Bekämpfung von Hunger das Ziel der Mächtigen und Reichen wäre dann hätten wir keinen Hunger mehr auf der Welt. Ziel ist es jedoch Kroege zu führen, Macht zu gewinnen und eben jene hungern zu lassen um Abhängigkeiten zu erschaffen.

So weit, Absicht zu unterstellen, muss man doch gar nicht gehen.
Um den - durchaus insgesamt traurigen - Zustand der Welt zu erklären brauchen Sie nur Menschen, die nach finanziellem Vorteil suchen. Dabei ist ausdrücklich auch der Vorteil einer eigentlich humanistisch neutralen robusten Alterssicherung hierzulande gemeint, der in Indexfonds oder Lebensversicherungen investieren lässt, die wiederum ihre Entscheidungen basierend auf der rein finanziell beurteilten Leistungsfähigkeit eines Produkts fällen.

Und schon erzeugen Sie systematisch Firmen, die im weltweiten Massstab im Auftrag ihrer Eigentümer nur auf den eigenen fianziellen Vorteil aus sind und dabei durchaus auch unmoralische Entscheidungen treffen.
Im Namen aller.

Und da beisst sich jetzt die Katze in den Schwanz, da die Wirkung der Krise jetzt auf Alle zurückschlägt.

Ich halte den Ansatz von Airbus durchaus für strategisch und richtig im Sinne einer besseren Gesamthygiene. Aber so rein operativ wird sich dadurch am akuten Geschehen wenig ändern.
Langfristig müssen wir an die Feedback Loops unserer Wirtschaft/Gesellschaft ran um tatsächliche Änderungen herbeizuführen.



Dieser Beitrag wurde am 04.05.2020 20:29 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 04.05.2020 - 14:48 Uhr
@tip vermehrt hungernde Menschen durch die Krise? Man steck 2 Billionen Dollar weltweit in Rüstung und Krise, gleichzeitig jedoch gerade einmal wenige Millionen in die Bekämpfung von Hunger. Was schließen sie daraus? Das irgendjemanden etwas vor der Krise interessiert hat oder jetzt oder gar nie?

Wenn die Bekämpfung von Hunger das Ziel der Mächtigen und Reichen wäre dann hätten wir keinen Hunger mehr auf der Welt. Ziel ist es jedoch Kroege zu führen, Macht zu gewinnen und eben jene hungern zu lassen um Abhängigkeiten zu erschaffen.
Beitrag vom 04.05.2020 - 14:35 Uhr
Ich denke der Hammer für die Luftfahrt hängt an einer ganz anderen Stelle. Wenn sich die Krankheitssituation einigermaßen eingependelt hat wird man Ursachenforschung betreiben und über Maßnahmen nachdenken. Da kommt man dann vermutlich dahin, dass die schnelle interkontinentale Verbreitung der Krankheit wesentlich durch die heutige Form der Luftfahrt verursacht wurde. Die Pandemie ist an einem relativ gut angebundenen Ort ausgebrochen. Das Gegenbeispiel ist Ebola. Obwohl der Ausbruch in eine medizinisch schlechter ausgestatteten Region Afrikas erfolgte, war die Ausbreitung relativ regional.

Da könnte sich die (Welt-)Politik fragen ob die interkontinentalen Massentransporte nicht zu risikoreich sind. Es ist ja nicht auszuschließen, dass ein potentiell nächstes Virus bei Entdeckung bereits wesentlich weiter verbreitet ist. Wenn man dann noch die immensen Kosten und Folgeprobleme (z.B. vermehrt hungernde Menschen) der aktuellen Pandemie nimmt, wäre ein naheliegender Schluss die interkontinentale Fliegerei dauerhaft einzuschränken. So nebenbei hätte man auch etwas für die Umwelt getan.


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