Greenpeace-Kalkulation
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F-18-Kampfflugzeuge würden rund 8 Milliarden Euro kosten

Boeing F-18
Boeing F-18, © Boeing

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BERLIN - Der vom Verteidigungsministerium angestrebte Kauf von 45 F-18-Kampfflugzeugen des US-Herstellers Boeing könnte einer Schätzung im Auftrag von Greenpeace zufolge etwa acht Milliarden Euro kosten. Das berichtete zuerst die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwoch), die Kalkulation liegt auch der Deutschen Presse-Agentur vor.

Sie kommt zu dem Ergebnis, dass für die Beschaffung Kosten von "im Minimum" zwischen 7,67 und 8,77 Milliarden Euro anfallen würden.

Autoren sind der Direktor des Berliner Informationszentrums für transatlantische Sicherheit, Otfried Nassauer, und der ehemalige Offizier Ulrich Scholz. Die Greenpeace-Kalkulation stützt sich auf Angaben des australischen Rechnungshofs zu einem Beschaffungsvorhaben von F-18-Flugzeugen in Australien.

Das Verteidigungsministerium will die überalterte Tornado-Flotte der deutschen Luftwaffe mit bis zu 93 Eurofightern sowie 45 F-18-Kampflugzeugen ersetzen. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) hatte dazu im April deutlich gemacht, dass eine entscheidungsreife Beschlussvorlage erst für die Jahre 2022 oder 2023 erwartet werden kann.

Das US-Modell F-18 soll als schon marktverfügbare Lösung für den elektronischen Luftkampf sowie die "Nukleare Teilhabe" Deutschlands an US-Waffen beschafft werden. Das nukleare Abschreckungskonzept der Nato sieht vor, dass Verbündete im Kriegsfall Zugriff auf Atomwaffen der USA haben. Bislang stehen für diese Aufgabe in Deutschland die Tornado-Jets bereit.

Alexander Lurz, Abrüstungsexperte bei Greenpeace, sagte der "Süddeutschen Zeitung", der geplante Kauf der Maschinen sei "nicht nur abrüstungspolitisch ein verheerendes Signal, sondern in Corona-Zeiten eine Verschwendung bald knapper finanzieller Mittel".

Das Thema hatte auch innerhalb der schwarz-roten Koalition schon für Diskussionen gesorgt. SPD-Fraktionschef Rolf Mützenich hatte im Mai gefordert, dass Deutschland die Stationierung von US-Atombomben künftig ausschließen solle. Regierungssprecher Steffen Seibert hatte sich im Namen der Bundesregierung allerdings klar zum Prinzip der atomaren Abschreckung bekannt. Auch Außenminister Heiko Maas (SPD) lehnte den Vorstoß seiner Parteifreunde ab.
© dpa-AFX | 28.07.2020 21:12

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Beitrag vom 03.08.2020 - 13:20 Uhr
Von mir aus - wenns unbedingt sein muss - kann man pro Forma noch ein paar Eloka-F18 bestellen, aber eben nicht die Atombombenversion, das ist echt Asbach-Uralttechnik.

Der Einwand ist völlig berechtigt, die nukleare Teilhabe kann weiterhin von Italien, der Türkei und den Benelux Ländern ausgeübt werden.
Beitrag vom 03.08.2020 - 13:18 Uhr
Ich verstehe gar nicht warum man da mitmachen soll da mit den modernen ICBC fast alles erreicht wird. Die B61 ist längst überaltert braucht keiner mehr. Ich wäre eher dafür das man sich zu den EF ein paar F35 besorgt. Man darf nicht vergessen das auch Arbeitsplätze davon abhängen was die BW kauft und viele Defence AIB Standorte sind in Deutschland. Die meiner Meinung nach eher gerettet werden müssen durch Aufträge als den AMIs Geld in den Arsch zu blasen.
Beitrag vom 02.08.2020 - 23:35 Uhr
Wir können uns ja freuen, dass die Luftwaffe überhaupt etwas bekommen soll. Toll wäre ja die SU-34 gewesen, aber ich glaube da gibts erst recht Probleme mit den Amis 😂

Genau und gleichzeitg dann nen russ. Wartungsstützpunkt in Spannheim, wo die Amerikaner gerade abziehen wollen - schon hätte man ne gute Nachverwendung der Basis gefunden ;) ;)


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