Russisch-chinesischer Großraumjet
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CRAIC CR929 kommt später als geplant

CRAIC CR929
CRAIC CR929, © COMAC

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MOSKAU - Mit der CRAIC CR929 wollen Russland und China gemeinsam in den Markt moderner Großraum-Verkehrsflugzeuge eintreten und damit technologisch zu Boeing und Airbus aufschließen. Doch der Zeitplan verzögert sich: Zwischen den beteiligten Partnern knirscht es.

Eigentlich wollte man schon weiter sein: In Windkanaltests und am Computer feilen chinesische und russische Ingenieure derzeit noch am finalen Design der CRAIC CR929, die irgendwann einmal Boeings Dreamliner und dem Airbus A350 Konkurrenz machen soll.

2022 soll es eingefroren werden, damit zeitnah ein erster Prototyp gebaut werden kann. Unterdessen laufen bei der United Aircraft Corporation (UAC) in Russland sowie bei Comac in China die Analysen, welche Zulieferer und Projektpartner künftig mit im Boot sitzen sollen.

"Es war geplant, diese Arbeiten im Jahr 2020 abzuschließen und 2021 mit den ausgewählten Partnern in die Vertragsphase zu treten", erläuterte Rawil Chakimow, Generaldirektor der UAC-Tochter Irkut, gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

Unterschiedliche Zielsetzungen

Doch das gemeinsame Vorhaben hat Sand im Getriebe, wie Chakimow weiter ausführte: "Leider gibt es Schwierigkeiten bei der Zusammenarbeit mit unseren chinesischen Partnern", weshalb er damit rechne, dass sich die aktuelle Findungsphase noch bis ins Jahr 2021 hinziehen wird.

Das bedeute, dass die ersten Serienflugzeuge wohl erst zwischen 2028 und 2029 ausgeliefert werden könnten, anstatt, wie bisher kolportiert, zwischen 2025 und 2027. Hintergrund ist offenbar ein Streit über die strategische Ausrichtung des CR929-Programms, bei dem die beiden Partnerländer unterschiedliche Prioritäten setzen.

So zitiert die russische Parlamentszeitung den russischen Industrie- und Handelsminister Denis Manturow, die Chinesen seien einst mit dem Hauptziel in das Projekt eingestiegen, "Zugang zu Technologien zu erhalten und ihren heimischen Markt für ihre eigenen Flugzeugen zu bewahren. Wir müssen deshalb ständig nach Kompromissen suchen, weil unser Fokus nicht darauf liegt, Technologien zu teilen, sondern auch in externe Märkte vorzustoßen."

"Höhen und Tiefen"

Bereits in der Vergangenheit war die Zusammenarbeit zwischen der chinesischen und der russischen Seite nicht ohne Probleme verlaufen. 2019 berichteten russische Ingenieure, dass insbesondere die Sprachbarriere sowie Diskussionen um Zuständigkeiten und Vorgehensweisen das Vorankommen des Projekts erschwere.

Corona-bedingte Kontaktbeschränkungen erschweren seit März den Austausch zwischen den Entwickler-Gremien zusätzlich. Minister Manturow sprach von "vielen Höhen und Tiefen", die den gemeinsamen Weg prägten – beteuerte aber, dass Russland die CR929 selbstverständlich auch weiterhin mitfinanziere.

Offenbar will man in Russland Gerüchte, man könne aus dem Programm aussteigen, gar nicht erst aufkommen lassen. Die Kosten für die Entwicklung der CR929 werden von russischer Seite mit 13 bis 20 Milliarden US-Dollar beziffert.
© FLUG REVUE - PZ | Abb.: UAC | 10.07.2020 07:48


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