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Management droht mit Schließung der Wiener Lauda-Basis

Lauda Airbus A320
Lauda Airbus A320, © Flughafen Stuttgart

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WIEN - Das Ryanair-Management steht unter Druck - und gibt diesen an die Belegschaft weiter. Nickt die Gewerkschaft die geplanten Sparmaßnahmen nicht ab, wird die Wiener Basis der Ryanair-Tochter Lauda Air Ende des Monats schließen. Allein dort würden 300 Mitarbeiter ihren Job verlieren.

"Lauda stellt eine massive Herausforderung dar", zitiert die Nachrichtenagentur "Bloomberg" Ryanair Group-CFO Neil Sorahan. "Wir sind dabei, die Airline umzustrukturieren - das erfordert bedeutende Kostensenkungen. Wenn das nicht passiert, werden wir die (Wiener, Red.) Basis schließen und die Airbus A320 ausflotten müssen."

Die Verantwortung für diese Entwicklung schiebt das Management der Gewerschaft Vida zu: ihr allein sei es einem Schreiben an die Mitarbeiter zufolge zu verdanken, wenn das Management die Schließung der Basis tatsächlich ausmacht. 

Denn über 94 Prozent der in Wien stationierten Piloten hätten den Sparmaßnahmen bereits zugestimmt, beim Kabinenpersonal seien es 66 Prozent. Allein die Gewerkschaft verweigert laut Management die Zustimmung zu einem neuen Kollektivvertrag, der Gehaltskürzungen bis zu vierzehn Prozent im Gegenzug zu mehr Freizeit vorsieht. 

Das sollte nach dem Willen des Managements der Beitrag der Belegschaft zur Bewältigung der Coronavirus-Krise sein.

Bei Gewerkschaft Vida vermutet man, dass Ryanair Tarifverträge aushebeln will und "schon länger" auf eine Schließung der Wiener Lauda-Basis hinarbeitet. Angesichts aktueller Kurzarbeitsregelung bestehe dafür "kein wirtschaftlicher Grund", sagte der Fachbereichsvorsitzende Luftfahrt Daniel Liebhart aero.de.

Der Wiener Betrieb steht nach Lesart des Managements doppelt unter Druck, weil die österreichische Lufthansa-Tochter und Konkurrentin der Lauda Air aller Voraussicht nach mit staatlichen Hilfen rechnen kann.

Das Ryanair-Management wettert seit Wochen gegen Staatshilfen für Airlines und hat in diesem Zusammenhang bereits zweimal die EU-Kommission verklagt. Die Wiener Basis ist dem Management zudem schon länger ein Dorn im Auge. Bereits vor dem Ausbruch der Coronavirus-Pandemie lag es mit der Gewerkschaft vida im Clinch um die Arbeitsbedingungen der Wiener Belegschaft.

Die Krise hat den Konflikt verschärft und ist geeignet, den bereits vor Monaten in Gang gesetzten Umzug der Basen nach Spanien zu beschleunigen. Sorahans Drohung, die A320 auszuflotten, darf auch als Botschaft in Richtung Airbus verstanden werden. 

Erst vor wenigen Tagen hatte Ryanair Group-Chef Michael O'Leary lautstark seinen Unmut über seiner Ansicht nach mangelndes Entgegenkommen des Flugzeugbauers geäußert. Im Zuge der Krise hat O'Leary offenbar von der Idee Abstand genommen, die Flotte zu diversifizieren und favorisiert inzwischen wieder eine Boeing-Einheitsflotte.

Diese Lösung scheint ihm günstiger - wohl auch, weil er sich im Zuge des 737 MAX-Dilemmas satte Rabatte von Boeing verspricht, wenn die MAX erst einmal wieder abheben darf.
© aero.de (boa) | Abb.: Lauda | 18.05.2020 10:48

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Beitrag vom 20.05.2020 - 14:43 Uhr
@Hobbes

Was gerade bei Niki abläuft ist eine Sauerei sondersgleichen und war schon abzusehen, als MOL das Ruder von Lauda übernommen hat.

Gut gemacht liebe EU, kartellrechtlich alles richtig gemacht, menschlich komplett versagt Frau Vers(t)ager.

Frau Verstager für ein Unternehmen, dass nach jahrelangen Verlusten und mit einer unbrauchbaren Strategie vor dem Aus steht persönlich verantwortlich zu machen ist - gelinde gesagt - hanebüchen!

Schon vergessen?:

"Lufthansa wollte ursprünglich mit den Teilgesellschaften LGW und Niki für insgesamt 210 Millionen Euro einen beträchtlichen Teil des Flugbetriebs der insolventen Air Berlin übernehmen. Die EU-Kommission äußerte allerdings Bedenken, dass die Lufthansa durch die Niki-Übernahme auf Dutzenden Strecken zum Monopolisten würde. Der Lufthansa-Konzern zog sein Angebot für die österreichische Air-Berlin-Tochter daraufhin zurück, Niki meldete insolvenz an und stellte den Flugbetrieb ein."

Über Lauda dann zu MOL, dem Sklaventreiber. Der hat natürlich kein Monopol!. Und nun, immer noch hanebüchen?

 https://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2017-12/air-berlin-tochter-lg-walter-lufthansa-kauf
Beitrag vom 19.05.2020 - 22:48 Uhr
Ganz ehrlich: So leid es mir um die 300 MA tut, aber wenn man nicht endlich auch mal von der anderen Seit ein Exempel statuiert und diese Sozialdumper auflaufen lässt, wird sich nie was ändern.

Wenn den 15-20% zugestimmt werden kommen MOL und seine Schergen doch spätestens in 6 Monaten mit den nächsten 20% usw.

Was gerade bei Niki abläuft ist eine Sauerei sondersgleichen und war schon abzusehen, als MOL das Ruder von Lauda übernommen hat.

Gut gemacht liebe EU, kartellrechtlich alles richtig gemacht, menschlich komplett versagt Frau Vers(t)ager.

Frau Verstager für ein Unternehmen, dass nach jahrelangen Verlusten und mit einer unbrauchbaren Strategie vor dem Aus steht persönlich verantwortlich zu machen ist - gelinde gesagt - hanebüchen!
Beitrag vom 18.05.2020 - 19:13 Uhr
 https://www.austrianaviation.net/detail/lauda-arbeiterkammer-noe-kritisiert-ryanair-heftig/

"So würden TechnikerInnen seit Monaten systematisch unter Druck gesetzt, um ihr OK für die Flugtauglichkeit von Fliegern zu geben, um damit notwendige teurere Service-Wartungen zu umgehen. Weiters berichten die MitarbeiterInnen, dass Kollegen sich für jeden Tag Krankenstand per Rapport rechtfertigen müssten. Ihnen würde mit Kündigung beim nächsten Krankenstand gedroht, was dazu führt, dass viele MitarbeiterInnen krank weiterarbeiten würden. Auch gibt es Berichte von MitarbeiterInnen, dass Zwangsimpfungen seitens der Airline vertraglich festgelegt würden“

Wenn sich eine Airline nur durch solche Machenschaften am Markt halten kann, gehört sie weg. Sorry für die Mitarbeiter, aber das ist doch schon nahe an der Sklaverei...

Da würde ich weiter gehen. Wenn auch nur einer dieser Punkte gerichtsfest beweisbar ist, sollte die dafür verantwortliche Geschäftsleitung in den Knast gehen.


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