Covid-19
Älter als 7 Tage

Spahn ordnet Pflichttests für Reiserückkehrer an

Corona-Test
Corona-Test, © Flughafen Nürnberg

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BERLIN - Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten sollen sich künftig auf das Virus testen lassen müssen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte der Deutschen Presse-Agentur am Montag, er werde "eine Testpflicht für Einreisende aus Risikogebieten anordnen". Dies diene dem Schutz aller Bürgerinnen und Bürger.

"Wir müssen verhindern, dass Reiserückkehrer unbemerkt andere anstecken und so neue Infektionsketten auslösen", sagte der CDU-Politiker. Die Tests sollen für die Reisenden kostenfrei sein.

Spahn teilte die Pläne seinen Amtskollegen aus den Bundesländern in einer Schaltkonferenz mit. Grundlage der Testpflicht ist demnach eine Regelung des Infektionsschutzgesetzes. Sie bezieht sich auf eine epidemische Lage von nationaler Tragweite, die der Bundestag für Corona festgestellt hatte.

Damit kann das Bundesministerium Personen, die nach Deutschland einreisen und die wahrscheinlich einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt waren, verpflichten, sich ärztlich untersuchen zu lassen. Die entsprechende Verordnung soll voraussichtlich in der nächsten Woche in Kraft treten.

Bereits seit dem Wochenende sind freiwillige Tests für Rückkehrer aus Risikogebieten auf mehreren deutschen Flughäfen möglich. Wer keinen negativen Test-Befund hat, muss sich wie bisher für zwei Wochen in häusliche Quarantäne begeben. Spahn hatte bereits angekündigt, verpflichtende Tests rechtlich zu prüfen.

Welche Staaten als Risikogebiete mit einer erhöhten Infektionsgefahr gelten, legt die Bundesregierung mit dem Robert-Koch-Institut (RKI) in einer Liste fest. Zentrales Kriterium ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat.

Auch Reisende aus Nicht-Risikoländern können sich freiwillig kostenlos innerhalb von 72 Stunden testen lassen - dann nicht am Flughafen, sondern etwa in Arztpraxen oder Gesundheitsämtern.

Hintergrund ist, die Ausbreitung des Virus auch in der Hauptreisezeit einzudämmen, in der Millionen Bundesbürger wieder im In- und Ausland unterwegs sind. Es soll verhindert werden, dass sich infizierte Urlauber aus Regionen mit größeren Corona-Ausbrüchen in Deutschland verteilen.

Die Pflichttests sollen für Reisende kostenfrei sein und nur Rückkehrer aus Risikogebieten betreffen, stellte Spahn klar.
© dpa-AFX, aero.de | Abb.: Flughafen Nürnberg | 27.07.2020 18:38

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Beitrag vom 28.07.2020 - 22:36 Uhr
Warum kann man eine solche Maßnahme nicht sofort in Kraft setzen?

Irgendwer muss es ja durchführen, organisieren, etc. Da sind 4 Tage Vorlauf nicht viel.

Ja, richtig! Die Urlaubszeit ist auch völlig unerwartet über uns hereingebrochen ...

Und warum orientiert man sich bei der Einordnung der Risikogebiete nur an den offiziellen Fallzahlen der Gastländer.

Vermutlich weil das die einzigen Zahlen sind, die vorliegen?

Aber in den meisten, oder besser gesagt "angesagtesten" Ferienregionen haben die wenigsten Touristen intensiven Kontakt zur einheimischen (und damit virologisch beobachteten) Bevölkerung. Man macht es sich doch eher in geschlossenen Ferienanlagen "gemütlich". Und diese werden dann, unter Umständen, zum "Corona-Hub".

Deshalb halte ich die Einordnung "Risikogebiete" allein an Hand der bei der örtlichen Bevölkerung ermittelten Werte für fragwürdig und nicht zielführend.

Spahn for Kanzler??? NEVER!!!!

Da hat alleine schon das aktuelle Kabinett viele deutlich gruseligere Kandidaten zu bieten :-)

Richtig! Zumindest an dieser Stelle haben wir wohl den gleichen Blickwinkel - besonders wenn ich nach Bayern schaue ...

Beitrag vom 28.07.2020 - 13:14 Uhr
Absoluter Populismus. Bisher sind nur wenige Fälle aus dem Ausland eingeschleppt worden.

Anstatt auf „Ballermann“ Touristen zu schimpfen sollte es lieber eine vernünftige Teststrategie für alle Reisenden geben. Wir können es uns auch wirtschaftlich nicht leisten die Grenzen zu anderen Industrienationen wie den USA dauerhaft geschlossen zu halten.

Die aktuelle Panik richtet mehr Schaden an als das Virus selber!
Beitrag vom 28.07.2020 - 01:02 Uhr
Wenn ich richtig informiert bin, befindet sich der Herr Gesundheitsminister zur Zeit im Urlaub.

Er trifft Entscheidungen, gibt Interviews, etc.
Also "Urlaub" würde ich das jetzt nicht gerade nennen, mal unabhängig davon, wo er sich gerade aufhält.

Und im Gegensatz zu seinem Kollegen im zB Verkehrsministerium trifft er sogar sinnvolle Entscheidungen, selbst wenn sie kontrovers sind.

Warum kann man eine solche Maßnahme nicht sofort in Kraft setzen?

Irgendwer muss es ja durchführen, organisieren, etc. Da sind 4 Tage Vorlauf nicht viel.

Und warum orientiert man sich bei der Einordnung der Risikogebiete nur an den offiziellen Fallzahlen der Gastländer.

Vermutlich weil das die einzigen Zahlen sind, die vorliegen?

Spahn for Kanzler??? NEVER!!!!

Da hat alleine schon das aktuelle Kabinett viele deutlich gruseligere Kandidaten zu bieten :-)

Dieser Beitrag wurde am 28.07.2020 01:02 Uhr bearbeitet.


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