Thierry Antinori
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Manager: Qatar Airways hat eine Fusion nicht nötig

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Thierry Antinori, © Lufthansa

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DOHA - Qatar Airways steht trotz Krise gut da: davon ist der Strategie-Chef der Airline, Thierry Antinori überzeugt. Seit Beginn der Blockade durch die Nachbarländer sei Qatar Airways um 35 Prozent gewachsen, in der Covid-19-Krise trage die Frachtflotte das Geschäft zu einem großen Teil. 

"Mit 28 Cargoflugzeugen haben wir die größte Frachtflotte der Welt", sagte Antinori im Interview mit dem "Spiegel". "Das läuft gut. Nimmt man auf Passagierflügen viel Fracht mit, kann man auch mit weniger Auslastung profitabel fliegen."

Tatsächlich hatte Qatar Airways bereits im Zuge der Blockade durch die Nachbarländer, die seit 2017 anhält, ihr Frachtgeschäft ausgebaut. Dies kommt ihr nun auch in der Covid-19-Krise zupass.

Beim Passagiergeschäft konzentrierte sich Qatar Airways zu Beginn des weltweiten Lockdowns auf Flüge für Passagiere, die in verschiedenen Ländern festsaßen Möglichkeiten für die Reise in ihre Heimatländer suchten.

Auf diese Weise stand der Passagierbetrieb der Airline in den vergangenen Monaten laut Antinori an keinem Tag still. "Wir sind trotz der Krise kontinuierlich jeden Tag geflogen und haben nie weniger als 28 Ziele pro Woche angeboten", sagte er gegenüber dem "Spiegel". Frankfurt, London, Paris und Amsterdam hätten sogar täglich auf dem Flugplan gestanden. 

Inzwischen sei es jedoch komplizierter geworden, Strecken mit genug Auslastung zu finden. "Aber es gibt sie." Trotz Antinoris Zuversicht bleibt auch Qatar Airways nicht von Sparmaßnahmen verschont.

Stellenabbau und Gehaltskürzungen

Insgesamt wird die Airline laut ihrem Chef Akbar Al Baker 20 Prozent der Stellen streichen. Die Gehälter von aus dem Ausland angeworbenen Piloten sollen demnach um 15 bis 20 Prozent gekürzt werden. Offene Fluzeuglieferungen will Al Baker um bis zu zehn Jahre nach hinten verschieben.

Zusammenschlüsse mit anderen Airlines, um die Krise mit vereinten Kräften zu überstehen, schließt Antinori allerdings aus. "Ich habe keine Ahnung, was unsere Wettbewerber machen werden", sagte er dem "Spiegel". "Aber wir haben das nicht nötig, wir sind stark und haben eine gute Flotte."

Entsprechend will das Qatar Airways-Management die Suche nach lohnenden Investments in andere Airlines fortsetzen. Zuletzt betonte Al Baker etwa sein Interesse daran, die zehn-Prozent-Beteiligung an Latam weiter auszubauen.

In Hinblick auf die Lufthansa äußerte der ehemalige Lufthansa-Vorstand Antinorigegenüber dem "Spiegel" sein Bedauern. "Ich bin traurig über die Situation und vor allem tut es mir leid für die Arbeitnehmer, denn sie sind eine große Gemeinschaft. Aber ich bin optimistisch. Das Leben ist am Ende immer gerecht."
© aero.de (boa) | Abb.: Qatar Airways | 26.06.2020 16:41


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