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Embraer liefert im zweiten Quartal vier E-Jets aus

Embraer E195-E2
Embraer E195-E2, © Andreas Spaeth

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SÃO JOSÉ DOS CAMPOS - Embraer hat im zweiten Quartal 2020 vier Jets der E2-Familie ausgeliefert: zwei E175 und zwei E190-E2.

Das insgesamt 1.600ste Flugzeug aus Embraers E-Jet-Familie ging an Helvetic Airways. Ganz nebenbei hat das Flugzeug dabei einen Langstreckenrekord für die E190-E2 aufgestellt. 

Der transatlantische Flug zur Auslieferung des neuen E190-E2 führte von Natal, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Rio Grande do Norte, nach Zürich in der Schweiz. Die Embraer von Helvetic Airways startete um 06:37 Uhr (Ortszeit) in Brasilien und landete am Abend um 20:48 Uhr (Ortszeit) am internationalen Flughafen Zürich.

Der Nonstop-Flug dauerte 9 Stunden und 10 Minuten für eine Strecke von insgesamt 7150 Kilometern und erreichte somit Werte, die normalerweise nur für Langstreckenflugzeuge möglich sind. An Bord waren allerdings nur fünf Personen.

Insgesamt hat die schweizer Airline fünf E190-E2 und acht E190-E1 in ihrer Flotte. Zudem hat sie eine bereits bestehende Bestellung geändert: statt vier E190-E2 setzt das Management auf die gleiche Anzahl des größeren Modells E195-E2. Damit hat Helvetic nun insgesamt acht feste Bestellungen für E190-E2, vier für E195-E2 sowie zusätzlich die Option auf weitere zwölf Flugzeuge der E2-Familie.

Auch Congo Airways hat eine Bestellung vom Dezember 2019 über zwei E175 abgeändert: Stattdessen sollen nun zwei E190-E2 zur Flotte der Airline stoßen. Außerdem hält sie die Option auf weitere zwei dieser Flugzeuge.

Das Embraer-Management muss das Unternehmen inmitten der Corona-Krise neu positionieren und möglicherweise neue Partner finden. Im Mai hatte Boeing das avisierte Joint Venture mit dem brasilianischen Flugzeugbauer in letzter Minute platzen lassen.

Analysten rechnen damit, dass Flugzeuge in der Größenordnung von Embraers E2-Familie - also 80 bis 150-Sitzer - im Zuge der Corona-Krise zukünftiger stärker gefragt sein werden.
© aero.de (boa) | 20.07.2020 14:03

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Beitrag vom 21.07.2020 - 15:50 Uhr
Wenn Airbus den C500, Entschuldigung den Airbus A220-500 noch vorantreibt dann hat Boeing gar nichts mehr zu melden. Ich liebe diese Jets von Embraer und Ex-Bombardier.

Dass Boeing den praktisch ja bereits perfekten Deal der Übernahme von Embraer platzen lassen musste war ein weiterer herber Rückschlag natürlich vor allem für Boeing, aber letztlich auch für Embraer, die als relativ kleiner Flugzeughersteller aus einem Land mit großem Potential, aber auch großen Problemen in einem Markt zu überleben versuchen, in dem es bisher ein Oligopol der "Großen Zwei" gab: Boeing und Airbus. Diese Marktsituation ist jetzt sichbar im Wandel begriffen. Ob das Embraer unter den gegenwärtigen Bedingungen etwas nutzen wird, wird man abzuwarten haben.
Allerdings zeigt das Negativ-Beispiel Bombardier auch, dass vorzügliche technische Innovation noch keine Überlebensgarantie auf diesem Markt der Flugzeughersteller ist: Airbus hat sich in der Luftfahrtsparte von Bombardier den besten Teil genommen, Mitsubishi den zweiten wichtigen und damit einen wichtigen Markteintritt geschafft, Bombardier befindet sich dagegen in der Abwicklung.

A 220 und die E-Jets von Embraer sind derzeit sicherlich sehr innovative und auch zeitgenäße Produkte, wobei man dann allerdings auch die Größenordnungen der (immer noch) vorliegenden Bestellungen im Auge behalten sollte: mit denen für die A 320-Familie von Airbus und selbst der MAX von Boeing können diese nicht mithalten - vor allem, weil sie ein anderes Marktsegment bedienen als diese. Der A220-300 ist dabei sicherlich auch dabei, den A 319 sukzessive zu verdrängen - aber genau deshalb wird sich Airbus wohl eher bedeckt halten, einen A 220-500 zu entwickeln, der ja weniger der MAX von Boeing als vielmehr dem eigenen Top-Produkt A320neo schaden würde. Gäbe es noch Bombardier als Flugzeughersteller, die Situation sähe völlig anders aus - aber das ist leider nur noch ein reiner Konjunktiv ohne Realitätsbezug.

Und schließlich sind da zwei Flugzeughersteller, die vor dem Markteintritt stehen und die vom Ehrgeiz und dem Geld ihrer heimischen Autokraten getrieben werden: die Comac und die Irkut. Sicherlich bleibt hier abzuwarten, ob diese jenseits ihrer Heimatmärkte nennenswerten Absatz finden werden. Allerdings ist zumindest der chinesische Markt so groß und so kapitalkräftig, dass eine "von oben" erfolgte Distribution des Flugzeugs auf dem Markt dort für sich schon genug Potential hat, die Comac zum relevanten Produkt auf dem Weltmarkt zu machen.

Schließlich: Auf einen Crash von Boeing zu hoffen ist ein reines Nullsummenspiel, das vielen Menschen schaden und viele Existenzen vernichten würde, während es den Markt kein bisschen voranbringen würde - eine reine Loose-Loose-Situation. Es wäre in der gegenwärtigen Wirtschafts- und Marktlage nur einfach noch ein weiteres Desaster und auch dem A 220 und den E-Jets von Embraer wäre damit nicht gedient.

Es ist mithin eine sehr komplexe Gemengelage und ob das technische Potential dieser innovativen Produkte A 220 und E-Jets von Embraer hinreichend sein wird, um ihnen die auch von mir erhofften Marktanteile zu sichern, kann derzeit niemand mit hinreichender Sicherheit sagen.


Dieser Beitrag wurde am 21.07.2020 15:58 Uhr bearbeitet.
Beitrag vom 21.07.2020 - 11:42 Uhr
Wenn Airbus den C500, Entschuldigung den Airbus A220-500 noch vorantreibt dann hat Boeing gar nichts mehr zu melden. Ich liebe diese Jets von Embraer und Ex-Bombardier.
Beitrag vom 20.07.2020 - 15:14 Uhr
Vier Flugzeuge - klingt nicht gerade nach sehr viel. Aber das zweite Quartal 2020 ist in der Luftfahrt nirgendwo ein Quartal, an dem sich irgendetwas messen lässt. Man kann auch sagen: immerhin vier Flugzeuge. Und ja, im Zuge der Corona-Krise könnte es gut sein, dass Embraers E2-Familie in Zukunft stärker gefragt sein wird. Wobei man da natürlich die mittelfristige Entwicklung abzuwarten hat.


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