Gesundheitsschutz
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Flughäfen bereiten sich auf Rückkehr der Passagiere vor

Hinweisschilder am Frankfurter Flughafen
Hinweisschilder am Frankfurter Flughafen, © Flughafen Frankfurt

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AMSTERDAM - Schutzmasken und Handschuhe, Plexiglas und Abstandsmarkierungen: Flughäfen bereiten sich darauf vor, bald wieder Passagiere zu empfangen. Besonders optimistisch sind sie dabei nicht. Die neuen Hygienemaßnahmen werden viel Zeit und Platz in Anspruch nehmen.

Bei 400 Menschen - soviele, wie in viele Großraumjets passen - darauf zu achten, dass sie zwei Meter Abstand halten, "bedeutet eine Schlange von fast einem Kilometer, damit ist die Abflughalle gefüllt und die Schlange setzt sich auf den Parkplätzen fort", sagt der Chef des Londoner Heathrow Flughafens, John Holland-Kaye.

Die zwei-Meter-Abstands-Regel würde die Kapazität des Flughafens ihm zufolge um 20 Prozent reduzieren. "Das können wir nicht durchhalten, bis es eine Impfung gibt." Stattdessen schlägt er vor, dass Flughäfen Passagiere am Terminal-Eingang auf Covid-19 testen. 

Der Betreiber des Flughafens Heathrow testet derzeit ein System, das die Körpertemperatur misst und das Hinweise auf infizierte Personen liefern soll. An asiatischen Flughäfen kommt dieses System seit einigen Jahren zum Einsatz. Die britische Regierung muss es erst noch genehmigen.

Markierungen und Hinweise in Frankfurt

Am Frankfurter Flughafen hat der Betreiber Fraport den Check-in-Bereich, die Gepäckausgabe, Boarding- und Sicherheitszone so umgestaltet, dass Passagiere einen Abstand von mindestens eineinhalb Metern einhalten können.

Bodenmarkierungen, Plakate und Digitalanzeigen und das Personal sollen Reisende daran erinnern, den Abstand einzuhalten. Überall hängen Spender für Desinfektionsmittel. Wo Reisende auf Personal treffen, sind Plexiglasscheiben installiert. "Wir haben eine ganze Reihe von Maßnahmen ergriffen, um das Risiko zu minimieren, dass jemand sich ansteckt", sagte CFO Matthias Zieschang.

Schutzmasken-Automat am Flughafen München
Schutzmasken-Automat am Flughafen München, © Flughafen München
 
Am Amsterdamer Flughafen Schiphol bleibt jeder zweite Check-in-Schalter und jedes zweite gate geschlossen. Bei der Gepäckausgabe bekommt jeder Flug sein eigenes Band. 

Am Münchner Flughafen können Reisende sich am Automaten Schutzmasken, Desinfektionstücher und Einweghandschuhe ziehen. Der Betreiber des Flughafens in Helsinki stellt jedem Besucher Schutzmasken zur Verfügung. Wer Ankommende abholen will, soll im Auto oder in einem verlassenen Terminal auf sie warten, das still gelegt wurde.

Am Pariser Charles de Gaulle-Flughafen ist jeder zweite Stuhl in den Wartebereichen gesperrt. Reinigungsmannschaften desinfizieren die Terminals jede Nacht, in den Aufzügen dürfen jeweils nur drei Personen fahren.

Die Flughafenbetrieber testen zudem neue, in China produzierte Geräte, die pro Sekunde die Temperatur von 16 Menschen messen können. Die Geräte sind am Ausgang der Gepäckausgabe aufgestellt.

Passagiere mit Fieber werden beiseite genommen und bekommen die Möglichkeit, sich untersuchen zu lassen und einen Coronavirus-Schnelltest zu machen. "Wenn sie dies ablehnen, ist es ihre Entscheidung", sagte der CEO der Pariser Flughäfen, Edward Arkwright. 

Hygienemaßnahmen an den Pariser Flughäfen, © @ParisAeroport
 
"Wir setzen auf die persönliche Freiheit und das Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen. Das Ziel besteht darin, Maßnahmen zu ergreifen, die Vertrauen vermitteln, damit jeder das Gefühl hat, sicher reisen zu können."

Manche Flughäfen setzen ihre Hoffnungen auf ein System, das Untersuchungen mit Gesundheitszeugnissen kombiniert mit der Möglichkeit, die Fälle nachzuverfolgen, falls die Krankheit wieder aufflammt.

Am Flughafen Wien können Ankommende eine vierzehntägige Quarantäne vermeiden, wenn sie sich auf eigene Kosten einem Coronavirus-Schnelltest unterziehen. Abfliegende Passagiere können den Test ebenfalls machen und das Testergebnis bei der Ankunft am Zielort vorlegen. Für den Test muss mit mehrtägigem Vorlauf ein Termin vereinbart werden, er kostet 190 Euro.

Der Chef des Flughafens Dubai, Paul Griffiths, hofft darauf, dass bald ein Impfstoff zur Verfügung steht. Zwar könnten die neuen Maßnahmen das Vertrauen der Passagiere stärken, seien jedoch weder für die Unternehmen, noch für die Öffentlichkeit nachhaltig.

"Diese Krise ist anders als alles, was wir je im Luftfahrtgeschäft erlebt haben", sagte Griffiths. "Wir haben es mit einem Monster zu tun."
© aero.de (boa), Bloomberg | Abb.: Flughafen München, Fraport | 16.05.2020 16:33

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Beitrag vom 19.05.2020 - 10:27 Uhr
Da kommt nix, ich habe auch noch was offen. Damit reiht er sich nahtlos ein.
Beitrag vom 19.05.2020 - 09:48 Uhr
@Avokus:
Kommt da noch was von Ihnen, oder möchten sie die Konsequenzen, die Ihr Vorschlag hätte, lieber nicht diskutieren?

Immerhin stellt Ihr Vorschlag das Recht einer Personengruppe auf Wohlstand über das Recht einer anderen Gruppe auf Leben und körperliche Unversehrtheit.
Neben der Tatsache, dass das GG da andere Prioritäten setzt fände ich es tatsächlich interessant, wie Sie gedenken das mit Argumenten zu rechtfertigen.
Beitrag vom 18.05.2020 - 16:46 Uhr
@ Vorredner
Wenn Sie sich inhaltlich mit den beiden einleitenden Absätzen auseinandergesetzt haben, dann können Sie aus Absatz drei sehr wohl ableiten was ich meine.

Das finde ich jetzt feige.
Wenn Sie wirklich massehafte Infektionen und damit viele vermeidbare Tode (noch dazu verdammt qualvolle Erstickungstode) in Kauf nehem wollen, um der Wirtschaft zu helfen, sollten Sie auch Manns genug sein, das so klar zu schreiben, statt hier nur Andeutungen ins Forum zu raunen.

Und eventuell sollten Sie ein paar Argumente mitliefern, warum das Ihrer Meinung nach eine moralisch vertretbare Entscheidung wäre und wieviele Leben Sie bereit wären für die Wirtschaft zusätzlich zu opfern.

Denn: Der Wirtschaft helfen will ja jeder. Aber nur solange man dabei vermeidet, über die Konsequenzen nachzudenken, ist das eine vermeintlich einfache Entscheidung...

Dieser Beitrag wurde am 18.05.2020 16:49 Uhr bearbeitet.


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