Lateinamerika
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Luftfahrt leidet unter staatlicher Unentschlossenheit

Volaris Airbus A320neo
Volaris Airbus A320neo, © Airbus

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SANTIAGO DE CHILE - Während die europäische Luftfahrt die Wiedereinführung einer Quarantänepflicht für Reisende fürchtet, hoffen Kollegen in Lateinamerika darauf, endlich zum ersten Mal wieder starten zu können. Doch die Regierungen tun sich schwer mit Lösungen - und noch schwerer mit einer einheitlichen Linie.

Immerhin: das monatelange Ringen Aviancas um staatliche Unterstützung hat inzwischen zum Erfolg geführt. Ein Darlehen über 310 Millionen Euro soll der Airline helfen, den Betrieb aufrechtzuerhalten. Bis die kolumbianische Regierung sich zu diesem Schritt bereit erklärt hatte, musste Avianca allerdings bereits Gläubigerschutz nach US-amerikanischem Recht beantragen.

Gleiches hat auch die größte Airline der Region, LATAM, getan. Denn im Gegensatz zu manchen europäischen Regierungen hält sich die Hilfsbereitschaft lateinamerikanischer Staatslenker gegenüber den Airlines in Grenzen.

"Airlines und Flughäfen in Lateinamerika und der Karibik bitten die hiesigen Regierungen, dass sie ihre Maßnahmen in Bezug auf Covid-19 miteinander abstimmen", heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung der Airline- und Flughafenverbände ALTA, IATA und ACI-LAC. "Dies mit dem Ziel, den Flugverkehr in der Region  mit Klarheit, schnell und vor allem koordiniert wieder anlaufen zu lassen."

Davon scheint die Region derzeit weit entfernt. Während das kolumbianische Gesundheitsministerium im August grünes Licht für die Wiederaufnahme internationaler Verbindungen gegeben hat, denkt die argentinische Regierung noch darüber nach, wie und ob sie Inlandsflüge erlauben kann und will.

Die panamaische Copa Airlines fliegt derzeit 40 Verbindungen pro Woche - zwei Prozent ihrer Vorkrisenkapazität. Seit März gilt in Panama ein Verbot internationaler Flüge, das die Regierung zuletzt bis zum 21. September verlängert hat.

Seit Ende Juli dürfen am Internationalen Flughafen Tocumen vereinzelt Transitflüge abgefertigt werden. Copa Airlines-Chef Pedro Heilbron rechnet damit, dass seine Airline bis Jahresende 30 Prozent der ursprünglichen Kapazität fliegen wird.

Die mexikanische Volaris hat angekündigt, erst im Dezember wieder den Betrieb aufzunehmen. In Brasilien stand der Inlandsverkehr seit Ausbruch der Pandemie nie ganz still, die Flughäfen blieben geöffnet.

Brasilianische Airline-Chefs rechnen damit, bis Jahresende wieder 70 Prozent des Vorkrisenniveaus zu erreichen - zumindest auf Inlandsverbindungen. Denn wegen der nach wie vor hohen Infektionszahlen in dem Land gelten für Brasilianer strenge Einreisebegrenzungen in zahlreiche Länder.

Im kleinen Nachbarland Bolivien hat die Interimsregierung die Quarantäneregelungen Ende August gelockert und lässt nun wieder mehr Flugverbindungen zu.

Auch LATAM erweitert ihr Streckennetz wieder: Innerhalb Chiles sollen elf Verbindungen hinzukommen, in Peru sieben, in Kolumbien acht, in Ecuador sechs.

Es wird zum großen Teil von den Entscheidungen der Regierungen abhängen. Ohne eine weltweite Regelung zu Reisebestimmungen und -Beschränkungen haben jedoch auch diese begrenzten Einfluss auf die weitere Entwicklung - egal, wie einheitlich sie sind.
© aero.de (boa) | Abb.: Airbus | 31.08.2020 10:50


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